Lesermeinungen

Kinder sind die Leidtragenden

Zur Pflicht, im Unterricht Mund-Nasen-Schutz (MNS) zu tragen::

Wir wenden uns an Ihre Zeitung als besorgte Eltern, obwohl das Wort „besorgt“ in der letzten Zeit geradezu inflationär gebraucht wird: Jeder Politiker, der in den Medien von sich reden lassen will, ist über dies oder jenes „besorgt“. Wir sind aber mehr als das, wir sind alarmiert, alarmiert über die neue Verordnung, die das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Unterricht vorschreibt. Wir wollen an dieser Stelle nicht über den Sinn oder Unsinn eines MNS diskutieren und auch nicht die Gefährlichkeit oder gar Existenz von Covid-19. Nein, die Frage ist vielmehr, wollen wir als Gesellschaft, dass die Kinder die Leidtragenden unserer eigenen Angst sind? Denn um nichts anderes geht es. Wir wissen doch mittlerweile, dass Kinder bisher kaum zur Verbreitung des Virus beigetragen haben. Sie selbst haben, wenn überhaupt, nur milde Symptome. Es ist für sie (bis auf ein paar wenige Ausnahmen) also ungefährlich. Und doch müssen sie momentan mit solchen Bedingungen zurecht kommen, die an die Grenze der Belastbarkeit eines erwachsenen Menschen stoßen. Nicht umsonst verlangt das Arbeitsrecht, dass der MNS nach zwei Stunden abgenommen wird und eine mindestens halbstündige Pause erfolgt, natürlich bei Erwachsenen, denn Kinderarbeit ist bei uns verboten. Unsere Kinder müssen dagegen ihre Maske den ganzen Tag in der Schule aufhaben, also in etwa zwischen 6 und 10 Stunden.

[...] Ja, für uns Erwachsene kann eine Infektion mit COVID-19 gefährlich werden, aber rechtfertigt das die Geiselnahme einer ganzen Generation? Wir müssen uns bewusst werden, dass wir den Kindern mit unserer ganzen Panik die Chance auf eine unbeschwerte Kindheit nehmen. Kinder sollen neugierig sein, sich frei entwickeln können, mit den anderen Kindern spielen, ohne auf Abstand achten zu müssen. Sie sollen ihre Köpfe im Mathe- oder Physikunterricht zusammenstecken und nicht den Mitschülern wegen einer möglichen Ansteckung mit Misstrauen begegnen.

Die Panik und kopfloses Reagieren der Erwachsenen auf die Situation sind längst bei Kindern angekommen und sorgen für Verunsicherung und Ängste. Wir Eltern fordern nur, dass auf Kinder Rücksicht genommen wird und die Verpflichtung zum Tragen eines MNS in der Schule zurückgenommen wird.

© Schwäbische Post 26.10.2020 20:54
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Kommentare

Karin Hofmann

Ein Nachtrag noch, Herr Biber,

ein Satz von Ihnen lässt mich aufhorchen. Sie empfinden die Massnahmen unserer Conora-Pandemie-Schutz-Verordnungen Deutschlands als Panikmache und kopfloses Reagieren und als GEISELNAHME der Kinder? Dann müssen Sie auswandern  Nur wohin? QUER über den Globus wird Ihnen nicht viel nutzen.

Karin Hofmann

Rudolf Ribarek schrieb am 27.10.2020 um 14:26

"In my humble opinion schrieb am 26.10.2020 um 23:06

Wie wahr, und weil die Kinder die Spiegelbilder ihrer Eltern sind, sollten sich auch die Eltern als Eltern benehmen und keine Panik und Verunsicherung verbreiten, wo es nicht nötig ist.

Wir setzen im Auto die Kinder in Kindersitze, wir benutzen den Sicherheitsgurt ( die größeren Kinder auch ), wir setzen beim Fahrradfahren einen Helm auf - alles nur zur Sicherheit gegenüber einem Risiko, was für einen Einzelnen gering zu sein scheint.

