Müllpaten leisten einen „wertvollen Beitrag“

Abfallbeseitigung Dr. Christiane Schuhmacher aus Mutlangen und ihr Sohn Andreas engagieren sich für eine saubere Ostalb. Warum sie das tun und was ihnen das bedeutet.
  • Andreas Schuhmacher aus Mutlangen ist gerne Müllpate. Foto: privat

Schwäbisch Gmünd/Mutlangen

Müllpaten sind ehrenamtliche Bürger, die sich für eine saubere Ostalb engagieren. Sie sammeln Müll ein, den andere achtlos weggeworfen haben und führen ihn einer ordnungsgemäßen Entsorgung zu. „Die Müllpaten tragen damit aktiv und maßgeblich zur Sauberkeit unserer Heimat bei und leisten einen wertvollen Beitrag für die Allgemeinheit, indem sie den wild abgelagerten Müll argloser Zeitgenossen wegräumen“, so die Gesellschaft im Ostalbkreis für Abfallbewirtschaftung (GOA). Die hierzu benötigten Arbeitsmittel und Tipps rund um ihre wichtige Tätigkeit erhalten die Müllpaten von ihrem zuständigen Abfallkümmerer. Die Abfallkümmerer sind ständig im gesamten Kreisgebiet unterwegs und beseitigen wilde Müllablagerungen, versorgen die Müllpaten mit Material und reinigen unter anderem die Glascontainerstandplätze.

Zwei dieser Müllpaten sind Dr. Christiane Schuhmacher und ihr Sohn Andreas aus Mutlangen. Im Interview erklären sie, wie sie auf das Projekt aufmerksam wurde und warum sie sich beteiligen.

Wie haben Sie von der Kampagne erfahren?

Dr. Christiane Schuhmacher: Ich betreibe schon seit längerem Plogging (eine Kombination aus Joggen und dabei Müll einsammeln). Ich war auf der Suche nach einer Möglichkeit, das Müllsammeln besser zu organisieren. Im Gespräch machte mich unsere Bürgermeisterin Frau Eßwein auf die Kampagne Saubere Ostalb aufmerksam

Was hat Sie bewegt, sich als ehrenamtliche Müllpatin zu engagieren?

Ich liebe die Natur und meinen großen Garten. Grundsätzlich sind mir Umwelt- und Tierschutz sehr wichtig.

Gehen Sie extra Müll sammeln oder geht das nebenbei bei einer anderen Aktivität?

Beides. Manchmal geht es nebenher beim Spazieren gehen, ein anderes Mal ziehe ich mit meinem Sohn und dem Leiterwagen los.

War es schwierig Müllpatin zu werden?

Nein. Ein Telefonanruf bei Frau Bollin genügte und dann lief es.

Wie ist die Zusammenarbeit mit dem Abfallkümmerer?

Ich hatte bisher noch nicht viel Kontakt zum Abfallkümmerer. Dies läuft jedoch ganz unkompliziert. Wenn ich etwas Großes oder sehr Schweres finde, schicke ich die Koordinaten mit GoogleMaps einfach an das Postfach saubere.ostalb@goa-online.de und dann holt der Abfallkümmerer die Abfälle ab.

Gab es ein besonderes Erlebnis oder einen besonderen Fund?

Ich gehe oft mit meinem behinderten Sohn zum Müll sammeln. Er hat so viel Freude daran, dass er dies am liebsten als Beruf machen würde. Nicht nur als Medizinerin ist mir die Wirkung von Bewegung an der frischen Luft natürlich ein besonderes Anliegen. Dies dabei noch mit etwas so Sinnvollem wie dem Umweltschutz zu verbinden, ist natürlich klasse.

Engagieren Sie sich noch anderweitig im Umweltschutz?

Als Gründerin der „Deutschen Stiftung für Menschen mit Down-Syndrom“ ist Inklusion für mich ein sehr großes Anliegen. Gerade mit einfachen und sinnhaften Tätigkeiten wie dem Müll sammeln, können auch Menschen mit Behinderung einen Wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und gleichzeitig etwas Gesundes für sich selbst machen. Hier würde ich mir wünschen, dass noch mehr Einrichtungen die mit Menschen mit Handycap arbeiten, sich hier engagieren.

Wer Interesse hat sich auch als Müllpate zu engagieren, findet unter www.saubere-ostalb.de Infos.

© Schwäbische Post 24.07.2020 14:41
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