Leserbeitrag von In my humble opinion

Radler benennen Mängel in der Stadt

Leider ist mir der Zugriff auf den Artikel hinter der Bezahlschranke verwehrt, so kann ich die bisherigen Kommentare nicht lesen und auch keinen direkten Bezug zum Artikel nehmen, deshalb hier:

>Etwa die, die mehrfach eingegangen sei und sich auf das Verhalten von Autofahrern bezieht, die sich in einem Kreisverkehr gegenüber Radfahrern nicht korrekt verhalten. Diesen immer wieder die Vorfahrt nehmen.<

Bezieht sich diese Darstellung womöglich auf die Radfahrer, die sich strampelnd die 'Vorfahrt' auf dem Zebrastreifen erbeuten? Darauf deutet ja der Ausdruck "Vorfahrt nehmen" direkt hin. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Autofahrer einem sein Fahrrad auf dem Zebrastreifen schiebenden "Radfahrer"=Fußgänger die "Vorfahrt" nehmen kann oder wird.

© In my humble opinion 26.11.2020 14:39
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

No Fri

In my humble opinion schrieb am 27.11.2020 um 00:32

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen, ich hoffe, dass möglichst viele diese lesen - und dann auch in der Wirklichkeit anwenden.

Sie haben auf die Standardlösung und die spezielle Aalener Lösung hingewiesen, in Gmünd gibt es noch eine Variante: Einen ausgezeichneten Radweg neben dem ausgezeichneten Zebrastreifen tangential am Kreisverkehr. Wenn ich mich nicht täusche, muss dort der Fahrradfahrer die Vorfahrt der Pkw achten, der Fußgänger ( = Fahrradschieber ) hat den gebührenden Vorrang vor den Pkw.

Doweit ich weiß, ist das ein ganz normaler Fußgängerüberweg. Kein Fahrradstreifen. Dort haben Fußgänger Vorfahrt, Fahrradfahrer müssen absteigen.

So handhabe ich das auch, ich steige vorher ab und schiebe mein Fahrrad. Auch als Autofahrer lasse ich dort nur den Fußgängern die Vorfahrt.

In my humble opinion

CounterSpio schrieb am 26.11.2020 um 21:38

Hallo Forum,
die meisten Verkehrsteilnehmer ohne Spezialwissen kennen die Details der Vorfahrtregeln am Kreisverkehr in Bezug auf Radverkehr vermutlich nicht wirklich. ....

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen, ich hoffe, dass möglichst viele diese lesen - und dann auch in der Wirklichkeit anwenden.

Sie haben auf die Standardlösung und die spezielle Aalener Lösung hingewiesen, in Gmünd gibt es noch eine Variante: Einen ausgezeichneten Radweg neben dem ausgezeichneten Zebrastreifen tangential am Kreisverkehr. Wenn ich mich nicht täusche, muss dort der Fahrradfahrer die Vorfahrt der Pkw achten, der Fußgänger ( = Fahrradschieber ) hat den gebührenden Vorrang vor den Pkw.

