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Stromleitungen nicht überlasten

Elektroinstallationen sind häufig nicht für zahlreiche Verbraucher ausgelegt.
  • Stromleitungen in Altbauten können mit modernen Elektrogeräten überlastet sein. Foto: Alexander Schäffer

Es ist ein Ärgernis, das viele Haus- und Wohnungsbewohner kennen: Die Sicherung fliegt raus, wenn zwei Elektrogeräte mit hoher Leistung, beispielsweise die Waschmaschine und ein Staubsauger, gleichzeitig laufen. Besonders häufig passiert das in Altbauten, wenn sich zwei Geräte einen Stromanschluss teilen. Hier sind die Elektroanlagen nämlich häufig veraltet und mit den heutigen Elektrogeräten überfordert.

Und das kann unter Umständen sogar gefährlich werden: Es droht ein Kabel- oder Schmorbrand.

In der Regel springt die Sicherung raus, wenn die Leitungen überlastet sind. Sind Leitungenjedoch dauerhaft nur leicht überlastet, also beispielsweise wenn immer wieder Herd und Spülmaschine in der Küche gleichzeitig angeschaltet sind, dann spricht die Sicherung oft nicht an und die Leitungen altern schneller, erklärt Klaus Jung, Geschäftsführer des Fachverbands Elektroinstallationssysteme im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI). Altert die Leitung schneller, wird ihre Isolierung porös – die Kabelbrandgefahr steigt.

Jungs Tipp: „Bei allen Geräten größer oder gleich zwei Kilowatt Anschlussleistung muss die Elektroleitung fest mit dem Gerät verbunden sein, also nicht über eine Steckverbindung.“ Diese Geräte müssen außerdem über einen separaten Stromkreis betrieben werden.

Die Elektroanlagen in Gebäuden sind für die Zeit ihrer Entstehung konzipiert worden.

Klaus Jung
Zentralverband Elektroinstallateure

Moderne Geräte können alte Anlagen überfordern

Elektroanlagen in Wohngebäuden sind im Schnitt 35 bis 50 Jahre alt. „Damals gab es manche dieser Geräte noch gar nicht, beziehungsweise nicht in der heutigen Vielzahl“, erklärt Jung. „Das heißt, die Elektroanlagen sind für die Zeit der Entstehung konzipiert worden und heute überfordert, beziehungsweise sie werden über der Belastungsgrenze betrieben.“ Vor allem kann das passieren, wenn Verbraucher mit einer hohen Leistung, wie beispielsweise Fernseher, Wasserkocher, Computer oder Staubsauger, auch noch über eine Mehrfachsteckdose an einer Stromleitung hängen. Dadurch würde in vielen Gebäuden die Brandgefahr ansteigen, meint Jung. Und sagt: „Im übertragenen Sinne ist das Phänomen mit dem erhöhten Blutdruck und die Wirkung auf unsere Adern zu vergleichen, ein schleichender Prozess mit sehr oft dramatischem Ausgang.“ Es ist also empfehlenswert, alte Installationen zu erneuern. dpa

© Schwäbische Post 23.10.2020 16:00
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