Guten Morgen

Von Ohnmacht und Zeitgefühl

Gerhard Königer sinniert über die Zeitumstellung, ein Zeitgeschenk von 1h.

Wieder einmal hat man uns beschenkt, mit einer Stunde Zeit. Wie herrlich, Zeit ist doch das Kostbarste. Und das Geschenk geht so einfach: nur die Zeiger der Uhren zurückdrehen.

Leben wir jetzt eine Stunde länger? Wohl kaum. Haben wir es das nächste Mal weniger eilig, wenn wir dringend aufs Klo müssen und keines frei ist? Auch nicht vermutlich und ich frage mich, warum das mit dem Zeitgeschenk nicht so recht hinhaut. Ganz klar: weil auch ein EU-Kommissar nicht verschenken kann, was ihm nicht gehört.

Was übrigens auf das Wegnehmen nicht zutrifft. Streng genommen hat man uns die Stunde auch nur geliehen. In einer unseligen Nacht irgendwann Ende März wird man sie zurückfordern und die Zeiger sämtlicher Uhren um eine Stunde vorstellen. Das werden wir bitter büßen. Wir werden mehrere Tage lang unausgeschlafen sein, schlecht gelaunt und vielleicht sogar Kopfweh haben. Und wir werden wissen, woran das liegt: an der verfluchten Sommerzeit.

© Schwäbische Post 25.10.2020 22:02
622 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy