Querpass

Fairplay für den Fußballgott

  • über ein besonderes Eigentor in der Oberliga Manuela Harant Foto: Volkmar Könneke
Fairness im Fußball wird meist per Statistik bewertet: Das Team mit den wenigsten gelben und roten Karten darf sich gemeinhin den Fairplay-Titel abholen. Die Bundesliga-Saison ist noch jung, doch der VfB Stuttgart rangiert hier aktuell – anders als in sportlicher Sicht – am Ende der Tabelle. Gibt es in der Neckarstadt etwa kein Fairplay?

Mitnichten. Abseits von Zahlen und Statistiken hat es nämlich ausgerechnet der Ur-Rivale des VfB, die Stuttgarter Kickers, gezeigt, dass empathische Spielweise kein Selbstläufer ist. Im Oberliga-Duell gegen den FC Nöttingen hatten die Stuttgarter den Treffer zum 2:0 erzielt, obwohl ein Nöttinger am Boden lag und ein Mitspieler den Ball offenbar absichtlich ins Aus gespielt hatte. Nach kurzer Absprache mit dem Schiedsrichter ordnete Kickers-Coach Ramon Gehrmann einen Schuss ins eigene Tor an, was Lukas Kling prompt umsetzte.

„Ich bin ja katholisch und da oben gibt es ein Konto, und da kann man abheben und einzahlen“, erklärte Gehrmann anschließend: „Am Mittwoch gegen Ravensburg haben wir in der letzten Minuten einen Pfostenkopfball gegen uns gehabt. Da haben wir was abgehoben vom Konto. Heute war es wahrscheinlich so, dass wir damit wieder eingezahlt haben.“

Ob der Fußballgott gleich das Guthaben sofort auszahlte oder nicht, weiß aber nur er selbst. Jedenfalls gewannen die Kickers am Ende noch deutlich mit 4:1.
© Südwest Presse 19.10.2020 07:45
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