Klaus Berger

Hallo Forum,
die meisten Verkehrsteilnehmer ohne Spezialwissen kennen die Details der Vorfahrtregeln am Kreisverkehr in Bezug auf Radverkehr vermutlich nicht wirklich. Tatsächlich ist die Angelegenheit kompliziert und auch in sich nicht schlüssig geregelt. Wie schon Ebnater geschrieben hat, macht es einen Unterschied, ob der Radverkehr im Kreisel auf der Fahrbahn "mitschwimmt" oder einen eigenen Radweg - evtl. gemeinsam mit den Fußgängern benutzen muss.
Wenn Radfahrende in einem Kreisverkehr ohne Radweg unterwegs sind, gelten für sie und die Autos die selben Regeln: wer im Kreisel fährt hat Vorfahrt, wer rein will, muss warten - wer drin ist darf fahren, wer raus will, darf fahren.
Wenn es einen Radweg um den Kreisel herum gibt, gilt diese Regel nicht einfach so und kann sogar auf den Kopf gestellt sein. Ob das der Fall ist, sieht man daran, wo die beiden Verkehrszeichen "Vorfahrt achten" und "Kreisverkehr" stehen. Stehen sie für den einfahrenden Kfz-Verkehr vor dem Radweg, hat der Radweg Vorfahrt vor dem einfahrenden Auto. Dies ist die Standardlösung, die die Regelwerke vorsehen, sofern ein Gehweg dabei ist, mit Zebrastreifen für die Fußgänger. Es gibt aber auch diese Lösung: die Schilder stehen hinter dem Radweg direkt an der Kreiselfahrbahn, dann hat der Radweg gegenüber den Einfahrenden keine Vorfahrt. Dieses Modell ist durchgängig in Aalen ausgeführt.
Was eigentlich einfach ist, aber wenige beachten: Alle Autos, die aus dem Kreisel ausfahren, müssen die auf dem Radweg um den Kreisel herum fahrenden RadlerInnen auf jeden Fall durchlassen. Dem liegt folgende Regel zu Grunde: Der Kreisverkehr ist eine Vorfahrtstraße - es hat immer Vorfahrt, wer im Kreisel fährt. Ein Radweg neben einer Vorfahrtstraße hat ebenfalls Vorfahrt. Abbiegende Autos müssen die Vorfahrt der Radfahrenden neben der Vorfahrtstraße auch dann achten, wenn sie in der selben Richtung fahren: Also beim Rechtabbiegen hat Radweg Vorfahrt. Und das gilt beim Kreisverkehr selbstverständlich auch dann, wenn zusätzlich ein Zebrastreifen aufgemalt ist, auf dem der Radfahrende über einen gemeinsamen Geh- und Radweg fahren muss. Von "Vorfahrt erbeuten" kann dann nicht die Rede sein. Ein Zebrastreifen bedeutet nicht zwangsläufig, dass dort nicht Rad gefahren werden darf. Das ist nur verboten, wenn der Zebrastreifen an einem reinen Gehweg liegt, auf dem Radfahrer nicht zu suchen haben (Ausnahme Kinder bis 10 Jahre). Dann darf man zwar nicht auf dem Zebrastreifen fahren, hat aber Vorrang, wenn man schiebt.
Und weil das alles noch nicht kompliziert genug ist, unterlassen es gefühlte 80 % der Autofahrenden, beim Verlassen des Kreisels zu blinken (nicht nur für Radfahrer schlecht). Und sie wissen nicht, dass der Radweg, den sie dabei queren, Vorfahrt hat. Und wer auf dem Rad unterwegs ist, hat die "A...Karte": Auto blinkt nicht, also kann ich fahren? Oder doch nicht, weil das Auto ohne Ankündigung rausfährt und nicht die Vorfahrt des Radlers achtet. Wohl denen, die gute Reaktionsfähigkeit und gute Bremsen haben.

No Fri

W Dan schrieb am 26.11.2020 um 20:00

Ich meine zu wissen dass der Zebrastreifen für den Fußgänger zum überqueren der Straße da ist und selbiger Vorrang gegenüber dem Auto hat und der Radfahrer auf dem Zebrastreifen nichts zu suchen hat, außer er schiebt sein Fahrad über den Zebrastreifen.

Das ist mir schon bewusst. Ich habe nichts anderes behauptet?

W Dan

No Fri schrieb am 26.11.2020 um 19:19

Ich verstehe alle Seiten, die gernervten Autofahrer, die Radfahrer und auch die Fußgänger. Aber in Gmünd gibt es einfach für keine dieser Gruppen eine hinnehmbare VErkehrssituation.

Ich meine zu wissen dass der Zebrastreifen für den Fußgänger zum überqueren der Straße da ist und selbiger Vorrang gegenüber dem Auto hat und der Radfahrer auf dem Zebrastreifen nichts zu suchen hat, außer er schiebt sein Fahrrad über den Zebrastreifen.

No Fri

In my humble opinion schrieb am 26.11.2020 um 18:44

Der Artikel handelt von Gmünd, Schwäbisch Gmünd, da gibt es meines Wissens keine >größere Kreisverkehre, die Radwege "rundrum" haben<.

Und wie ist es mit den Fahrradwegen neben dem Zebrastreifen an der Einfahrt in den Kreisel? 

Ich habe bisher auch nur einen Radfahrer gesehen, der auf der Fahrbahn in den Kreisverkehr einfuhr und das war ausgerechnet der 'Turbo'-Baldungkreisel, wo die Fahrbahn für Fahrräder nicht erlaubt ist. Ansonsten kenne ich die Situation eben nur, wie von mit angefragt. Dabei haben die Fahrradfahrer natürlich hin und wieder ein deutlich höheres Tempo als Fußgänger, was zum Beispiel am Fehrlesteg-Übergang ein erhöhtes Risiko darstellt.

Die Situation ist auch nicht immer ganz klar, ich habe mal gelernt, dass der Fußgänger aus Sicherheitsgründen bitte Blickkontakt zum Fahrer aufnehmen möge, auch wenn er auf dem Zebrastreifen Vorrang hat. Und was sehen wir heute? Latsch, latsch, latsch, Blick aufs Schmartfone, latsch, latsch, latsch ...

Es gibt die Scherzfrage: "Wofür steht 'TEAM'?" "Toll, Ein Anderer Machts!"

