Querpass

Keine anderen Probleme

  • über Dopingtests in Corona-Zeiten Manuela Harant Foto: Volkmar Könneke
Die Corona-Krise hat vieles, was uns zuvor wichtig erschien, in den Hintergrund gerückt. Es ging plötzlich auch ohne Oktoberfest-Besuch, ohne Urlaubsreise in die USA und auch ohne nächtelanges Party-Clubbing. Für viele Sportler bedeuteten Lockdowns und Kontaktverbote auch den Wegfall von Dopingkontrollen. Die Nada stellte das Testen zwischen dem 23. März und dem 16. Mai komplett ein, im April war die Zahl der weltweiten Dopingkontrollen von 25 000 im Vorjahr auf mickrige 576 geschrumpft. Dass diese paradiesischen Zustände für strafrechtlich relevante Sport-Betrüger zumindest in Deutschland wieder passé sind, sollte alle Verantwortlichen, die am fairen Sport interessiert sind, eigentlich freuen.

Anscheinend aber nicht den Geschäftsführer des Basketball-Bundesligisten Ratiopharm Ulm, Thomas Stoll. „Dopingtest beim ersten Eurocup Heimspiel. Zum Glück hat man in Corona-Zeiten keine anderen Probleme“, ärgerte sich Stoll bei Twitter über die Nada, garniert mit den drei berühmten Äffchen-Smileys mit zugehaltenen Augen. Die passende Reaktion folgte prompt tags darauf von einem weitsichtigen Basketball-Fan: „Da Dopingtests mittlerweile (leider) zum Profisport gehören müssen, kann man die Aussage runterbrechen auf ,zum Glück hat man in Corona Zeiten keine anderen Probleme als Profisport'. Die Aussage fänden wir aber beide nicht gut, oder?“ Besser hätte man kaum antworten können.
© Südwest Presse 05.10.2020 07:45
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