Leider wissen wir noch immer zu wenig, wer wen wann und warum eigentlich mit dem Virus infiziert, eine Impfung ist noch Monate entfernt und dann auch nicht für alle und sofort verfügbar. Und deshalb ist der Rat und die Aufforderung zu 'AHA' im Moment die billigste und einfachste Möglichkeit, die Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus zu hemmen. Und besonders gilt das, wenn wir 'die Köpfe zusammenstecken'. Wenn wir als Eltern ( anstatt Panik und Verunsicherung zu verbreiten ) unseren Kindern ruhig und sachlich die Notwendigkeit erklären und selber mit gutem Beispiel voran gehen, werden auch die Kinder das verstehen und sich entsprechend verhalten, Kinder gewöhnen sich schnell an Vieles, natürlich an Angenehmes ( spät ins Bett ) leichter als an Lästiges ( Aufräumen ), wir sollten die Kinder aber nicht für dumm und unverständig halten. Und die Kinder, die das noch nicht verstehen, sind als Kleinkinder ohnehin von der 'Maskenpflicht' befreit.

Sehr geehrter Herr "In my humble opinion"

In meiner Wilhelm Busch Gesamtausgabe fand ich neulich dieses Gedicht:

"Seine Meinung ist die rechte, wenn er spricht müßt ihr verstummen,

sonst erklärt er euch für schlechte, oder nennt euch gar die Dummen."

Die ständige Verunglimpfung der Meinung Andersdenkender durch ihre Kommentare

ist nur schwer auszuhalten. Der agressive Ton ist wohl der Anonymität geschuldet hinter der sie

sich verstecken.  Anstatt sich mit dem Inhalt des Leserbriefes sachlich auseinanderzusetzen,

unterstellen sie ein Elternversagen in der Erziehung. 

Hallo Herr Ribarek, Hallo Herr Biber,

Was ist über die Ansteckung von Kindern bekannt? Auch Kinder können sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 anstecken und es verbreiten. Bisherigen Daten zufolge ist jedoch der Krankheitsverlauf von COVID-19 selbst bei Babys und Kleinkindern häufig geringer ausgeprägt und verläuft milder als bei Erwachsenen.

Das heisst: Kinder erkranken nicht schwer, sind aber genauso Ansteckungsträger wie Erwachsene. Für mich sollten für sie deshalb die gleichen Schutzmassnahmen wie für Erwachsene gelten. Bei Kindern ab der 1. Klasse kann und sollte man es ihnen erklären. Im Gegensatz zum Kindersitz und dem Tragen eines Helms beim radeln (zum eigenen Schutz der Kinder) ist die Situation anders. Man muss ihnen erklären, daß sie es zum Schutz anderer tun: Der Kindergärtnerin, des Lehrers, der Eltern, der Spielkameraden.

Können Kinder das Virus verbreiten? Informationen dazu:

https://www.kindergesundheit-info.de/coronavirus-sars-cov-2-elterninformationen/covid-19-und-kinder/#:~:text=Was%20ist%20%C3%BCber%20die%20Ansteckung,verl%C3%A4uft%20milder%20als%20bei%20Erwachsenen.

Dies ist neu, dies sollten Eltern lernen den Kindern beizubringen. Denn Vorträge: "Wir schützen die Natur", "wir schützen die Bienen" funktionieren bei Kindern doch gut. So sollte es auch in dieser Krise sein. "Wir schützen andere". Meiner Meinung nach liegt es an den Erwachsenen, den Eltern, die diese Gefahr bewusst nicht sehen WOLLEN, das angebliche "Kindeswohl" in den Mittelpunkt stellen und das Tragen einer kleinen Maske als "Vergewaltigung" ihres Kindes empfinden.

WIR ALLE SIND DIE LEIDTRAGENDEN, nicht nur die Kinder!

Darüber gilt es nachzudenken.

In my humble opinion

Rudolf Ribarek schrieb am 27.10.2020 um 14:26

"In my humble opinion schrieb am 26.10.2020 um 23:06

...

Die ständige Verunglimpfung der Meinung Andersdenkender durch ihre Kommentare ist nur schwer auszuhalten. Der agressive Ton ist wohl der Anonymität geschuldet hinter der sie sich verstecken.  Anstatt sich mit dem Inhalt des Leserbriefes sachlich auseinanderzusetzen, unterstellen sie ein Elternversagen in der Erziehung. 

Ich weiß nicht, welchen meiner Kommentare Sie mit 'aggressiv' und 'Verunglimpfung' verbinden. Ich bin erstaunt, dass Sie eine andere Meinung als die Ihrige offensichtlich bereits als 'Verunglimpfung' empfinden und die Tatsache des Kommentars an sich augenscheinlich bereits als 'aggressiv'. Ich habe in meinem Kommentar zum Leserbrief kein 'Elternversagen in der Erziehung' unterstellt, sondern einfach darauf hingewiesen, dass sich Kinder an ihren Eltern orientieren und was sich als Ängste bei Kindern äußert, im Prinzip durch das Verhalten der Eltern verursacht wird. Es handelt sich also nicht um die Erziehung der Kinder, sondern die Selbsterziehung der Eltern. Angesichts diverser Verschwörungsmythen und 'Demonstrationen' scheint es mir noch viel Bedarf in dieser Hinsicht zu geben.

