Alterslos durch die Nacht

  • Foto: ©Rudmer Zwerver/Shutterstock.com Foto: ©Rudmer Zwerver/Shutterstock.com
Fledermäuse haben nicht das beste Image. Im Mittelalter wurden den fliegenden Säugetieren widernatürliche Kräfte sowie die Begleitung von Hexen, Dämonen oder gar gleich des Teufels angedichtet. Später kam die Verbindung zu den Vampiren hinzu. Und heute stehen die nachtaktiven Geschöpfe im Verdacht, für die Übertragung des Coronavirus auf den Menschen verantwortlich zu sein.

Nun aber besteht die Chance, dass die Fledermäuse unsere Freunde werden. Das liegt daran, dass es einem weltweiten Konsortium von Wissenschaftlern gelungen ist, das Erbgut der Tiere fast vollständig zu entschlüsseln. Warum das wichtig ist? Fledermäuse gelten als besonders widerstandsfähig gegen Altern und tödliche Krankheiten.

Für die irische Zoologin Emma Teeling, Hauptautorin der Studie, lassen sich mit diesem Wissen „möglicherweise künftig Alterungsprozesse und Krankheiten des Menschen lindern“. Auch nach den Gründen für den Orientierungssinn in der Dunkelheit, also das Aussenden von Ultraschall, haben die Forscher gesucht und Veränderungen in den Genen des Gehörs gefunden worden, die zur Echoortung beitragen könnten.

Ob mit dieser Hilfe auch der Mensch zum nachtaktiven Allesseher werden kann, muss sich erst noch zeigen. Aber alles sollten wir, Alterung hin, Krankheitsresistenz her, nicht nachmachen. Kopfüber hängend zu schlafen beispielsweise klingt verzichtbar.

Hajo Zenker
© Südwest Presse 27.07.2020 07:45
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