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Tilgungsplan bei Krediten: Welche Faktoren sind wichtig?

  • Zu einem professionellen Kreditvertrag gehört ein klar verständlicher Tilgungsplan dazu.
  • In einem Tilgungsplan stehen von der Darlehenssumme bis zu den Zinsen vielfältige Informationen.

Ein Tilgungsplan ist eine Art Fahrplan für das Abbezahlen eines Kredits. Er sorgt für eine größtmögliche Transparenz und gibt Kreditnehmern Informationen über die Restsumme, die Zinszahlungen und Fälligkeitstermine an die Hand. Bei einem Annuitätendarlehen gibt es verschiedene Besonderheiten zu beachten. Außerdem gibt es die Möglichkeit, in einem Tilgungsplan tilgungsfreie Zeiten zu vereinbaren und die Zinsbindungsdauer zu definieren. Nach Sondertilgungen ist es wichtig, den Tilgungsplan an die neuen Gegebenheiten anzupassen.

Aufgaben eines Tilgungsplans

Im Grunde ist ein Tilgungsplan eine Serviceleistung von Kreditinstituten. Hierin sind sämtliche Informationen enthalten, die für die Rückzahlung eines Kredits oder Darlehens von Bedeutung sind. Der Tilgungsplan sorgt für eine größtmögliche Transparenz bei der Rückzahlung, indem er beispielsweise eine Berechnung der Monatsrate bietet. Unter anderem erfahren die Kreditnehmer in dem Tilgungsplan, welche Fälligkeitstermine bestehen. Somit kommt es nicht so leicht zu Verzögerungen bei den Rückzahlungen.

Bei den meisten Kreditinstituten gehört ein Tilgungsplan zur Leistung dazu. Wenn dies nicht der Fall ist, kann ein eigener Plan durch den Einsatz von Excel-Dateien und Tilgungsrechnern erstellt werden. Bei der Erstellung ist es wichtig, immer exakt die Informationen zu verwenden, die im Kreditvertrag stehen. Diese sind für die Rückzahlungen bindend. Mit Hilfe eines solchen Tilgungsplans ist es möglich, einen Überblick über den aktuellen Schuldenstand und die noch fälligen Zahlungen zu bestimmten Stichtagen zu gewinnen.

Diese Punkte müssen in einem Tilgungsplan stehen

In einem Tilgungsplan sind viele unterschiedliche Daten enthalten. Zunächst werden ganz grundlegende Informationen zu den Kreditkonditionen gegeben. Hierzu gehören unter anderen der Darlehensbetrag, der Sollzinssatz und die Laufzeit. Außerdem wird vereinbart, in welchem Turnus die Raten fällig werden. Einige Kreditnehmer entscheiden sich für monatliche Zahlungen, andere leisten ihre Zahlungen komplett am Jahresende.

Der Tilgungsplan stellt die verschiedenen Informationen zu den einzelnen Jahren dar. Wenn ein Kredit eine Laufzeit von 10 Jahren hat, können so die Informationen für jedes einzelne Jahr eingesehen werden. Zu jedem Jahr wird der aktuelle Darlehensbetrag dargestellt. Zudem gibt es eine Spalte für die Tilgung, die mit dem Kreditinstitut vereinbart wurde. Diese ist in der Regel immer gleich hoch. Außerdem werden die noch fälligen Zinsen angegeben. Diese hängen vom aktuellen Darlehensbetrag ab und sinken über die Jahre. Die Summe aus Tilgung und Zins ergibt die Rate, die am Monats- oder Jahresende gezahlt werden muss. Der Darlehensbetrag minus die Jahresrate ist die Restschuld. Die Restschuld ist automatisch der Darlehensbetrag des nächsten Jahres.

