Flucht vor Quarantäne: Weltreisende überbrücken Lockdown in Deutschland

Reiseticker Franziska und Matthias Bartels haben ihr Leben in Aalen aufgegeben, um zu reisen. Was sie bisher erlebt haben und wie Corona die Reise einschränkt

  • Fotos: privat

Das Kapitel Aalen haben Franziska und Matthias Bartels am 7. September abgeschlossen. Das junge Ehepaar hat alles aufgegeben: die Wohnung, Franziskas Praxis als Psychotherapeutin in der Aalener Innenstadt und Matthias' Job bei Zeiss. Sie sind aufgebrochen auf Weltreise. Für unbestimmte Zeit. Am Tag ihrer Abreise hat SchwäPo-Redakteurin Janika Debler das Paar in ihrer Wohnung in Aalen besucht und über ihre Pläne gesprochen. Doch Corona macht es den beiden nicht einfach. Auf ihren Online-Blog "Spontan um die Welt" berichten Franziska und Matthias Bartels regelmäßig von ihrer Reise.

In einer ersten Mail haben sie sich nun gemeldet und berichten von ihren Reiseerlebnissen:

Franziska Bartels: "Der Oktober in Italien war richtig klasse. Wir haben noch viel Herbstsonne abbekommen und konnten bei Temperaturen um die 20° wandern und die Städte erkunden. Highlights waren sicher Venedig und Rom, aber auch die Amalfiküste hat uns super gut gefallen. 

Corona lauerte gefühlt schon, die Einschränkungen hielten sich aber zunächst in Grenzen. An jeder Sehenswürdigkeit wurde unsere Temperatur gemessen und einige Male mussten wir vorher online Tickets für einen bestimmten Zeitslot kaufen. Die Maskenpflicht war da schon einschneidender. Das Bild einer vollen Fußgängerzone mit Maskenträgern war schon besonders…

Wir wurden überall immer sehr herzlich empfangen und von AirBnb-Gastgebern oder Besitzern von Ferienwohnungen nett aufgenommen. Die Italiener haben sonst viel mehr Touristen zu Besuch und wir hatten das Gefühl, dass sie sich über jeden, der gerade ihr Land bereist, freuen. Für uns war natürlich toll, wie leer es war. Wir haben Pompeji fast alleine erkunden können und den Marktplatz sieht man vermutlich selten so leer."

Zwischenstop in Deutschland

"Ende Oktober sind wir dann etwas überstürzt aus der Toskana abgereist um eine Quarantäne vermeiden zu können. Seitdem sind wir auf Zwischenstopp in Deutschland (Niedersachen) und konzentrieren uns auf mein Online Business (franziskabartels.de). Wir haben beschlossen, den November noch in Deutschland zu verbringen und ich versuche gerade, den Teil-Lockdown mit meiner Initiative „Gesund durch die Krise“ zu unterstützen", sagt Franziska.

Hochzeitstag auf Reisen?

"Reisepläne wollen wir frühestens Ende November wieder schmieden, da sich einfach gerade zu viel verändert. Unser Ziel ist es, unseren zweiten Hochzeitstag (15.12.) wieder auf Reisen feiern zu können. Den ersten haben wir letztes Jahr auf Sri Lanka mit einer Kokosnuss am Strand gefeiert und dort beschlossen, dass wir ab jetzt jeden weiteren in einem anderen Land feiern wollen :) 
Drück uns die Daumen, dass das klappt", ergänzt sie.

© Schwäbische Post 11.11.2020 10:06
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