Magna-Aus in Bopfingen: Winfried Mack setzt sich für die Stadt ein

Wirtschaft Der Landtagsabgeordnete hat die Wirtschaftsministerien darum gebeten, mit der Stadt Bopfingen umgehend Kontakt aufzunehmen. Ein starker Anstieg der Arbeitslosigkeit müsse verhindert werden
  • Archivfoto: ham

Bopfingen. Landtagsabgeordneter Winfried Mack macht sich große Sorgen um die Zukunft der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Bopfingen im Zusammenhang mit der geplanten Schließung des Magna-Werks. Das teilt Mack in einem Schreiben mit. Vor einigen Jahren seien bei Magna in Bopfingen noch 450 Menschen beschäftigt gewesen. Nach einem massiven Personalabbau seien es aktuell noch 230 Mitarbeiter, die jetzt auch noch ihren Arbeitsplatz verlieren sollen. „Das ist für diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für die Stadt Bopfingen mit ihren gut 12.000 Einwohnern ein herber Schlag“, sagt Mack.

Daher hat der Landtagsabgeordnete Wirtschaftsministerien Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut MdL in einem Schreiben darum gebeten, mit der Stadt Bopfingen umgehend Kontakt aufzunehmen. „Wir müssen jetzt gemeinsam alles tun, um einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Raumschaft Bopfingen zu verhindern. In Betracht kommt zum Beispiel die Unterstützung der Stadt Bopfingen bei der Ansiedlung neuer Betriebe, sowie die Unterstützung von Firmen, die erweitern wollen.“ Die Möglichkeiten der Stadtsanierung und der Aktivierung von Gewerbebrachen in Bopfingen sollten voll ausgeschöpft werden, fordert Winfried Mack weiter.

Die Stadt Bopfingen sei in den vergangenen Jahrzehnten von mehreren Strukturkrisen geplagt worden. Diese habe sie immer wieder erfolgreich bewältigt. Jetzt komme die nächste Strukturkrise in Form der Automobilkrise hinzu. Darum müsse das Land sein volles Augenmerk auf Bopfingen richten.

© Schwäbische Post 09.11.2020 12:36
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Kommentare

jlenz

Philipp Scherer schrieb am 09.11.2020 um 20:40

Die Frage bleibt doch, weshalb die hiesige Kfz-Industrie das Thema Elektromobilität und alternative Antriebe überhaupt so lange verschlafen hat! Jetzt schiebt man plötzlich Panik, weil die Verbrennungsmotoren in absehbarer Zeit ein Auslaufmodell sind. Wer sich auf eine geänderte Marktsituation nicht rechtzeitig einstellt, der stirbt eben – war im Bereich der Unterhaltungselektronik bei Grundig und Telefunken genauso ... Da die Schuld auf die Politik zu schieben, ist zu kurz gedacht. 

Die Politik schafft immer die Rahmenbedingungen und Anreize. Wenn ich einseitig nur eine einzige Antriebsart propagiere und entsprechende Förderungen zahle, dann ist es klar, dass die Unternehmen das produzieren, was unterstützt wird. Also hat die Politik eine sehr große Lenkungsfunktion.

Philipp Scherer

Die Frage bleibt doch, weshalb die hiesige Kfz-Industrie das Thema Elektromobilität und alternative Antriebe überhaupt so lange verschlafen hat! Jetzt schiebt man plötzlich Panik, weil die Verbrennungsmotoren in absehbarer Zeit ein Auslaufmodell sind. Wer sich auf eine geänderte Marktsituation nicht rechtzeitig einstellt, der stirbt eben – war im Bereich der Unterhaltungselektronik bei Grundig und Telefunken genauso ... Da die Schuld auf die Politik zu schieben, ist zu kurz gedacht. 

Weber

jlenz schrieb am 09.11.2020 um 16:12

Die Politik setzt völlig einseitig nur auf Elektro-Mobilität und ist dann in Sorge um die Arbeitsplätze...?!? Liebe Politiker, bei so viel fehlendem Weitblick über die Konsequenzen kann man nur den Kopf schütteln... Wenn ich nicht parallel auch in andere Richtungen forsche und Alternativen wie Brennstoffzellen und SynFuels fördere, dann macht ein Zulieferer nach dem anderen zu. So werden wir zigtausende Arbeitsplätze in Deutschland vernichten. Und die Verbrenner, die bei uns aussortiert werden, fahren in anderen Ländern weiter... So retten wir weder das Klima, noch die Arbeitsplätze. :-(

Ihrem Kommentar kann ich im Prinzip zustimmen. Allerdings hat das mit der Werkschließung in Bopfingen nicht vel zu tun. In Bopfingen werden keine oder nur wenige Teile produziert die von der Antriebsart des Fahrzeugs abhängig sind.

jlenz

Die Politik setzt völlig einseitig nur auf Elektro-Mobilität und ist dann in Sorge um die Arbeitsplätze...?!? Liebe Politiker, bei so viel fehlendem Weitblick über die Konsequenzen kann man nur den Kopf schütteln... Wenn ich nicht parallel auch in andere Richtungen forsche und Alternativen wie Brennstoffzellen und SynFuels fördere, dann macht ein Zulieferer nach dem anderen zu. So werden wir zigtausende Arbeitsplätze in Deutschland vernichten. Und die Verbrenner, die bei uns aussortiert werden, fahren in anderen Ländern weiter... So retten wir weder das Klima, noch die Arbeitsplätze. :-(

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