Ab heute neue Corona-Regeln - Silvester nur zu fünft

Corona Bund und Länder haben am Mittwoch über weitere Corona-Maßnahmen beraten. Ministerpräsident Winfried Kretschmann stellt die Regeln in Stuttgart vor. 

  • Nach den neuen Beschlüssen von Bund und Ländern im Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag dem Landtag.
  • Symbolbild: Pixabay
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Stuttgart. Am Donnerstagvormittag (26. November) informiert Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Nachgang der Konferenz mit der Bundeskanzlerin und den Regierungschefs der Länder zur den neuen Maßnahmen in der Corona-Pandemie.

„Die Maßnahmen haben gewirkt. Wir konnten den exponentiellen Anstieg bremsen und einen Kollaps des Gesundheitssystems vermeiden“, beginnt Kretschmann seine Rede. Doch die schlechten Nachrichten seien, dass die Infektionszahlen immer noch viel zu hoch seien. Und weiterhin zu viele Erkrankte auf den Intensivstationen liegen. „Die Lage ist nach wie vor dramatisch. Wir haben die notwendige Trendwende noch nicht erreicht. Die Maßnahmen reichen noch nicht aus“, sagt der Ministerpräsident ernst.  

Aus diesem Grund haben Bund und Länder eine Verlängerung und Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Dezember beschlossen.

Das Wichtigste zusammengefasst:

Neue Regeln gelten ab dem 1. Dezember in Baden-Württemberg

Alle bisherigen Regelungen, Verbote, Schließungen und Einschränkungen bleiben bestehen

  • Verlängerung des Teil-Lockdowns: geschlossen bleiben Gastronomie, Kultur und Freizeiteinrichtungen. Der Bund will finanzielle Unterstützung für Schließungen im Dezember weiterführen. Zu den Förderprogrammen werden auch Schausteller und Marktkaufleute aufgenommen

  • Kontaktbeschränkung: Höchstens 5 Personen aus maximal 2 Haushalten dürfen sich treffen.
  • Ausnahmeregelung an Weihnachten: Vom 23. bis 27. Dezember dürfen aus dem engsten Kreis bis zu 10 Personen aus mehreren Haushalten zusammen kommen. Kinder bis 14 Jahren sind davon ausgenommen.
  • Maskenpflicht: Im öffentlichen Raum, wenn mehrere Personen zusammentreffen. Auch vor Geschäften und auf Parkplätzen, dort, wo Personen auf engem Raum sind. Am Arbeitsplatz, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Das gilt auch im Freien. 

  • Silvester: Weil die eventuellen Lockerungen hierzulande nun deutlich kürzer ausfallen (23.-27.12.), muss in Baden-Württemberg auf große Feiern zum Jahreswechsel verzichtet werden. Somit dürfen sich auch an Silvester nur fünf Personen aus zwei Haushalten treffen - wie im ganzen Dezember schon.
  • Einzelhandel:  In Geschäften bis 800 Quadratmeter Ladenfläche 1 Person pro 10 Quadratmeter. Größere Ladenflächen höchstens 1 Person pro 20 Quadratmeter.
  • Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann (auch im Freien)
  • Unternehmen, deren Betrieb eingeschränkt ist, wird die Überbrückungshilfe bis Mitte nächsten Jahres verlängert

  • Weihnachtsferien bundesweit vorgezogen: ab dem 19. Dezember
  • Es wurde sich dafür ausgesprochen, Kitas und Schulen weiter offenzuhalten. Kretschmann betont, dass es eine politische Entscheidung war. Es wird verstärkt an Schulen Schnelltest eingesetzt, um das Infektionsgeschehen besser zu begrenzen und so auch die Quarantänezeit zu verkürzen. An den Regeln zum Tragen einer Maske ändere sich in Baden-Württemberg nichts. Zusätzlich werde man in den kommenden Monaten an Lehrkräfte und vulnerablen Gruppen Millionen von FFP2-Schutzmasken verteilen, versprach der Regierungschef.

  • Feuerwerk-Verbot auf belebten/zentralen Plätzen und Straßen. Verzicht auf privates Feuerwerk empfohlen.
  • Große Gottesdienste soll es nicht geben. Bund und Länder wollen das Gespräch mit den Religionsgemeinschaften suchen, um Vereinbarungen dazu zu treffen.

Ausnahmen:

-Sport alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Haushalts auf öffentlichen oder privaten Sportanlagen, Rehasport, Kurse zur Geburtsvor- und Nachbereitung, Profi- und Spitzensport (Training und Wettkämpfe ohne Zuschauer), Sport auf weitläufigen Anlagen (Golf, Tennis, Reiten), Sportboothäfen, Sportflugplätze

-Gastronomie mit Angeboten zum Mitnehmen, Betriebskantinen, Wochenmärkte

-Hotelübernachtungen für Geschäftsreisende, Fahrgemeinschaften zur Arbeit oder Schule

-Friseursalons und Barbershops, medizinisch notwendige Behandlungen, Sonnenstudios, Hundesalons

-Weiterbildungseinrichtungen mit theoretischen Seminaren, Schwimmbäder für Schulsport und Studienbetrieb, Fahr-, Flug- und Bootsschulen. 

