Lesermeinung

Zum Thema Impfzentrum im Ostalbkreis

Die Regierungen von Bund und Ländern setzen sich dafür ein, dass sich die Bevölkerung gegen das Coronavirus impfen lässt. Die bestehende Corona-Impfpolitik ist allerdings nicht durchdacht und ungerecht. Die Corona-Schutzimpfung ist kostenlos. Allerdings macht es sich die Politik sehr einfach, da die Fahrt zum Impfzentrum privat organisiert werden muss. Für junge Menschen oder Einwohner von größeren Städten ist dies weniger problematisch.

Allerdings gehören zu den Hochrisikogruppen auch alte und sehr kranke Menschen, die auf dem Land in eigenen Wohnungen leben und nicht mehr mobil sind. Diese haben das Nachsehen: Die Entfernung zum Impfzentrum ist weit. Der Ostalbkreis – flächenmäßig der drittgrößte Landkreis in Baden-Württemberg – verfügt nur über ein Impfzentrum in Aalen. Personen, die weitab, zum Beispiel in Wört oder Gschwend leben, haben durchaus Probleme, die Fahrt zur Impfung zu organisieren: Angehörige leben oft nicht mehr vor Ort. Kontakte zur Nachbarschaft bestehen häufig nicht. Die Verkehrsanbindung ist nicht selten schlecht – die Fahrt mit dem öffentlichen Nahverkehr ist mitunter sehr kompliziert.

Dazu kommt, dass es viele Menschen gibt, die sich eine Fahrt mit dem Taxi nicht leisten können. Wegen der Schwierigkeiten mit der Terminvergabe können die Fahrtkosten für den Einzelnen auch nicht dadurch gesenkt werden, dass Nachbarn einen gemeinsamen Termin im Impfzentrum vereinbaren. Wenn die Politik diese Zugangsprobleme zur Impfung nicht aufgreift, führt dies zwangsläufig dazu, dass sich viele Impfwillige nicht gegen das Coronavirus impfen lassen und nachfolgend zu Krankheit und Tod! Die Hochrisikogruppen dürfen von der Politik nicht alleine gelassen werden!

© Schwäbische Post 01.01.2021 20:28
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Kommentare

Karin Hofmann

Neuser schrieb am 02.01.2021 um 04:52

Wäre schön, wenn es in Aalen ein Impfzentrum gäbe. Im Augenblick ist noch nicht einmal möglich sich als Impfinteressierter einzutragen. Die Tatsache, dass der Anmeldevorgang über die App oder die Telefonnummer 116117  noch nicht einmal eingerichtet ist, lässt starke Zweifel an der Kompetenz der Verantwortlichen aufkommen. Unabhängig vom Vorhandensein der Imp-Dosen ware das ja mal eine Möglichkeit sich einen Überblick über die notwendigen Mengen zu machen. Man könnte diese Menschrn ja dann informieren wenn Sie an der Reihe sind. Statt dessen bombardieren jetzt Massen von Menschen eine Telefonnummer oder App mit anfragen die kein Mensch bearbeiten wird.

Wie schon beim Beschaffen vernünftiger  FFP2 Masken versagt unser Gesundheitsminister auch hier. Vermutlich erzählt Er uns bald (wie Anfangs bei den Masken) dieser Schutz wäre für den Großteil der Bevölkerung erst einmal nicht notwendig und Leute die drängeln wären unsozial ...

Hallo Frau/Herr Neuser,

ja, es funktioniert alles nicht. Eine Frage ist auch noch offen: Die ERSTE Impfung im OAK ging in St. Elisabeth/Pflegeheim bei einer 96-jährigen medienwirksam (mit Bild) am Silvestermorgen um 10 Uhr vonstatten. So geht es nun los wie vorgeschrieben: Zuerst die Personen in Pflegeheimen und das Pflegepersonal, dann das Personal in Kliniken..., aber: Mit EINER Impfung ist es ja nicht getan! Die ZWEITE muss 21 Tage später stattfinden. Interessante Frage: Wird dann GLEICH, bei der 1. Impfung ein Termin für die 2. Impfung ausgemacht, eingetragen, und der Termin gelistet? Gibt es da auch ein Problem, denn DANN wäre die 1. Impfung fast unwirksam. 

Das Impfzentrum? Existiert es? Als erstes geht es um die Impfungen in Altersheimen, bis SIE an die Reihe kommen wird es dauern, denn es gibt auch noch Probleme mit der Impfstoffbeschaffung! Der Lockdown wird ab 10.01. verlängert, das ist keine Frage. Stellen Sie sich also auf eine Impfung (so Sie diese wollen oder müssen) Mitte diesen Jahres ein.

Und - JA - unser Gesundheitsminister hat versagt: Auf ganzer Linie!

Aber noch schlimmer: Nicht einmal unsere Bundeskanzlerin, seine Vorgesetzte, ist dagegen eingeschritten! Ihre Neujahrsansprache setzte als Wegweiser auf "SOLIDARITÄT" aller Bürger.

Neuser

Wäre schön, wenn es in Aalen ein Impfzentrum gäbe. Im Augenblick ist noch nicht einmal möglich sich als Impfinteressierter einzutragen. Die Tatsache, dass der Anmeldevorgang über die App oder die Telefonnummer 116117  noch nicht einmal eingerichtet ist, lässt starke Zweifel an der Kompetenz der Verantwortlichen aufkommen. Unabhängig vom Vorhandensein der Imp-Dosen ware das ja mal eine Möglichkeit sich einen Überblick über die notwendigen Mengen zu machen. Man könnte diese Menschrn ja dann informieren wenn Sie an der Reihe sind. Statt dessen bombardieren jetzt Massen von Menschen eine Telefonnummer oder App mit anfragen die kein Mensch bearbeiten wird.

Wie schon beim Beschaffen vernünftiger  FFP2 Masken versagt unser Gesundheitsminister auch hier. Vermutlich erzählt Er uns bald (wie Anfangs bei den Masken) dieser Schutz wäre für den Großteil der Bevölkerung erst einmal nicht notwendig und Leute die drängeln wären unsozial ...

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