Rudolf Ribarek

"In my humble opinion schrieb am 26.10.2020 um 23:06

Wie wahr, und weil die Kinder die Spiegelbilder ihrer Eltern sind, sollten sich auch die Eltern als Eltern benehmen und keine Panik und Verunsicherung verbreiten, wo es nicht nötig ist.

Wir setzen im Auto die Kinder in Kindersitze, wir benutzen den Sicherheitsgurt ( die größeren Kinder auch ), wir setzen beim Fahrradfahren einen Helm auf - alles nur zur Sicherheit gegenüber einem Risiko, was für einen Einzelnen gering zu sein scheint.

Leider wissen wir noch immer zu wenig, wer wen wann und warum eigentlich mit dem Virus infiziert, eine Impfung ist noch Monate entfernt und dann auch nicht für alle und sofort verfügbar. Und deshalb ist der Rat und die Aufforderung zu 'AHA' im Moment die billigste und einfachste Möglichkeit, die Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus zu hemmen. Und besonders gilt das, wenn wir 'die Köpfe zusammenstecken'. Wenn wir als Eltern ( anstatt Panik und Verunsicherung zu verbreiten ) unseren Kindern ruhig und sachlich die Notwendigkeit erklären und selber mit gutem Beispiel voran gehen, werden auch die Kinder das verstehen und sich entsprechend verhalten, Kinder gewöhnen sich schnell an Vieles, natürlich an Angenehmes ( spät ins Bett ) leichter als an Lästiges ( Aufräumen ), wir sollten die Kinder aber nicht für dumm und unverständig halten. Und die Kinder, die das noch nicht verstehen, sind als Kleinkinder ohnehin von der 'Maskenpflicht' befreit.

Sehr geehrter Herr "In my humble opinion"

In meiner Wilhelm Busch Gesamtausgabe fand ich neulich dieses Gedicht:

"Seine Meinung ist die rechte, wenn er spricht müßt ihr verstummen,

sonst erklärt er euch für schlechte, oder nennt euch gar die Dummen."

Die ständige Verunglimpfung der Meinung Andersdenkender durch ihre Kommentare

ist nur schwer auszuhalten. Der agressive Ton ist wohl der Anonymität geschuldet hinter der sie

sich verstecken.  Anstatt sich mit dem Inhalt des Leserbriefes sachlich auseinanderzusetzen,

unterstellen sie ein Elternversagen in der Erziehung. 

In my humble opinion

Die Panik und kopfloses Reagieren der Erwachsenen auf die Situation sind längst bei Kindern angekommen und sorgen für Verunsicherung und Ängste.

Wie wahr, und weil die Kinder die Spiegelbilder ihrer Eltern sind, sollten sich auch die Eltern als Eltern benehmen und keine Panik und Verunsicherung verbreiten, wo es nicht nötig ist.

Wir setzen im Auto die Kinder in Kindersitze, wir benutzen den Sicherheitsgurt ( die größeren Kinder auch ), wir setzen beim Fahrradfahren einen Helm auf - alles nur zur Sicherheit gegenüber einem Risiko, was für einen Einzelnen gering zu sein scheint.

Leider wissen wir noch immer zu wenig, wer wen wann und warum eigentlich mit dem Virus infiziert, eine Impfung ist noch Monate entfernt und dann auch nicht für alle und sofort verfügbar. Und deshalb ist der Rat und die Aufforderung zu 'AHA' im Moment die billigste und einfachste Möglichkeit, die Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus zu hemmen. Und besonders gilt das, wenn wir 'die Köpfe zusammenstecken'. Wenn wir als Eltern ( anstatt Panik und Verunsicherung zu verbreiten ) unseren Kindern ruhig und sachlich die Notwendigkeit erklären und selber mit gutem Beispiel voran gehen, werden auch die Kinder das verstehen und sich entsprechend verhalten, Kinder gewöhnen sich schnell an Vieles, natürlich an Angenehmes ( spät ins Bett ) leichter als an Lästiges ( Aufräumen ), wir sollten die Kinder aber nicht für dumm und unverständig halten. Und die Kinder, die das noch nicht verstehen, sind als Kleinkinder ohnehin von der 'Maskenpflicht' befreit.

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