Lesermeinung

Zum Artikel: „Ostalbklinikum – Wie stellt man Patienten zufrieden“.

Der SchwäPo-Artikel „Ostalbklinikum – Wie stellt man Patienten zufrieden“ zitiert die Geschäftsleitung, es sei genügend Personal da und Menschlichkeit stehe im Vordergrund. Da habe ich aber etwas ganz anderes gehört und frage mich, welches Bild die Geschäftsleitung hier malt?

Stimmt es nicht, dass eine Station im Ostalbklinikum wegen Personalmangels geschlossen wurde? Dass die Mitarbeiter auf anderen Stationen in ausgedünnten Teams, zum Teil im Dauerlauf arbeiten und pünktlicher Feierabend eine Seltenheit ist?

Stellt man sich so menschliche Arbeitsbedingungen vor? Patientenversorgung im Dauerlauf? Ganz abgesehen von der Bezahlung, obwohl es hier um Menschen und Menschenleben geht.

Hat man als Klinik- und Pflegedienstleitung nicht die Verpflichtung, sich für die Arbeitsbedingungen seines Personals einzusetzen?

Sehr geehrte Klinik- und Pflegedienstleitung – öffnen Sie die Augen, sehen Sie die Realität, stellen Sie sich hinter Ihr Pflegepersonal und setzen Sie sich dafür ein, die menschlichen Bedingungen zu schaffen, die Sie in dem Artikel darstellen. Dann kommt sicherlich auch neues Personal und wir Patienten können beruhigt sein, weil wir wissen, es sind genügend Pflegekräfte da, um uns menschlich versorgen zu können.

© Schwäbische Post 21.10.2020 20:32
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Kommentare

Karin Hofmann

In my humble opinion schrieb am 22.10.2020 um 13:52

Das ist ja richtig, was Sie schreiben, aber wie sollen wir ( bildhaft gesprochen ) die für die Misere Verantwortlichen vors Schienbein treten, ohne die Mitarbeiter zu treffen, wenn sich diese 'Chefs' hinter ihren Mitarbeitern verschanzen? Haben Sie da einen Vorschlag?

Wir können natürlich auch wieder Beifall klatschen, wenn die Pflegekraft mit ihren zwei Händen zwei Patienten gleichzeitig versorgt ...

Hallo humble opinion,

die URSACHE dieses Problems wollte ich aufzeigen. Fehlende Pflegekräfte! Eine Demonstration FÜR Neueinstellungen von mehr Pflegepersonal ist die alleinige Lösung. Kann nicht gelingen, wird von keiner Gewerkschaft unterstützt, wird nicht publik gemacht, wird unter den Tisch gekehrt. Ich frage mich, warum die Pflegekräfte dies nicht erkennen und lieber für 50 € mehr Gehalt i.Monat kämpfen und demonstrieren, während sie auf der Station dringendst fehlen.

Anstatt für MEHR Pflegekräfte zu ihrer Entlastung zu kämpfen. 

Da sehe ich auch den wahren Hintergrund - die Ursache zwar sehen, dafür aber nicht kämpfen, alles beibehalten, dafür etwas mehr Geld. Das ist keine Lösung, denn die Versorgung der Patienten bleibt so wie sie ist und von mir beschrieben.

In my humble opinion

Hans-Jürgen Pfitzenmaier schrieb am 22.10.2020 um 12:45

... sondern auch die belasteten Pflegekräfte treffen. ...

Das ist ja richtig, was Sie schreiben, aber wie sollen wir ( bildhaft gesprochen ) die für die Misere Verantwortlichen vors Schienbein treten, ohne die Mitarbeiter zu treffen, wenn sich diese 'Chefs' hinter ihren Mitarbeitern verschanzen? Haben Sie da einen Vorschlag?

Wir können natürlich auch wieder Beifall klatschen, wenn die Pflegekraft mit ihren zwei Händen zwei Patienten gleichzeitig versorgt ...

Hans-Jürgen Pfitzenmaier

Karin Hofmann schrieb am 21.10.2020 um 21:49

Hallo Herr Rieger,

der Umstand des Personalmangels im Ostalbklinikum ist seit Jahren bekannt. Alle arbeiten am Limit, jede Pflegekraft arbeitet für ZWEI. Ich selbst war 2016 bei 3-wöchigem Klinikaufenthalt betroffen. Es passierten Fehler. Bett mit falschem Namen beschriftet, Mitpatientin wurde Blut spuckend stundenlang liegenlassen und immer nur der Spuckbeutel ausgewechselt. Auf ihr Klingeln kam lange niemand, bis sie mitten in der Nacht wegen Magendurchbruch endlich operiert wurde. Nach der Darmspiegelung lag ich den ganzen Tag auf der Unterlage mit den Blutflecken, eine Mitpatientin wurde im Bett mit Sauerstoffgerät zur CT gefahren, wartete über 1 Stunde auf dem Flur bis sie blau anlief weil das Sauerstoffgerät leer war. Meine Tabletten die hingestellt wurden waren die einer anderen Patientin mit dem gleichen Nachnamen aber anderem Vornamen. Es war ein Desaster. Ich hatte Angst um mein Leben. Die Unterbesetzung, das Fehlen von Pflegekräften im Ostalbklinikum kann Menschenleben kosten. Es muss sich etwas verändern!