Besonderheiten bei einem Annuitätendarlehen

Ein solcher klassischer Tilgungsplan ist für alle geeignet, die eine gleichbleibende Tilgung pro Jahr leisten möchten. In einigen Fällen ist es den Kreditnehmer jedoch wichtig, dass die Monats- oder Jahresrate immer gleich hoch ist. In einem solchen Fall erhöht sich der Tilgungsbetrag pro Jahr, um die sinkenden Zinsen auszugleichen und für einen konstant hohen Jahresbetrag zu sorgen. Diese Kreditform wird als Annuitätendarlehen bezeichnet. Es sorgt für eine größtmögliche Planbarkeit, da die Kreditnehmer immer genau wissen, welche Kosten sie am Monats- oder Jahresende erwarten. Abgesehen von den Unterschieden bei der Tilgung und der Rate funktioniert ein solcher Tilgungsplan jedoch genauso wie andere Varianten. Wichtig ist insbesondere, dass der Tilgungsplan den gängigen Verbraucherkreditrichtlinien gerecht wird.

In einem Tilgungsplan sind tilgungsfreie Zeiten enthalten

Gerade bei Krediten und Darlehen mit langer Laufzeit werden in der Regel tilgungsfreie Zeiten vereinbart. Das verschafft den Kreditnehmern eine größtmögliche Flexibilität. In einem solchen Jahr wird im Tilgungsplan keine Tilgung ausgewiesen. Stattdessen steht lediglich der Zinsbetrag, der für das jeweilige Jahr fällig wird.

Tilgungsfreie Jahre werden häufig in den ersten Jahren eines Kredits eingesetzt. Hier wurden die Geldmittel investiert und stehen den Kreditnehmern somit nicht mehr zur Verfügung. Diese erkaufen sich durch diese tilgungsfreien Zeiten somit die Möglichkeit, zunächst wieder Geld anzusparen, bevor die Tilgung geleistet werden muss. Vor allem bei der Baufinanzierung wird diese Möglichkeit von vielen Kreditinstituten angeboten und von zahlreichen Kreditnehmern genutzt.

Das ist bei einer begrenzten Zinsbindungsdauer zu beachten

Ein Tilgungsplan gibt genaue Informationen über die Zinsen, die in einem bestimmten Jahr gezahlt werden müssen. Diese hängen davon ab, welche Zinsbindung mit dem Kreditinstitut festgelegt wurde. In der Regel gewähren die Kreditinstitute eine Sollzinsbindung nur für einen bestimmten Zeitraum. Hierdurch wollen sie sich eine größtmögliche Flexibilität bewahren. Wenn die Zinsen am Markt steigen, sind sie sonst auf den niedrigen Zinssatz festgelegt und machen ein deutlich schlechteres Geschäft.

Der Tilgungsplan hat daher nur so lange Gültigkeit, wie die Sollzinsbindung gilt. Wenn der entsprechende Zeitraum abgelaufen ist, müssen neue Zinskonditionen mit dem Kreditinstitut vereinbart werden. Sobald dies geschehen ist, muss der Tilgungsplan so angepasst werden, dass er die neuen Vereinbarungen und die bestehenden Zinssätze berücksichtigt. Nur dann sind die darin enthaltenen Werte aktuell und helfen den Kreditnehmern bei der fristgerechten Rückzahlung ihrer Kreditverpflichtungen.

Den Tilgungsplan nach Sondertilgungen anpassen

Gerade bei Krediten und Darlehen mit langer Laufzeit kommt es immer wieder zu Sondertilgungen. Das ist immer dann möglich, wenn ein Jahr besonders erfolgreich lief oder auf andere Weise Geld in die Kassen gespült wurde. Sobald solche Sondertilgungen geleistet wurden, muss der Tilgungsplan angepasst werden. Immerhin hat sich die Restschuld und damit der Darlehensbetrag des kommenden Jahres verändert. Das Hat Auswirkungen auf den Zinssatz und gelegentlich auf die Tilgung. Des Weiteren ist eine Anpassung des Tilgungsplan erforderlich, wenn sich die Laufzeit des Kredits ändert. Wenn diese verkürzt oder verlängert wird, müssen die entsprechenden Werte im Tilgungsplan angeglichen werden. Nur dann sind die im Tilgungsplan enthaltenen Informationen aktuell und geben den Kreditnehmern Auskunft über die ausstehenden Raten und die Tilgungshöhe.

Foto: pixabay.de © Edar CCO Public Domain
Foto: pixabay.de © Raten-Kauf CCO Public Domain

© Schwäbische Post 18.09.2020 10:54
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