Neue Vorgaben fürs Homeoffice?

Die Krise heizt die Debatte um mehr Regeln an. Vor Überstunden gibt es Zuhause weniger Schutz.
Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) will Arbeitnehmer beim Homeoffice besser vor überlangen Arbeitszeiten schützen. Der Koalition steht damit neuer Knatsch ins Haus. Die FDP warnt bereits vor starren Regeln. „Wir müssen darüber reden, welchen Rechtsrahmen wir für mobiles Arbeiten brauchen“, sagte Heil. „Aufpassen müssen wir, dass es nicht zur Entgrenzung von Arbeit, zur Verfügbarkeit rund um die Uhr führt und Arbeitsschutz ausgehöhlt wird.“

Nach einer am Mittwoch präsentierten Studie der DAK-Gesundheit haben viele Arbeitnehmer während der Corona-Krise Gefallen am Homeoffice gefunden. 76,9 Prozent der Beschäftigten, die erst seither regelmäßig von der eigenen Wohnungen aus arbeiten, wollen diese Arbeitsform auch in Zukunft zumindest teils beibehalten.

Heil sagte: „Das Zusammenspiel von Arbeit und Leben muss flexibler möglich werden, ohne dass es dabei Einbußen bei der Sicherheit gibt.“ Er bekräftigte, diese Debatte im Herbst anstoßen zu wollen.

Der FDP-Arbeitsmarktexperte Johannes Vogel nannte einen modernen Rechtsrahmen für mobiles Arbeiten „absolut überfällig“, warnte aber vor zu viel Regulierung. Nötig seien ein Recht auf Homeoffice und eine Aufhebung der „starren Grenze der täglichen Höchstarbeitszeit“. dpa
© Südwest Presse 27.07.2020 07:45
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