Hotspot-Strategie ab einer 7-Tage-Inzidenz über 200: Betroffene Stadt- und Landkreise erlassen weitere Maßnahmen zur Eindämmung.

Im weiteren Verlauf der Sitzung berichtet Kretschmann, dass das solidarische Verhalten der Menschen Hoffnung mache. Zuversicht hat er auch durch den Durchbruch beim Impfstoff: „Der Impfstoff ist das Licht am Ende des Tunnels und der Schlüssel zur Rückkehr in ein normales Leben. Das Ende der Seuche ist absehbar“, sagt der Ministerpräsident und erhält Beifall. Doch betont er, dass man realistisch bleiben muss, da dies einige Zeit dauern wird und es Monate braucht, bis alle Menschen geimpft werden und sich eine Immunität aufbaut. Er betont, dass es sich dabei um eine freiwillige Impfung handelt.

Zusammen mit den Ministerien und Ministern wird auf Hochtouren daran gearbeitet, eine Impf-Infrastruktur zu schaffen. 

Alle Informationen detailliert zum Nachlesen: https://www.baden-wuerttemberg.de/de/service/aktuelle-infos-zu-corona/aktuelle-corona-verordnung-des-landes-baden-wuerttemberg/

© Schwäbische Post 30.11.2020 15:30
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Kommentare

roland ziegler

Wenn ich die Kommentare lese ist festzustellen, dass die durch Politik und Medien angewendete Spaltung durch Angst, Panik und Hetze funktioniert.

MaWi_1980

No Fri schrieb am 26.11.2020 um 13:47

Dieses Argument verstehe ich für Grundschüler. Aber nach der Grundschule sollten die Kinder ja so erzogen werden können, dass sie keine 24-Stundenbetreuung benötigen und auch mal alleine bleiben können.

So ein Kommentar kann eigentlich nur von jemandem kommen, der entweder selbst keine Kinder hat oder bei dem diese schon längst aus dem Haus sind.

No Fri

Bullinger schrieb am 26.11.2020 um 13:19

Weil bei vielen Familien dann auch ein Verdienst wegfällt wegen Kinderbeaufsichtigung. Home-Office ist meist wenig praktikabel. Viele Familien würden dann genauso bankrott gehen wie viele Kleinunternehmen und Selbständige zur Zeit.

Dieses Argument verstehe ich für Grundschüler. Aber nach der Grundschule sollten die Kinder ja so erzogen werden können, dass sie keine 24-Stundenbetreuung benötigen und auch mal alleine bleiben können.

MaWi_1980

No Fri schrieb am 26.11.2020 um 13:11

Ach, auf die armen Eltern wird Rücksicht genommen, für alle anderen ist es okay, dass sie darunter leiden?

Wenn Sie meiner Argumentation gefolgt wären, so hätten Sie festgestellt, dass das wenig mit den Befindlichkeiten der Eltern zu tun hat.

Bullinger

No Fri schrieb am 26.11.2020 um 12:01

Warum werden nicht endlich mal die Schulen geschlossen oder zumindest stärker reguliert?

Weil bei vielen Familien dann auch ein Verdienst wegfällt wegen Kinderbeaufsichtigung. Home-Office ist meist wenig praktikabel. Viele Familien würden dann genauso bankrott gehen wie viele Kleinunternehmen und Selbständige zur Zeit.

No Fri

MaWi_1980 schrieb am 26.11.2020 um 13:09

Weil dann zigtausende Eltern zuhause auf ihre Kinder aufpassen dürfen, deswegen nicht zur Arbeit können (nicht jeder hat Home Office), was wiederum einen wirtschaftlichen Schaden verursacht durch den der Staat geringere Steuereinnahmen hat. Deswegen!

Ach, auf die armen Eltern wird Rücksicht genommen, für alle anderen ist es okay, dass sie darunter leiden?

MaWi_1980

No Fri schrieb am 26.11.2020 um 12:01

Warum werden nicht endlich mal die Schulen geschlossen oder zumindest stärker reguliert?

Weil dann zigtausende Eltern zuhause auf ihre Kinder aufpassen dürfen, deswegen nicht zur Arbeit können (nicht jeder hat Home Office), was wiederum einen wirtschaftlichen Schaden verursacht durch den der Staat geringere Steuereinnahmen hat. Deswegen!

No Fri

Warum werden nicht endlich mal die Schulen geschlossen oder zumindest stärker reguliert?

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