Landesregierung verhängt Corona-Notstand

Wegen stark steigender Infektionszahlen gelten in Baden-Württemberg von heute an strengere Regeln. Die Sorge vor einem neuen Lockdown wächst.
Corona-Alarmstufe Rot in Baden-Württemberg: Weil die Infektionszahlen weiter stark steigen, ruft der Südwesten die höchste Pandemiestufe aus und verhängt weitere Beschränkungen. Von diesem Montag an gilt eine verschärfte Maskenpflicht in den Schulen und in der Öffentlichkeit, auch die Regeln für private Feiern werden strikter. „Wir müssen jetzt alles tun, um den kritischen Trend schnellstmöglich wieder zu stoppen und das Ruder herumzureißen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und warnte vor einem weiteren Lockdown.

Kretschmann und sein Kabinett hatten die höchste Alarmstufe am Samstag in einer Sondersitzung ausgerufen. Die steigenden Infektionszahlen und das diffuse Ausbruchsgeschehen hätten diesen Schritt notwendig gemacht. Landesweit waren am Sonntag (Stand: 16 Uhr) 46,3 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche registriert worden. Über der Marke von 50 liegt der Wert inzwischen in 14 der 44 Stadt- und Landkreise. Die neuen Maßnahmen gelten unabhängig von dieser sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz. So muss künftig in allen öffentlichen Einrichtungen und Bereichen, also zum Beispiel auch in Fußgängerzonen, eine Maske getragen werden, sofern die Gefahr besteht, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

Private Treffen mit mehr als zehn Personen sind verboten – es sei denn, sie kommen aus maximal zwei Hausständen. Bei Veranstaltungen wird die Zahl der Teilnehmer jetzt auf 100 begrenzt.

Unterdessen ist ein Coronatest bei Innenminister Thomas Strobl (CDU) negativ ausgefallen. Strobl war im Auto zusammen mit einem Personenschützer unterwegs gewesen, der wenig später positiv getestet worden war. Der Minister hatte sich daraufhin in häusliche Quarantäne begeben.

Auch im Bund hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eindringlich an die Bürger appelliert: „Bitte bleiben Sie, wenn immer möglich, zu Hause, an Ihrem Wohnort.“ dpa

Kommentar und Umschau
© Südwest Presse 19.10.2020 07:45
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