Lesermeinung

Zum Thema „Schättere“:

Die Sitzung des AUST wurde anstelle einer vernünftigen Entscheidung zugunsten aller Bürger zu einer peinlichen Stunde der Tricks und einer abgekarteten Überrumpelungstaktik, sahen sich doch die meisten Abgeordneten mit einer urplötzlich geänderten Sitzungsvorlage konfrontiert.

Das Ergebnis: Ein Vorschlag der CDU zur Freigabe der Schättere für Radverkehr erreichte eine knappe Mehrheit, so als habe es keinen jahrelangen und von vielen Bürgern getragenen Protest gegen genau solch eine Maßnahme gegeben. Es gibt nun einmal viele Menschen, die die schöne Umgebung ungestört zu Fuß erleben und nicht auch noch den letzten Winkel intakter Natur mit dem Rad befahren wollen.

Einseitig wurden aber die Interessen der Fahrrad-Lobby bedient. Mit dem zusätzlichen Beschluss, den Grüßgottweg zu verbreitern, wurde zudem gegen geltendes EU-Recht verstoßen, das in der FFH-Richtlinie ein „Verschlechterungsverbot“ enthält.

Einzig Frau Klink von den Linken brachte das wichtige Argument des Natur-und Artenschutzes in diesem wertvollen FFH-Gebiet zur Sprache. Wer bis zum 8. Oktober geglaubt hatte, die Grünen hätten etwas mit Natur und deren Schutz zu tun, wurde jäh enttäuscht. Es waren ausgerechnet Teile der Grünen, die dem CDU-Vorschlag zur knappen Mehrheit verhalfen. Grün und bürgernah war an dem Beschluss des Ausschusses gar nichts. Er ist eine Entscheidung gegen die Interessen vieler Menschen und gegen die Natur, was so nicht hingenommen werden kann.

© Schwäbische Post 15.10.2020 19:23
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Kommentare

Karin Hofmann

Sehr geehrter Herr Dr. Haas,

C H A P E A U   !

Ventilator

Der Meinung bin ich auch, denn so „leichtfüßig“ kann der Artenschutz nicht einfach aushebelt werden.

NMA

Die Behauptung, dass man nach 8 Jahren Diskussion "überrumpelt" wurde, spricht für sich. So zu tun, als wären "alle" Bürger dafür, Radfahren auf der Trasse grundlos zu verbieten, zeigt lediglich, dass es bei der BI keinerlei Verständniss für die Anliegen anderer und keine Bereitschaft Kompromisse einzugehen gibt.

Naturschutzargumente und, wie es Herr Dr. Haas bei WeAct schrieb "Lärm durch hohes Radverkehrsaufkommen" als Argumente anzuführen, sind freundlich ausgedrückt, in diesem Kontext unfreiwillig komisch.

Das von Herr Dr. Haas angeführte "Verschlechterungsverbot" taugt ebenfalls nicht als Argument, da bei Abwägung positiver Auswirkungen gegen negative Auswirkungen bei dieser Maßnahme eine positive Bilanz herauskommen wird.

Aber richtig und sicher im Sinne aller Bürger ist es, darauf zu achten, dass nur bauliche Maßnahmen umzusetzen werden, die Verbesserungen darstellen.

Kurz gesagt, glaube ich nicht, dass bis zum Viadukt überhaupt Maßnahmen zwingend erforderlich wären. Ab dem Viadukt ist der Belag für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator nicht wirklich geeignet. Da würde es durchaus Sinn machen, nach einer BESSEREN Lösung zu suchen.

Da die BI als Diskussionspartner für sinnvolle Maßnahmen ungeeignet scheint, werden wirkliche Naturschutzorganisationen kompetent und konstruktiv an der Suche nach der besten Lösung und an deren Umsetzung mitwirken. 

Man kann es nicht jedem Recht machen und man sollte irgendwann einsehen, dass es Menschen gibt, die gegen etwas sind, weil sie das eben wollen.