Ich hatte alles fotografiert und mit meinen Bildern wandte ich mich schriftlich an die Klinikleitung, an die höchste Stelle. Zurück kam ein Schreiben mit genau diesem Wortlaut: "Es tut uns leid, daß Sie nicht zufrieden waren, wir werden versuchen es besser zu machen". Satire pur. Ostalbklinik - SO stellt man Patienten zufrieden

Passiert ist seitdem sicher nichts. Personaleinstellungen? Nichts? Seit 2016 hat sich wohl nichts verändert. Das kann Menschenleben kosten und - so ich die Wahl noch habe und nicht mit Notarzt eingeliefert werden muss - niemals wieder in die Ostalbklinik.

Für mich war und ist die OAK immer noch von einer Insolvenz betroffen. Durch die Fusion mit dem Stauferklinikum und der Virngrundklinik-Ellwangen konnte sie noch gerettet werden.

Sie hält sich aufrecht durch die Vermietung von Praxisräumen eines ganzen Gebäudes. Darin befinden sich Privatpraxen: Strahlentherapie Ostalb (klinische Partnerschaft mit dem OAK), HNO-Zentrum Dr. Zech, Dialyse-Praxis-Nierenzentrum (Nephrocare MVZ Aalen GmbH), Radiologiepraxis, Krankengymnastik Physiotherapie Just, Venen- und Gefässerkrankungspraxis. Für alle Besucher dieser privaten Praxen war natürlich ein 2. Parkhaus nötig, ein Kommen und Gehen. Im anderen Gebäude eine ganze Station für geriatrische Reha, im 5 Stock psychosomatische Klinik. Letztendlich bleibt nicht mehr viel Platz für die Stationen schwer erkrankter, operierter Menschen. Das ist die Realität und in keiner anderen Klinik so. Weder in Mutlangen noch in Ellwangen. Ich glaube auch nicht, daß die OAK das Geld hat ihr Personal aufzustocken, im Gegenteil. Sie wird auch nicht das Geld haben ihrem Pflegepersonal mehr zu bezahlen (trotz Arbeitsniederlegungen, die ich gerade jetzt in der momentanen Coranapandemie verurteile). Es wird also alles so bleiben. Wohl dem, der in Ellwangen oder Schwäbisch Gmünd wohnt.

Hallo Frau Hofmann, Ihre absolute Allgemeinbildung befähigt Sie, sämtliche Themen auf diesen Seiten richtig zu stellen. Ihnen fehlt nur etwas Schamgefühl, denn Sie merken nicht, dass Sie mit Ihren grenzenlosen Anschuldigungen nicht nur Verantwortliche, sondern auch die belasteten Pflegekräfte treffen. Die bekommen dann noch zum Schluss vergehalten, dass sie mit Aktionen auf ihre Situation aufmerksam machen. Wenn Sie alles in unserem schönen Land so sehr stört, empfehle ich Ihnen eine Auswanderung. Antarktis z.B., die Pinguine warten schon Jahrzehnte auf selbstlose Hilfe.

Karin Hofmann

Hans-Jürgen Pfitzenmaier schrieb am 22.10.2020 um 12:45

Wenn Sie alles in unserem schönen Land so sehr stört, empfehle ich Ihnen eine Auswanderung. Antarktis z.B., die Pinguine warten schon Jahrzehnte auf selbstlose Hilfe.

Ein Nachtrag:

Anscheinend orientieren SIE sich an der Antarktis. Nun - wir sind in Deutschland. Viele Kliniken wurden geschlossen, da sie sich angeblich nicht mehr "lohnen", übriggeblieben sind die "Grossen". Dazu zählt, dank der 3-er-Fusion auch die stationäre medizinische Vorsorgung im Ostalbkreis, im Ostalbklinikum. Dann    m u s s   das Personal aufgestockt werden, damit die Versorgung der Patienten auch gewährleistet ist. Denn: Durch eine tarifliche Gehaltserhöhung wegen "dem Stress" wird der Stress nicht weniger, die Pflegekräfte sind ohne Neueinstellungen genauso überlastet und am Limit - bekommen nur mehr Geld.

Karin Hofmann

Hans-Jürgen Pfitzenmaier schrieb am 22.10.2020 um 12:45

Hallo Frau Hofmann, Ihre absolute Allgemeinbildung befähigt Sie, sämtliche Themen auf diesen Seiten richtig zu stellen. Ihnen fehlt nur etwas Schamgefühl, denn Sie merken nicht, dass Sie mit Ihren grenzenlosen Anschuldigungen nicht nur Verantwortliche, sondern auch die belasteten Pflegekräfte treffen. Die bekommen dann noch zum Schluss vergehalten, dass sie mit Aktionen auf ihre Situation aufmerksam machen. Wenn Sie alles in unserem schönen Land so sehr stört, empfehle ich Ihnen eine Auswanderung. Antarktis z.B., die Pinguine warten schon Jahrzehnte auf selbstlose Hilfe.

