Querpass

Shoppen statt pinkeln

  • über den nachlässigen Sprint-Weltmeister Christian Coleman. Foto: Gerold Knehr
So schnell kann nicht mal der momentan schnellste Mensch der Welt sein. Am 9. Dezember 2019 zahlte Christian Coleman, seines Zeichens 100-Meter-Weltmeister von Doha, laut Quittung um 20.22 Uhr seine Einkäufe bei Walmart in Kensington, seinem Wohnort in Kentucky/USA. Um 20.15 Uhr jedoch, gab er zu Protokoll, sei er zu Hause auf dem Sofa gesessen, um sich am Fernseher ein Footballspiel anzuschauen.

Vor der Tür standen zur selben Zeit zwei Dopingkontrolleure. Die allerdings klingelten vergeblich, obwohl ihnen Coleman verabredungsgemäß zwischen 19.15 und 20.15 Uhr zur Verfügung hätte stehen müssen. Doch die Doping-Jäger zogen unverrichteter Dinge von dannen. Was für den Sprintweltmeister fatale Folgen hatte: Es war der dritte Meldeverstoß binnen eines Jahres. Weshalb ihn der Leichtathletik-Weltverband nun für zwei Jahre sperrte. Das heißt, die Olympischen Spiele 2021 in Tokio finden, so sie denn stattfinden, ohne den Sprint-Weltmeister statt.

Coleman hätte es besser wissen müssen. Vor einem Jahr hatte er schon einmal drei Tests verpasst. Nur wegen eines Formfehlers entging er einer Sperre und konnte bei der WM 2019 in Doha starten, wo er in 9,76 Sekunden prompt den 100-Meter-Titel holte.

Schnell war Coleman auch jetzt. Kurz nach Verkündung seiner Zwei-Jahres-Sperre legte er beim Internationalen Sportgerichtshof Cas Berufung ein.
© Südwest Presse 29.10.2020 07:45
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