Karin Hofmann

NMA schrieb am 16.10.2020 um 13:28

1. Aber richtig und sicher im Sinne aller Bürger ist es, darauf zu achten, dass nur bauliche Maßnahmen umzusetzen werden, die Verbesserungen darstellen.

2. Da die BI als Diskussionspartner für sinnvolle Maßnahmen ungeeignet scheint...

1. Bauliche Maßnahmen wird es also geben, die nur Verbesserungen für die Fahrradlobby sind.

2. Der Wille der Bürger, Bürgerinitiativen, können also (im Gegensatz zu Marketing-Strategen und "Heimatverkäufer" mit ihren sinnvollen Maßnahmen) keine für sie sinnvolle Maßnahmen sehen und dürfen nicht mitdiskutieren?

Demokratie ADE, Diktatur KOMM.

"Raushalten" fällt schwer, ich konnte es nicht lassen...

NMA

Karin Hofmann schrieb am 16.10.2020 um 13:48

1. Bauliche Maßnahmen wird es also geben, die nur Verbesserungen für die Fahrradlobby sind.

2. Der Wille der Bürger, Bürgerinitiativen, können also (im Gegensatz zu Marketing-Strategen und "Heimatverkäufer") keine für sie sinnvolle Maßnahmen sehen und dürfen sie auch nicht umsetzen?

Demokratie ADE, Diktatur KOMM.

Ich schätze Ihre schrägen Humor sehr....

Zu 1.Den Begriff Fahrradlobby haben (wieder einmal) Sie ins Spiel gebracht. Ich rede von Verbesserungen für alle Benutzer der Trasse.

Zu 2. Der Wille der Bürger wird von den gewählten Vertretern der Bürger vertreten. Dies ist passiert und natürlich vorbildlich demokratisch. Eine BI vertritt nur Ihre Mitglieder und deren Anliegen. In diesem speziellen Fall, eben sicher nicht die Interessen der Allgemeinheit.

Man muss kein "Marketing-Stratege" und "Heimatverkäufer" sein, um die Meinungen der BI, die zufällig weitgehend mit Ihrer Meinung übereinstimmt, zu hinterfragen und man darf auch anderer Meinung sein.

Wieso immer dann, wenn es argumentativ dünn wird, persönliche Angriffe erfolgen und einem Begriffe wie "Heimatverkäufer" entgegengesschleudert werden, wäre eine interessante Frage.

Es hat aber nichts mit Demokratie zu tun, Menschen die eine andere Meinung haben so zu bezeichnen, oder ihnen Aussagen zu unterstellen, die sie so nicht gemacht haben. 

Karin Hofmann

NMA schrieb am 16.10.2020 um 14:07

Den Begriff Fahrradlobby haben (wieder einmal) Sie ins Spiel gebracht. 

Wieso immer dann, wenn es argumentativ dünn wird, persönliche Angriffe erfolgen und einem Begriffe wie "Heimatverkäufer" entgegengesschleudert werden, wäre eine interessante Frage.

"Fahrradlobby" und "Heimatverkäufer" sind (bisher), gesetzlich, keine anstössigen, unrechtlichen, zu verurteilenden Begriffe. "Heimat" ist (bisher) noch kein verbotenes Wort. "Heimat" inform eines seit Jahrzehnten bestehenden Wanderweges ist wichtig. Jemand der diesen Wanderweg verkauft ist ein "Heimatverkäufer". Deutsch, Sprachregelung...

Häberle & Pfleiderer

Sehr geehrter Herr Dr. Haas, 

es sind mit Sicherheit nicht alle Bürger und Radler, welche die Schättere Trasse zu einem Radler Eldorado sich wünschen* mit Sicherheit gibt es sehr viele Radler, welche unsere, einzigartige Natur noch schätzen und nicht jedes Stück, idyllische Natur zu Radfahrer Zwecke entfremden wollen *