Hallo Herr Pfitzenmaier,

ich habe nur beschrieben was MIR passiert ist und habe es - ja - auf den Personalmangel zurückgeführt. Dies sind reale Anschuldigungen, dies war 2016 für mich Realität. Deshalb meine Meinung: Aufstockung des Pflegepersonals dringend notwendig!

Frage: Warum ist dies bisher nicht passiert?

Beschrieben habe ich natürlich auch an was es hängt, da selbst erlebt. Warum ich deshalb ein Schamgefühl haben sollte erschliesst sich mir nicht. Für mich geht es nicht um eine Gehaltserhöhung der bestehenden Pflegekräfte, die (genauso wie in anderen Berufen) i.M. am Limit arbeiten und zwar deshalb weil es bisher zu wenig Neueinstellungen von Pflegekräften gab. Das war und ist das Problem. Warum dies nicht passiert ist...werden Sie wohl selbst wissen. Und ja - ich stelle mich gegen ausgebildete Pflegekräfte, die 3.200 € brutto verdienen und wegen der Corona-Pandemie und Mehrarbeit tarifmässig nun, unterstützt von der Gewerkschaft, gerade jetzt in der Conora-Pandemie mit mehr stationären Einlieferungen STREIKEN und ein höheres Gehalt fordern. Viele andere arbeiten auch am Limit. Für diese Demonstrationen (bei heute 11.000 Infektionsfällen) ist es die absolut falsche Zeit und gefährdet Menschenleben.

Weshalb sollte ich deshalb auswandern, ich bleibe natürlich hier. 

Karin Hofmann

Hallo Herr Rieger,

der Umstand des Personalmangels im Ostalbklinikum ist seit Jahren bekannt. Alle arbeiten am Limit, jede Pflegekraft arbeitet für ZWEI. Ich selbst war 2016 bei 3-wöchigem Klinikaufenthalt betroffen. Es passierten Fehler. Bett mit falschem Namen beschriftet, Mitpatientin wurde Blut spuckend stundenlang liegenlassen und immer nur der Spuckbeutel ausgewechselt. Auf ihr Klingeln kam lange niemand, bis sie mitten in der Nacht wegen Magendurchbruch endlich operiert wurde. Nach der Darmspiegelung lag ich den ganzen Tag auf der Unterlage mit den Blutflecken, eine Mitpatientin wurde im Bett mit Sauerstoffgerät zur CT gefahren, wartete über 1 Stunde auf dem Flur bis sie blau anlief weil das Sauerstoffgerät leer war. Meine Tabletten die hingestellt wurden waren die einer anderen Patientin mit dem gleichen Nachnamen aber anderem Vornamen. Es war ein Desaster. Ich hatte Angst um mein Leben. Die Unterbesetzung, das Fehlen von Pflegekräften im Ostalbklinikum kann Menschenleben kosten. Es muss sich etwas verändern!

Ich hatte alles fotografiert und mit meinen Bildern wandte ich mich schriftlich an die Klinikleitung, an die höchste Stelle. Zurück kam ein Schreiben mit genau diesem Wortlaut: "Es tut uns leid, daß Sie nicht zufrieden waren, wir werden versuchen es besser zu machen". Satire pur. Ostalbklinik - SO stellt man Patienten zufrieden

Passiert ist seitdem sicher nichts. Personaleinstellungen? Nichts? Seit 2016 hat sich wohl nichts verändert. Das kann Menschenleben kosten und - so ich die Wahl noch habe und nicht mit Notarzt eingeliefert werden muss - niemals wieder in die Ostalbklinik.

Für mich war und ist die OAK immer noch von einer Insolvenz betroffen. Durch die Fusion mit dem Stauferklinikum und der Virngrundklinik-Ellwangen konnte sie noch gerettet werden.

Sie hält sich aufrecht durch die Vermietung von Praxisräumen eines ganzen Gebäudes. Darin befinden sich Privatpraxen: Strahlentherapie Ostalb (klinische Partnerschaft mit dem OAK), HNO-Zentrum Dr. Zech, Dialyse-Praxis-Nierenzentrum (Nephrocare MVZ Aalen GmbH), Radiologiepraxis, Krankengymnastik Physiotherapie Just, Venen- und Gefässerkrankungspraxis. Für alle Besucher dieser privaten Praxen war natürlich ein 2. Parkhaus nötig, ein Kommen und Gehen. Im anderen Gebäude eine ganze Station für geriatrische Reha, im 5 Stock psychosomatische Klinik. Letztendlich bleibt nicht mehr viel Platz für die Stationen schwer erkrankter, operierter Menschen. Das ist die Realität und in keiner anderen Klinik so. Weder in Mutlangen noch in Ellwangen. Ich glaube auch nicht, daß die OAK das Geld hat ihr Personal aufzustocken, im Gegenteil. Sie wird auch nicht das Geld haben ihrem Pflegepersonal mehr zu bezahlen (trotz Arbeitsniederlegungen, die ich gerade jetzt in der momentanen Coranapandemie verurteile). Es wird also alles so bleiben. Wohl dem, der in Ellwangen oder Schwäbisch Gmünd wohnt.

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