Leserbeitrag von Harald Seiz, Schwäbisch Gmünd

Corona: Zum Artikel "Appell der Bürgermeister"

OB Arnold: "Der Kampf gegen Corona könne nur erfolgreich sein, „wenn wir auch die Bürgerinnen und Bürger vom Sinn der Maßnahmen überzeugen können“.

Und genau das tut Arnold nicht. Seine hohlen Sprüche sind kontraproduktiv und bewirken das genaue Gegenteil von dem, was Arnold vorgibt. Sein Geschwätz unterhöhlt das Vertrauen in die Maßnahmen.

Es ist gut, dass die Landes- und Bundespolitiker auf die Virologen hören und nicht auf solche Bürgermeister.

Dass der Kinobetreiber ohne Belege für seine Behauptung verkündet, in seinem Kino habe sich noch keiner angesteckt, ist aus seiner Sicht verständlich. Der Gastronom behauptet für sein Gasthaus natürlich das Gleiche. Tatsache ist aber, dass keiner sagen kann, in welchem Ausmaß die verschiedenen betroffenen Geschäfte zur Verbreitung des Virus beitragen. Ganz egal, ob unser OB nun "sein Ohr bei den Bürgern hat", oder nicht. Die beschlossenen Maßnahmen waren angesichts der exposiv steigenden Infektionen richtig und nötig, um ein Überlaufen der Intensivstationen zu verhindern. Anstatt sich mit unausgegorenen Appellen ins Rampenlicht zu drängen, sollte Arnold lieber endlich dafür sorgen, dass größere Menschenansammlungen auf öffentlichen Plätzen aufgelöst werden. 

© Harald Seiz 29.10.2020 20:34
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Kommentare

In my humble opinion

W Dan schrieb am 31.10.2020 um 11:24

Und dabei haben Sie doch hier noch vor ein paar Tagen gefordert der OB möge sich dazu äußern.

Wie man's macht ist es falsch

Nun, wenn man es so macht wie unser OB, ist es sicher falsch.

Vorher hat unser OB zeitenlang geschwiegen - dem galt die Frage nach einer "Äußerung" des OB bezüglich der Pandemie.

Nun hat er "gesprochen" - was er aber dazu gesagt hat, hilft keinen Deut zur Bewältigung der Pandemie.

Ich möchte dazu eine Frage stellen:

Wollen oder können Sie den Unterschied zwischen "Äußerung" und "Geschwätz" nicht verstehen?

Karin Hofmann

Hallo Herr Seiz,

ja, es ist richtig: "Wenn wir auch die Bürgerinnen und Bürger vom Sinn der Maßnahmen überzeugen können"...hätten wir eine Chance. OB Arnold aus GD hält sich, genauso frei wie andere OB's daran, das von der Regierung in seinem Land vorgeschriebene umzusetzen. Personal zur Kontrolle: Fehlanzeige! Personalmangel.  Personal zu Conora-Tests: Fehlanzeige: Personalmangel.

Wir konnten/können INTELLIGENTE Bürger (sh. Conora-Leugner, meistens aus der Oberschicht) nicht überzeugen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Wir konnten/können die Mittelschicht nicht erreichen, denn die ist beschäftigt damit, daß Schule und Kita zur Betreuung der Kinder weiterhin offen sind (dann ist alles i.O.), schmusen weiterhin mit den Kindern, mit Oma, Opa, Tante und Onkel.

Wir konnten/können die Unterschicht (und die ist riesengroß) nicht überzeugen. Dies sind Menschen, die aus verschiedenen Gründen hineingefallen sind. Sie nehmen alles nicht ernst. Ich war heute in "bestimmten Kneipen" der Unterschicht unterwegs. Der angekündigte Lockdown, ihre Kneipenschliessung, der Verlust ihrer "Heimat" hat sie dazu bewegt auf jegliche Schutzmaßnahmen, in Verbindung mit Alkohol zu verzichten. Ein letztes Mal: Umarmen, ade-Sagen.

Während Macron fast von heute auf morgen, nämlich Freitag alles geschlossen hat, hat unsere Regierung den Light-Lockdown auf Montag, 2.11. terminiert. Ab dann - geht nichts mehr. Seit dieser Mitteilung feiern die Menschen in diesen Kneipen doppelt. Auch Halloween, heute abend, wurde von unserer Regierung noch "mitgenommen" zum feiern. WARUM? Vielen ist Schutz im Moment egal, sie wollen einfach noch einmal feiern, mit 20 Personen zuhause, in ihrer Kneipe, ohne Schutz. Dies wird die Infektionszahlen durch dieses Wochenende in Deutschland in die Höhe schnellen lassen. 

Während WIR und die Regierung beschäftigt sind, Bürgerinnen und Bürger zu ÜBERZEUGEN ist es vielen doch egal, sie wollen noch einmal richtig feiern, dieses Wochenende.

Es ist mir unbegreiflich und es ist ein Fehler, daß der Lockdown nicht schon am Freitag, wie in Frankreich, stattgefunden hat, die Infektionszahlen in 14 Tagen werden es uns beweisen und den Lockdown deshalb verlängern.

Ich bin Aalenerin, OB Arnold macht es so wie alle anderen OB`s. Light, um die "Wirtschaft" zu retten. Andere, gute, Wirtschaften/Restaurants müssen ab Montag schliessen, obwohl sie alle Sicherheitsmassnahmen, Abstand, Maskenschutz berücksichtigt haben. Offen bleiben Imbisse, auch mit Wägen, mit Hendl, Bratwurst und fast food (als Treffpunkt), alles "to go", mit Treffen und Gesprächen vor dem Imbiss. Die Imbisshütte am Aalener Bahnhof ist ein gutes Beispiel dafür. Sie darf weiter verkaufen. Während Restaurant-Gaststättenbesitzer, DIE ALLE SICHERHEITSMASSNAHMEN UMGESETZT HABEN UND UMSETZEN "vor die Hunde gehen". Das macht mich wütend.

Ein Regierungsdesaster, falsche Beschlüsse und ein falscher Lockdown "light". Vom Bürostuhl, Regierungsstuhl (in Sicherheit) kann man entscheiden. Frage für mich: Ist die Kantine im Bundestag eigentlich offen, damit die Bundestagsabgeordneten einen Snack zu sich nehmen können oder wie ernähren sie sich während der Bundestagsdebatten? Catering-Anti-Conora-Service? To Go?

W Dan

Es ist gut, dass die Landes- und Bundespolitiker auf die Virologen hören und nicht auf solche Bürgermeister.

Und dabei haben Sie doch hier noch vor ein paar Tagen gefordert der OB möge sich dazu äußern.

Wie man's macht ist es falsch

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