Mordverdacht nach Unfall auf der A8 bei Leipheim: Tatverdächtiger tot aufgefunden

In der Nacht zum Montag ist ein 29-Jähriger aus einer Klinik im Rund 70 Kilometer entferneten Günzburg geflohen. Die Polizei sucht den Mann wegen versuchten Mordes. Er soll versucht haben, seine Frau bei einem Verkehrsunfall zu töten. Inzwischen wurde der Mann tot aufgefunden. 

  • Symbolfoto: Marius Bulling/Ostalb Network via onw-images
  • Der 29-jährige wurde vom Amtsgericht Memmingen per Haftbefehl gesucht. Er ist des versuchten Mordes an seiner Ehefrau dringend tatverdächtig. (Foto: Polizeipräsidium Schwaben Süd/West)

Leipheim. Am Sonntagabend befuhr ein 29-jähriger Pkw-Fahrer mit hoher Geschwindigkeit den linken Fahrstreifen der A8 in Richtung Stuttgart. Laut Polizeiangaben geriet er auf Höhe von Riedheim von dort aus nach rechts auf den begrünten Lärmschutzwall, auf welchem sich der Pkw nach circa 200 Meter überschlug und zwischen dem Seitenstreifen und dem rechten Fahrstreifen auf den Rädern zum Stehen kam.

Seine 28-jährige Beifahrerin wurde mittelschwer verletzt und zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus verbracht. Der 29-Jährige ergriff nach dem Unfall die Flucht und wurde wenig später von Einsatzkräften unweit der Unfallstelle zu Fuß festgenommen. Da sich Hinweise auf eine psychische Erkrankung ergaben, lieferten die Beamten den Mann in das Bezirkskrankenhaus Günzburg ein.
Dort gelang ihm unter derzeit noch nicht näher bekannten Umständen gegen Mitternacht die Flucht. Zum Fluchtzeitpunkt trug er einen blauen Schlafanzug.

Der Gesuchte wurde am Donnerstagmorgen, den 30.07.2020, gegen etwa 10:10 Uhr tot im Außenbereich der Gemeinde Kötz aufgefunden. Bei der Einsatzzentrale der Polizei ging die Mitteilung ein, dass sich eine tote Person in einem Heustadel befinde. Die Örtlichkeit liegt etwa acht Kilometer vom Fluchtort, dem Bezirkskrankenhaus Günzburg, entfernt.

Da die Identität des Mannes und die Todesursache zu diesem Zeitpunkt noch nicht eindeutig feststanden, ordnete der Ermittlungsrichter am Amtsgericht Memmingen eine Obduktion des Leichnams an. Diese wurde heute von der Rechtsmedizin Ulm durchgeführt, aufgrund eines DNA-Abgleichs steht seither fest, dass es sich um den 29-Jährigen handelt.

Der Tod trat durch Suizid des Mannes ein, Hinweise auf eine Fremdeinwirkung haben sich nach den Obduktionsergebnissen der Rechtsmedizin Ulm und den Ermittlungen der Kripo Neu-Ulm keine ergeben. Der Todeszeitpunkt konnte nicht eindeutig bestimmt werden, vermutlich stand er aber in zeitlichem Zusammenhang mit der Flucht des Mannes.

Zu den genauen Umständen des Unfalls laufen derzeit die Ermittlungen. Der Pkw wurde total beschädigt, war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Die Schadenshöhe beläuft sich auf rund 10.000 Euro. Zur Unfallabsicherung waren neben der Feuerwehr Leipheim auch die Betreibergesellschaft, die Firma Pansuevia eingesetzt, die nach Abschluss der Reinigungsarbeiten die Fahrbahn wieder freigeben konnte. Die Sperrung des rechten Fahrstreifens für den Zeitraum der Unfallaufnahme führte anfänglich zu nicht unerheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.

© Schwäbische Post 31.07.2020 16:15
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