Bluttat erschüttert Frankreich

Nach dem Mord an einem Lehrer solidarisieren sich Tausende mit dem Opfer.
In Frankreich herrscht riesige Anteilnahme nach der mutmaßlich islamistisch motivierten Ermordung eines Lehrers. In mehreren Städten kam es am Nachmittag zu Solidaritätskundgebungen. Kaum 400 Meter von seinem Gymnasium entfernt, wurde am Freitagabend ein 47-jähriger Geschichtslehrer von einem jungen Mann auf offener Straße angegriffen, mit Stichen in den Bauch tödlich verletzt und schließlich enthauptet. Der 18-jährige Angreifer wurde von der Polizei auf der Flucht erschossen. Bei ihm handelt es sich um einen in Moskau geborenen Tschetschenen. Er hatte nach seiner Tat ein Foto des Opfers veröffentlicht und eine Nachricht an Präsident Emmanuel Macron gerichtet, den er als „Anführer der Ungläubigen“ bezeichnete: „Ich habe einen Ihrer Höllenhunde hingerichtet, der es wagte, Mohammed herabzusetzen.“

Mehrere Menschen aus dem Umfeld des mutmaßlichen Täters befanden sich am Sonntag in Polizeigewahrsam, darunter der Vater einer Schülerin, der im Netz gegen den Lehrer mobilisiert hatte, nachdem dieser im Unterricht Mohammed-Karikaturen gezeigt hatte. Der Vater hatte ein Video verbreitet und öffentlich gegen den Lehrer gewettert, wie Staatsanwalt Jean-François Ricard sagte.

Der Vater forderte bei der Direktorin die Entlassung des Pädagogen gefordert. Dabei wurde er von einem Mann begleitet, der Medien zufolge ein bekannter Islamist ist. heu/dpa

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© Südwest Presse 19.10.2020 07:45
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