Es gibt hier generell keinen einzigen Kreisverkehr, der für Radfahrer geeignet ist. Ebenso gibt es kaum einen Fahrradweg der nicht entweder Autofahrer oder Fußgänger behindert. Aber im Rathaus sitzt man und überlegt, wie man Gmünd Fahrradfreundlicher machen kann.

Raus kommt dann, dass man an den Adventwochenende noch mehr Autos in die Stadt lockt und auch noch kostenlos parken lässt.

Und die Radfahrer vespert man dann mit ein paar neuen Schildern und Straßenaufdrucken ab.

Ich verstehe alle Seiten, die gernervten Autofahrer, die Radfahrer und auch die Fußgänger. Aber in Gmünd gibt es einfach für keine dieser Gruppen eine hinnehmbare VErkehrssituation.

In my humble opinion

Ebnater schrieb am 26.11.2020 um 17:31...

Der Artikel handelt von Gmünd, Schwäbisch Gmünd, da gibt es meines Wissens keine >größere Kreisverkehre, die Radwege "rundrum" haben<.

Und wie ist es mit den Fahrradwegen neben dem Zebrastreifen an der Einfahrt in den Kreisel? 

Ich habe bisher auch nur einen Radfahrer gesehen, der auf der Fahrbahn in den Kreisverkehr einfuhr und das war ausgerechnet der 'Turbo'-Baldungkreisel, wo die Fahrbahn für Fahrräder nicht erlaubt ist. Ansonsten kenne ich die Situation eben nur, wie von mit angefragt. Dabei haben die Fahrradfahrer natürlich hin und wieder ein deutlich höheres Tempo als Fußgänger, was zum Beispiel am Fehrlesteg-Übergang ein erhöhtes Risiko darstellt.

Die Situation ist auch nicht immer ganz klar, ich habe mal gelernt, dass der Fußgänger aus Sicherheitsgründen bitte Blickkontakt zum Fahrer aufnehmen möge, auch wenn er auf dem Zebrastreifen Vorrang hat. Und was sehen wir heute? Latsch, latsch, latsch, Blick aufs Schmartfone, latsch, latsch, latsch ...

Es gibt die Scherzfrage: "Wofür steht 'TEAM'?" "Toll, Ein Anderer Machts!"

Häberle & Pfleiderer

Ebnater schrieb am 26.11.2020 um 17:31

Es war von KREISVERKEHR die Rede, nicht von ZEBRASTREIFEN. Man stelle sich vor: ein Radfahrer fährt korrekt im Kreisverkehr. Das Tempo ist einem nachfolgenden Autofahren zu langsam, der Autofahrer überholt den Radfahrer, will aber gleich darauf abbiegen und schneidet dabei den Radfahrer. Dabei wird der Radfahrer ausgebremst und ihm die Vorfahrt genommen. Dabei kann es zu Stürzen mit Verletzungen und mehr kommen. Natürlich nur für den Radfahrer... Dem Autofahrer passiert nichts, der sitzt ja in seinem Panzer.

Es gibt auch größere Kreisverkehre, die Radwege "rundrum" haben. Wenn da ein Radfahrer fährt (oder Fussgänger geht), hat er gegenüber dem aus dem Kreisverkehr ausfahrenden Autofahrer (oder Radfahrer) Vorfahrt. Auch das ignorieren manche Autofahrer und nehmen dadurch Radfahrern die Vorfahrt.

erlebt man regelmäßig, da wohl die wenigsten Verkehrsteilnehmer diese Regel kennen, der Klügere gibt dann halt nach ***

hier wären längstens mal durch unsere Ordnungshüter Kontrollen angebracht, habe ich leider noch NIE erlebt * wird sich wohl auch nichts ändern ....?

Ebnater

Es war von KREISVERKEHR die Rede, nicht von ZEBRASTREIFEN. Man stelle sich vor: ein Radfahrer fährt korrekt im Kreisverkehr. Das Tempo ist einem nachfolgenden Autofahren zu langsam, der Autofahrer überholt den Radfahrer, will aber gleich darauf abbiegen und schneidet dabei den Radfahrer. Dabei wird der Radfahrer ausgebremst und ihm die Vorfahrt genommen. Dabei kann es zu Stürzen mit Verletzungen und mehr kommen. Natürlich nur für den Radfahrer... Dem Autofahrer passiert nichts, der sitzt ja in seinem Panzer.

Es gibt auch größere Kreisverkehre, die Radwege "rundrum" haben. Wenn da ein Radfahrer fährt (oder Fussgänger geht), hat er gegenüber dem aus dem Kreisverkehr ausfahrenden Autofahrer (oder Radfahrer) Vorfahrt. Auch das ignorieren manche Autofahrer und nehmen dadurch Radfahrern die Vorfahrt.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy