Guten Morgen

Eine „halb volle“ Strafe

Ulrike Wilpert über die Vorzüge, kein „echta Schwoab“ zu sein

Sie gibt’s ja zu. Sie ist zwar im schönen Spionstädtle geboren. Aber „an echta Schwoab“ hat sie nicht im Blut. Und wenn sie nur annähernd versucht, so zu denken und zu tun wie ein schwäbischer Sparfuchs, dann geht’s garantiert in die Binsen.

Da ist sie doch neulich mit ihrem Benzin schluckenden Kärrele und einem bauernschlauen Grinsen im Gesicht an einer Tankstelle vorbeigefahren. Wissend, dass der Liter drei Kilometer weiter drei Cent günstiger zu haben ist. Auf dem Weg dorthin überschlägt sie, was das für ihren fast leeren 35-Liter-Tank bedeutet und hört schon das Klackern von einem Euro und fünf Cent in ihrem Sparschwein. Am 30er-Schild düst sie munter vorbei und wird prompt durch einen grellen Blitz aus ihren Sparträumen geschreckt. Die Sparfreude ist dahin, der Bußgeldbescheid kommt: 15 Euro für die Stadtkasse. Zum Glück ist sie kein „echta Schwoab“. Sonst würde sie jetzt rechnen. Und sich ärgern. Weil sie für das Bußgeld fast halb voll tanken könnte...

© Schwäbische Post 28.10.2020 00:06
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