Als Team Gründer, der Komoot Radler, welche sich auch beim Stadtradeln ihren Verdienst erworben haben, habe ich Teilnehmer am 24.10.20 / ab 10.45 Uhr auf der Schättere Trasse (P) zu einer Wanderung ca. 1o km eingeladen * sehr gerne würde ich hier die Gelegenheit ergreifen, auch die Diskussions-Teilnehmer zu dieser Wanderung einzuladen, dann können sich alle vor Ort von dieser, noch schönen, einzigartigen Natur überzeugen und beim Wandern, sieht man auch wesentlich mehr, als beim Radeln * gerne äußere ich nochmals den Wunsch, lasst die Schättere Trasse wie sie ist und genießt diesen, einzigartigen, idyllischen Weg weiterhin zu Fuß * es gibt in unserer Region so viele Radwege und Möglichkeiten, auch um aufs Härtsfeld zu kommen, gerne bin ich auch bereit, für diese Radler eine solche Möglichkeit im Rahmen einer gemeinsamen Radl Tour zu zeigen * dabei sind natürlich auch Kinder gerne gesehen...

Sollte unsere Stadt Aalen, wirklich noch Geld übrig haben, bitte dann die bestehenden R-Wege instand setzten, Sträucher u. Hecken, kürzen (Verkehrssicherheit) und endlich sämtliche R-W-Übergänge endlich mal abflachen * Beispiele kann ich zur Genüge benennen .....

Nun lasse ich mich mal überraschen, wer am 24.10. ab 10.45 Uhr meine Einladung annimmt, also auch Radler die noch ihre Füße ohne Pedale bewegen können*

MfG Team Leiter, Dieter, Komoot Radler *

NMA

Eine nette Idee. Die Benutzung der Trasse durch Radfahrer, die ja beschlossen wurde, wird weder der Natur noch den Fußgängern schaden. Sie dürfen da natürlich anderer Meinung sein, ich hätte aber Fragen und würde mich freuen, wenn Sie mir diese beantworten könnten.

Sie sagen es gäbe Alternativen, wie man ganzjährig und sicher aufs Härtsfeld kommt, auch mit Kindern.

1. Welche Alternativen sind das, haben diese auch ein gleichmäßiges Gefälle und führen diese auch fast direkt ins Zentrum von Aalen, will heißen ist der Startpunkt gefahrlos zu erreichen?

2. Wieso ist die Benutzung dieser Alternativen durch Radfahrer, für die Umwelt und für die Fußgänger dort problemlos möglich, während Radfahrer auf der Trasse problematisch sein sollen?

3. Können Sie nachvollziehen, dass Bürgerinnen und Bürger aus Waldhausen oder Ebnat sich wünschen, dass Ihnen die bestmögliche Anbindung an die Kernstadt zur Verfügung gestellt wird und dass dies ein wichtiger Beitrag zum Zusammenwachen unserer Stadt ist?

4. Wenn nach Jahren endloser Diskussionen eine Entscheidung getroffen wurde, meinen Sie nicht, dass diese dann akzeptiert werden sollte, auch wenn man anderer Meinung ist?

Ihre Idee finde ich aber klasse und es kann gut sein, dass ich Ihrer Einladung folgen werde. Leider müsste ich halt mit dem Auto zum Wanderparkplatz kommen, das scheint ja aber kein Problem zu sein.

Karin Hofmann

Häberle & Pfleiderer schrieb am 16.10.2020 um 15:37

Als Team Gründer, der Komoot Radler, welche sich auch beim Stadtradeln ihren Verdienst erworben haben, habe ich Teilnehmer am 24.10.20 / ab 10.00 Uhr auf der Schättere Trasse (P) zu einer Wanderung ca. 1o km eingeladen * sehr gerne würde ich hier die Gelegenheit ergreifen, auch die Diskussions-Teilnehmer zu dieser Wanderung einzuladen, dann können sich alle vor Ort von dieser, noch schönen, einzigartigen Natur überzeugen und beim Wandern, sieht man auch wesentlich mehr, als beim Radeln * gerne äußere ich nochmals den Wunsch, lasst die Schättere Trasse wie sie ist und genießt diesen, einzigartigen, idyllischen Weg weiterhin zu Fuß. Wer am 24.10. ab 10.00 Uhr meine Einladung annimmt, also auch Radler die noch ihre Füße ohne Pedale bewegen können*

