Lesermeinung

Zum SchwäPo-Artikel „Radweg pur: Wird die Walhäuser Steige autofrei?“ vom 26. September:

Immer wenn man meint, in der Provinzposse zur Radweganbindung des vorderen Härtsfelds an die Kernstadt schon alle Meinungen, Einwände und Streckenvarianten gehört zu haben, wird man eines Besseren belehrt. So am Samstag mit dem Artikel in der Schwäbischen Post zum Plan des Ausschusses für Umwelt, Technik und Stadtentwicklung. Wird dieser Plan umgesetzt, verweigert man den Härtsfeldgemeinden nicht nur eine zeitgemäße Fahrradverbindung. Durch die Sperrung der Waldhäuser Steige für den Autoverkehr nimmt man ihnen auch noch eine wichtige Reservestrecke zur Ebnater und Himmlinger Steige (...).

Ein Punkt wird in der Diskussion ignoriert: Ein Radweg aufs Härtsfeld beginnt nicht in Unterkochen, sondern in der Kernstadt. Für die genannte Variante führt er von dort aus zum Gewerbegebiet in der Kochertalstraße, zusammen mit 40-Tonnern in Richtung Papierfabrik Palm, vorbei am Rotlichtbezirk und der Kläranlage zur Ortsgrenze Unterkochen. Hat man den Bahnübergang passiert und eine Verkehrslücke in der Aalener Straße gefunden, kommt man zur Waldhäuser Straße, die man sich mit LKW, Bussen und dem restlichen Verkehr teilen darf. Jetzt beginnt die Walhäuser Steige mit bis zu 15 Prozent Steigung, was ein Großteil der Radler nur schiebend bewältigen wird. Oben, am Wanderparkplatz Neubau angekommen, ist man von Waldhausen und Ebnat immer noch weit entfernt.

Ein Radweg über die Trasse der Härtsfeldbahn würde bereits im Pelzwasen beginnen (...) und führt vorbei an Wiesen, Hecken und Wäldern, mit einer maximalen Steigung von 2,5 Prozent (...) direkt aufs Härtsfeld. Diese ideale und einzig sinnvolle Routenführung muss nicht einmal gebaut werden, sondern ist seit 1901 vorhanden.

Liebe Verantwortlichen: Räumen Sie jetzt bitte nicht billig mit einer katastrophalen Lösung ein lästiges Thema vom Tisch (...). Zeigen Sie, dass Sie die Belange der Härtsfeldgemeinden und die von Ihnen propagierte Mobilitätswende ernst nehmen. (...) Behalten Sie die Waldhäuser Steige in ihrer Funktion als notwendige Kraftfahrverbindung aufs Härtsfeld bei. Entscheiden Sie sich für den Weg der Zukunft und geben Sie endlich die Härtsfeldtrasse für den kombinierten Fuß- und Radverkehr frei.

© Schwäbische Post 27.09.2020 22:23
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