Kommentar André Bochow Corona, Impfungen und die zweite Welle

Taten statt Versprechen

  • Andre Bochow. Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Jeder, der eine Corona-Impfung will, bekommt eine. Sagt die Bundesforschungsministerin. Wenn es einen Impfstoff gibt. Und wenn die Willigen Bürger dieses Landes sind. Klingt beruhigend. Und doch ist dieses Versprechen eine Zumutung. Erstens, weil eine Impfung für alle hierzulande gottlob eine Selbstverständlichkeit ist. Zweitens wird Deutschland nur deshalb zügig den Impfstoff ausgeben können, weil es sich, wie andere reiche Länder auch, schon jetzt vertraglich und hochspekulativ große Mengen an Impfdosen gesichert hat. Auf der Strecke bleiben die Ärmsten des Planeten. Und drittens erklärt Frau Karliczek nicht, wie man mit jenen umgehen will, die eine Corona-Impfung ablehnen. Eine Impfpflicht hat die Bundesregierung ausgeschlossen, aber nicht gesagt, wie dann der Schutz vor Ansteckung funktionieren soll.

Statt wohlfeile Versprechen abzugeben, wäre es an der Zeit, diese Frage zu beantworten. Und noch dringlicher: Wenn die zweite Corona-Welle da ist, was bedeutet das eigentlich? Einen erneuten Lockdown? Impfungen gibt es laut Karliczek frühestens Mitte nächsten Jahres. Wir haben erst einmal andere Probleme.
© Südwest Presse 27.07.2020 07:45
101 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy