Querpass

Erste Frau im Männerteam

  • über ein Pilotprojekt im niederländischen Fußball Nadine Vogt Foto: Marc Hörger
Und plötzlich waren sie da. Frauen im Fußball, im Männerfußball. Ob als Moderatorin im Sportstudio oder Bundesliga-Schiedsrichterin. Die erste Frauen-Stimme, die eine Weltmeisterschaft fürs Fernsehen kommentiert, gab's auch schon – und auch die erste Trainerin ist im deutschen Profifußball angekommen. Nur der Rasen ist bislang für Spielerinnen noch tabu, heiliges Terrain. Doch auch diese letzte Mauer könnte fallen.

Zumindest wenn es nach dem niederländischen Fußballverband geht: Der hat sich einen weiteren Schritt nach vorne gewagt, nennt das, was er nun zulässt, ein Pilotprojekt für Genderneutralität: Ab der kommenden Saison darf Ellen Fokkema, 19 Jahre alt und aus dem Norden der Niederlande, in der vierten Amateurklasse der Männer auflaufen. Seit ihrem fünften Lebensjahr spielt sie im Team mit den Jungs und hatte keine Lust den Verein zu wechseln. Nur, weil sie das als Frau laut Regelwerk hätte machen müssen. Mehrmals bat sie mit ihrem Klub VV Foarut um eine Ausnahmegenehmigung. Mehrmals lehnte der Verband das ab.

Nun macht dieser selbst aus der Not eine Tugend, aus der Anfrage ein Pilotprojekt. Fokkema sagt: „Meine Teamkollegen haben begeistert reagiert, dass ich bleiben darf.“ Ein Profi-Angebot des Frauen-Erstligisten SC Heerenveen hatte die Jugendnationalspielerin übrigens zweimal ausgeschlagen – weil ihr zunächst der Weg zu weit war und sie dann mitten in der Ausbildung zur Krankenschwester steckte.
© Südwest Presse 12.08.2020 07:45
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