VfB Stuttgart gegen Bayern München

Die Bayern ärgern

Was für ein Duell für die junge Stuttgarter Mannschaft. Am Samstag geht es gegen den Rekordmeister. Völlig chancenlos ist der VfB nicht.
  • Optimistisch: Stuttgarts Trainer Pellegrino Matarazzo. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Eigentlich sollte der Ausgang des Spiels klar sein, wenn ein Aufsteiger gegen den Meister und Gewinner von Champions League, DFB-Pokal und Supercup ran muss. Sollte der VfB Stuttgart also sein Bundesliga-Duell gegen Bayern München am Samstag (15.30 Uhr/Sky) verlieren, wäre das alles andere als eine Überraschung. Doch, wie heißt es so schön? Noch muss jedes Spiel erst gespielt werden. Das sieht auch VfB-Coach Pellegrino Matarazzo so. Er freut sich auf die Aufgabe, sagt vielsagend: „Wir glauben vielleicht, dass wir auch eine kleine Chance haben.“

Voraussetzung: Seine Akteure müssten an ihre Leistungsgrenzen gehen, einen großen Kampf liefern und auch die eigenen spielerischen Qualitäten einbringen. Dann wäre tatsächlich etwas möglich gegen eine Münchner Mannschaft, die „vom Gefühl her durch die Gruppenphase der Champions League spaziert ist“, wie Trainer Matarazzo sagt.

„Wir wollen es mutig und offensiv angehen. Wir versuchen, so lange es geht, unseren Fußball zu spielen“, betont der VfB-Cheftrainer. Möglichst so wie in der ersten Halbzeit in Hoffenheim (3:3) oder in den ersten 45 Minuten gegen Eintracht Frankfurt (2:2), als die junge Stuttgarter Mannschaft konsequent attackierte und schnell kombinierte.

Ein Handicap: Verzichten muss der Rangachte VfB im Süd-Schlager, der vor leeren Rängen stattfinden muss, auf Angreifer Nicolas Gonzalez. Der Argentinier war zuletzt super drauf, zog sich in Hoffenheim (3:3) aber einen Innenbandanriss im Knie zu. Die Heilung des lädierten Bandes läuft nun überraschend gut. Heißt: In einer Woche in Bremen könnte der 22-Jährige womöglich schon wieder dabei sein.

Dafür kann Stuttgarts Trainer Matarazzo wieder mit Verteidiger Konstantinos Mavropanos planen. Der Neuzugang vom FC Liverpool sei unter der Woche nach überstandener Verletzung voll ins Mannschaftstraining eingestiegen – und deshalb eine Option fürs Bayern-Spiel am Samstag.

Die Bayern, bei denen Nationaltorwart Manuel Neuer in bestechender Form ist, kamen zuletzt gegen Werder Bremen nur zu einem 1:1 – und offenbarten dabei defensive Schwächen. Einen weiteren Ausrutscher in Stuttgart können sich die Münchner nicht erlauben, sonst ist womöglich die Tabellenführung futsch. Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig liegen mit einem respektive zwei Zählern Rückstand in Lauerstellung.

„Wir wollen die Spiele spielen, die Spiele gewinnen und weiter unseren Weg gehen“, sagt Trainer Hansi Flick, der anders als seine Kollegen Jürgen Klopp (FC Liverpool) und Thomas Tuchel (Paris St. Germain) nicht über die große Belastung seiner Schützlinge klagen möchte. Die Bayern müssen bis Weihnachten noch sieben Spiele in Champions League und Bundesliga bestreiten. „Nur die Mannschaft hat Erfolg, die die Umstände annimmt, sich gut anpasst und das Beste aus der Situation macht“, findet Flick.

Die personelle Situation bei den Münchnern entspannt sich. So ist Weltmeister Corentin Tolisso wieder dabei. Der Mittelfeldspieler hat seine muskulären Probleme überstanden. Ob Nationalspieler Niklas Süle nach Trainingsrückstand im Kader steht, lässt der Bayern-Coach hingegen offen. Klar ist dafür, dass Benjamin Pavard als Bayern-Spieler an seine alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Der Ex-VfBler hatte zuletzt einen Schlag auf den Knöchel bekommen, ist nun wieder fit.
© Südwest Presse 28.11.2020 07:45
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