Kommentar Dorothee Torebko zur Krise der Luftfahrtindustrie

Zukunft im Blick

  • Dorothee Torebko Foto: privat
Wie umweltschädlich sind Flugzeuge und sollte man überhaupt noch im Inland fliegen? Über diese Fragen diskutierte die Öffentlichkeit vor einem Jahr. Das Phänomen Flugscham kam auf. Das führte dazu, dass Touristen vereinzelt auf andere Verkehrsmittel wie die Bahn umstiegen. Größtenteils wurde aber munter weitergeflogen. Ein Jahr später ist die Flugbranche in einer heftigen Krise. Nicht weil Scham, sondern Angst regiert.

Die Politik ist gefragt. Greift sie nicht ein, werden Flughäfen verschwinden und Gesellschaften pleite gehen. Dabei geht es mitnichten darum, jeden Flughafen zu retten. Es geht auch nicht nur ums Geld. Es geht darum, das Vertrauen der Reisenden ins Fliegen wieder herzustellen. Dazu gehören Entscheidungen über Tests an Flugplätzen. Schnelltests sind – auch wenn sie nicht so sicher wie die PCR-Tests sind – eine Lösung.

Die Flugbranche zu retten, sollte aber nicht bedeuten, den Status Quo beizubehalten. Die Pandemie könnte als Chance für einen Wandel genutzt werden. An einigen Stellen wird dieser eingeläutet: Fluglinien tauschen alte Flieger aus, während Hersteller an umweltfreundlichen Modellen arbeiten. Einige davon – Wasserstoffflieger oder Jets mit E-Antrieb – werden erst in den 2030er-Jahren marktreif sein. Damit diese zum Einsatz kommen können, braucht die Branche jetzt Hilfe.
© Südwest Presse 29.10.2020 07:45
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