Geistlicher Impuls

Um 8.15 Uhr steht die Zeit still

Hiroshima – eine Stadt in Japan. Jeder kennt sie. Denn sie steht zugleich für großes Leid. Vor 75 Jahren, am 6. August 1945, um 8.15 Uhr, warf ein amerikanischer Bomber auf diese Stadt die erste Atombombe. Ein Feuersturm vernichtete in Sekunden alles Leben. Danach kam die radioaktive Strahlung. Und weitere zehntausende Menschen starben. Hiroshima kann dieser Geschichte nicht entkommen. Und die Stadt will es auch gar nicht. Zu groß sind Trauer und Schmerz. Noch immer sterben Menschen an den Spätfolgen. Der 6. August ist heute in Hiroshima, aufgrund seiner Geschichte, ein besonderer Tag. Die Menschen kommen zusammen, sie trauern und mahnen zusammen zum Frieden. Aber letztlich gibt es keine Worte für das Leid. Und welche Worte könnte man einer Massenvernichtungswaffe entgegensetzen? Ein neuer Ton für den Frieden – deshalb werden heute, in ökumenischer Verbundenheit, um 8.15 Uhr die Kirchenglocken in Schwäbisch Gmünd läuten. Sie laden uns ein: haltet an, bleibt stehen! Es ist auch eine alte Tradition, dann ein Friedensgebet zu sprechen, ein Stoßgebet, ein Atemhauch für den Frieden - nur drei Worte zu Gott: Gib uns Frieden. Pfarrer Reiner Kaupp

© Schwäbische Post 05.08.2020 19:08
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