Die wirklichen „Tatort“-Leichen

  • Wer zu oft vor dem Fernseher sitzt, riskiert gesundheitliche Probleme, sagen Forscher. Foto: ©Tomislav Pinter/shutterstock.com
Seit 50 Jahren ist es fast jeden Sonntag das gleiche Spiel. Die „Tagesschau“ ist vorbei, der „Tatort“ beginnt. Und Millionen Menschen beenden ihr Wochenende mit dem Rätseln nach den Umständen des Todes fremder Menschen. Was die meisten dabei nicht bedenken, ist aber: Die wirklichen „Tatort“-Leichen könnten sie selber werden.

Denn was man leicht vermuten konnte, haben Wissenschaftler der Universität Glasgow nun noch einmal belegt: Fernsehen tötet. Genauer: Weniger Fernsehen kann Leben retten. Um das herauszufinden, haben die Forscher zwölf Jahre lang das TV-Verhalten von einer halben Million Menschen beobachtet. Dabei haben sie festgestellt, dass all jene, die ihre Fernsehzeit auf zwei Stunden pro Tag begrenzten, ein im Schnitt 5,6 Prozent geringeres Todesrisiko hatten. Die Gefahr von Herzkreislauferkrankungen sank sogar um fast acht Prozent.

Und es wird sogar noch schlimmer. Schon 2019 hatten Londoner Forscher ermittelt, dass ältere Leute, die oft vor der Glotze sitzen, schneller vergesslicher werden und Probleme beim Sprechen bekommen. Nur eines wissen die Forscher nicht. Auch nach jahrelangen Untersuchungen ist ihnen nicht klar, wieso Fernsehen eigentlich so schädlich ist. „Wir brauchen weitere Untersuchungen, um alle Faktoren zu verstehen“, sagt der Glasgower Mediziner Hamish Foster. Fürs Fernsehen werden er und sein Team also weiter wenig Zeit haben. Mathias Puddig
© Südwest Presse 24.07.2020 07:45
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