Querpass

„Den sprech' ich nicht aus!“

  • über einen Fußball-Fan mit festen Prinzipien Carsten Muth Foto: Volkmar Könneke
Für das Fußball-Magazin „11 Freunde“ ist er der Mann des Jahres. Jener Gladbach-Fan, der sich öffentlich geweigert hat, den Namen 1. FC Köln auszusprechen – und dabei auch noch auf Geld verzichtete. In der Tat war das schon ein kleiner, großer TV-Moment, den die ARD da kürzlich ausstrahlte. In der Quizshow „Gefragt – Gejagt“ hatte Moderator Alexander Bommes seinen Kandidaten Claus Blümel folgende Frage gestellt: „Welcher Verein wurde in der Saison 2018/2019 Zweitliga-Meister?“ Fußball-Fan Blümel wusste die Antwort, sagte aber zur Verblüffung aller: „Nee, den sprech' ich nicht aus.“ Als eingefleischter Mönchengladbach-Anhänger kam ihm der Name des rheinischen Konkurrenten nicht über die Lippen. Geld hin oder her. „Sehr geil“ fand das Moderator. Auch das Netz feierte Claus Blümel ob dessen Prinzipienfestigkeit.

Nun ist das Phänomen nicht neu. Schalke-Fans zum Beispiel weigern sich seit jeher, den Namen des Revier-Konkurrenten Dortmund auszusprechen. Für sie ist Dortmund eine „verbotene Stadt“, der BVB ein Klub aus „Lüdenscheid-Nord“. Dortmund-Anhänger wiederum bezeichnen Gelsenkirchen beziehungsweise den Stadtteil Schalke verächtlich als „Herne-West“. Was zeigt: Die Rivalität lebt. Auch in Zeiten, in denen die Fans nicht ins Stadion dürfen. Nicht nur im Rheinland, sondern auch andernorts.
© Südwest Presse 27.07.2020 07:45
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