MfG Team Leiter, Dieter, Komoot Radler *

Nachdem ja nun alles beschlossen ist ist diese Wanderung für jeden Wanderer und Fußgänger wie ein letzter, trauriger "Beerdigungslauf". Wahrscheinlich soll dies auch so sein. Ein ABSCHIED, Kränze zum Ablegen inclusive...Deshalb kann ich ihn. leider, nicht wahrnehmen.

Ich hoffe für Sie trotzdem, daß viele Teilnehmer da sein werden. An der Entscheidung verändern wird es nichts. Es wird eine LETZTE Fußgängerwanderung auf diesem Weg und hoffentlich ist die Presse dabei, die diese Bilder archiviert.

Karin Hofmann

NMA schrieb am 16.10.2020 um 16:12

... an Häberle & Pfleiderer:

Ihre Idee finde ich aber klasse und es kann gut sein, dass ich Ihrer Einladung folgen werde. Leider müsste ich halt mit dem Auto zum Wanderparkplatz kommen, das scheint ja aber kein Problem zu sein.

Hallo NMA,

warum das denn? Waldhäuser-, Ebnater-Steige für Radler frei, Radwege von Oberkochen und Aalen sind vorhanden und dann...einfach die Kellersteige mit dem E-Bike hochfahren oder sportlich ohne mechanischem Antrieb (schaffen viele). Dann sind Sie da. Fahrrad am Parkplatz abstellen und LOSWANDERN. Wenn nicht möglich, dann mit dem Auto, am WANDER-Parkplatz parken. So haben Sie ja bisher die Strecke und die Gegebenheiten auch schon inspiziert und begutachtet, auf einmal mehr kommt es da nicht an.

NMA

Karin Hofmann schrieb am 16.10.2020 um 16:40

Hallo NMA,

warum das denn? Waldhäuser-, Ebnater-Steige für Radler frei, Radwege von Oberkochen und Aalen sind vorhanden und dann...einfach die Kellersteige mit dem E-Bike hochfahren oder sportlich ohne mechanischem Antrieb (schaffen viele). Dann sind Sie da. Fahrrad am Parkplatz abstellen und LOSWANDERN. Wenn nicht möglich, dann mit dem Auto, am WANDER-Parkplatz parken. So haben Sie ja bisher die Strecke und die Gegebenheiten auch schon inspiziert und begutachtet, auf einmal mehr kommt es da nicht an.

Wenn Sie eine der von Ihnen genannten Strecken mit Ihren Kindern einmal fahren und von Aalen kommend, nicht links auf eine sichere Strecke abbiegen, sondern auf schmalen Gehwegen bis zur Kellersteige fahren, wüssten Sie was ich meine.

Karin Hofmann

NMA schrieb am 16.10.2020 um 18:20

Wenn Sie eine der von Ihnen genannten Strecken mit Ihren Kindern einmal fahren und von Aalen kommend, nicht links auf eine sichere Strecke abbiegen, sondern auf schmalen Gehwegen bis zur Kellersteige fahren, wüssten Sie was ich meine.

Das heisst Sie wollten Ihre Kinder zur letzten Wanderung ohne Radfahrer am 24.10. (10 Kilometer), zu der Sie kommen wollen, mitnehmen? Das heisst: Von Aalen per Rad, mit Kindern, nach Unterkochen und vom Parkplatz nochmal 10 km wandern? Tja, das wird wirklich unmöglich sein. Dann ist es wirklich besser Sie kommen mit dem Auto und parken am Wanderparkplatz. Heisst, daß mit Ihren Kindern per Rad der Schättere-Weg nach Freigabe auch für Radfahrer von Aalen bis Wanderparkplatz Unterkochen plus 10 km wandern auch nicht in Frage gekommen und alles einfacher gewesen wäre.

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