Querpass

Öffentlich degradiert

  • über die Ausbootung eines Weltmeisters Carsten Muth Foto: Volkmar Könneke
Wer sportlich nicht viel zustande bringt, muss auf andere Weise Schlagzeilen produzieren. Nach diesem Motto agiert Hannover 96 seit Jahren. Der öffentlich ausgetragene Zoff gehört dort zu Folklore. Martin Kind, allmächtiger Boss des Fußball-Zweitligisten, streitet sich regelmäßig mit Fans, die seinen selbstherrlichen Kurs anprangern. Gerne mal setzt Kind auch sein Personal unvermittelt vor die Tür. Sportchef Jan Schlaudraff etwa traf es im Februar. Nun hat der 96-Boss seinen Torwart Ron-Robert Zieler kalt gestellt. Auch das öffentlich. Zieler habe keine Zukunft im Klub, sagte er in einem Interview mit der FAZ . Mehr noch: 96 hätte den Keeper gar nicht verpflichten dürfen im vergangenen Jahr.

Nun ist Ron-Robert Zieler nicht irgendwer. 2014 wurde der gebürtige Kölner als Ersatztorwart Weltmeister mit dem DFB-Team. 2019 wechselte er vom VfB Stuttgart zurück nach Hannover, wo Zieler zwischen 2010 und 2016 seine bislang beste Zeit als Profi erlebt hatte.

Kein Wunder, dass die Ausbootung des 31-Jährigen hohe Wellen schlägt. Das Spielerbündnis der Profifußballer kritisiert das Gebaren Kinds scharf. Dieser habe den Torwart „ohne Anstand, Respekt und Professionalität öffentlich diskreditiert“, heißt es in einer Stellungnahme. Zielers Vater meldete sich via Kölner Stadt-Anzeiger zu Wort, spricht von einem schäbigen Vorgang. Jetzt wartet Fußball-Deutschland auf Kinds Konter. Der dürfte kommen, der Wirbel um Zieler noch nicht beendet sein. Fortsetzung? Folgt.
© Südwest Presse 06.08.2020 07:45
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