Kommentar

Eigentum verpflichtet

Gerhard Königer hofft auf eine schnelle Einigung im Grundstücksstreit, denn das Gewerbegebiet brauchen alle.

Nein, es ist keine leichte Entscheidung, Grund und Boden zu verkaufen, den man eigentlich nicht hergeben möchte. Sei es, weil man ihn geerbt hat und gerne weiter vererben möchte, weil man persönliche Erinnerungen an das Grundstück hat oder weil man nicht damit einverstanden ist, was dort gebaut werden soll.

Insofern ist die Preisforderung der Neunheimer, die letztlich wohl das ganze Baugebiet verhindern soll, nachvollziehbar.

Wer Grund und Boden besitzt, sollte sich jedoch auch im Klaren darüber sein, dass ein Acker keine einsame Insel ist. Jeder profitiert davon, wenn Infrastruktur geschaffen wird. Schienen, Straßen, Mülldeponien, Kläranlagen und eben auch Gewerbegebiete, weil dort Arbeitsplätze entstehen und Steuergelder eingenommen werden, mit denen man beispielsweise Wellenbäder betreiben kann.

Was, wo, wie gebaut wird, geben in einer Demokratie Gesetze vor und die Beschlüsse der gewählten Vertreter. Das Umlegungsverfahren ist keine reine Willkür, sondern ein rechtsstaatliches Mittel, das umzusetzen, was eine Mehrheit beschlossen hat. Bleibt zu hoffen, dass sich Stadt und Grundbesitzer vorher einigen.

© Schwäbische Post 17.11.2020 17:19
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