Sport

„Großer Einschnitt“

  • Fitnessstudios haben ebenso wie Sportvereine unter dem ersten Lockdown gelitten. Foto: Fotolia.de / Kzenon 39524252
Mitgliederschwund, fehlende Einnahmen durch Eintrittsgelder, Sponsorenverluste: Damit mussten viele der über 88 000 Sportvereine in Deutschland in den vergangenen Monaten klarkommen. Einige von ihnen haben sich im Laufe des Sommers erholt, andere sind in ihrer Existenz bedroht. Mit einem zweiten Lockdown könnte sich die Krise in den Vereinen noch einmal verschärfen. Verbände schlagen Alarm.

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, warnt: „Die Rücklagen sind aufgebraucht, die Vereine und Verbände haben keine Luft mehr zum Atmen.“ Auch der DOSB-Sprecher der Spitzenverbände und Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), Ingo Weiss, ist in Sorge. Zwar sei der Gesundheitsschutz essenziell. „Allerdings ist dies wieder ein großer Einschnitt für unseren Sport und die vielen Menschen, die unter anderem auch aus gesundheitlichen Gründen Sport treiben wollen“, schildert Weiss. Die Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV), Birgit Schwarze, betont, die Schließung von Sportanlagen sei ein falsches Signal an jene Menschen, „die gerade jetzt ihre Immunabwehr stärken wollen und sollen“.

Zwar hat der Bund im Juli Sportvereinen finanzielle Hilfe zugesagt und einen Fördertopf von 200 Millionen Euro eingerichtet. Doch das Geld wird kaum abgerufen. Der Grund: Die bürokratischen Hürden sind zu hoch. Bisher wurden nur 36,5 Millionen Euro beantragt.

DBB-Präsident Ingo Weiss hofft auf eine kurze Pause. Der Sport sei für den Zusammenhalt der Gesellschaft wichtig. „Sollte der Kitt zu lange brach liegen, zerbröselt er. So weit sollte es mit dem Sport nicht kommen“, sagt Weiss. dot
© Südwest Presse 29.10.2020 07:45
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