Impfstoffe im Vergleich

Nach dem Biontech/Pfizer-Vakzin darf in der EU nun auch das Präparat des US-Unternehmens Moderna genutzt werden. Sie wirken sehr ähnlich.
  • Der Moderna-Impfstoff ist in der EU jetzt ebenfalls zugelassen. Foto: Rogelio V. Solis/AP/dpa
  • Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. Für das Produkt von Moderna genügen minus 20 Grad Celsius. Foto: Robert Michael/dpa
Die EU-Kommission hat für den zweiten Corona-Impfstoff grünes Licht gegeben: Nach dem Produkt von Biontech/Pfizer hat nun auch der Impfstoff des US-Herstellers Moderna eine bedingte Zulassung.

Wie sind die Impfstoffe gebaut? Bei beiden Mitteln handelt es sich um sogenannte mRNA-Impfstoffe. In dem Begriff steht das „m“ für messenger und „RNA“ für ribonucleic acid (Deutsch: Ribonukleinsäure). Vorher wurde noch kein Impfstoff dieser Art für den Menschen zugelassen. Mit der mRNA enthalten die Impfstoffe die Bauanleitung für einen Bestandteil des Covid-19-Erregers. Auf dieser Grundlage stellen die Körperzellen das Virusprotein her. Gegen dieses entwickelt der Körper seine Immunantwort. Die mRNA wird dabei nicht in das Erbgut des Menschen eingebaut.

Wie gut wirken die Impfstoffe? Beide haben bisher hohe Grade bei der Wirksamkeit erzielt. Das US-Unternehmen Moderna hatte Ende November mitgeteilt, dass sein Impfstoff eine Wirksamkeit von 94,1 Prozent besitze – gemessen 14 Tage nach der zweiten Dosis. Der Pfizer-Impfstoff zeigte eine fast identische Wirksamkeit von 95 Prozent, hier waren es sieben Tage nach der zweiten Dosis. Die Zahlen beziehen sich auf die bisher durchgeführten Phase-3-Studien. Ob sie auch bei einem massenhaften Einsatz der Impfstoffe zu erreichen sind, wird sich in einigen Monaten zeigen. Unklar ist, wie lange die Impfungen genau schützen und ob der Geimpfte das Virus noch weitergeben kann. Optimistisch sind Experten, dass die Impfungen auch bei der Coronavirus-Variante B.1.1.7 funktionieren, die in Großbritannien entdeckt wurde und als besonders ansteckend gilt.

Wie oft wird geimpft? Auch hier gibt es große Übereinstimmungen. Sowohl der Biontech/Pfizer- als auch der Moderna-Impfstoff erfordern zwei Wirkstoffgaben. Bei Biontech/Pfizer bekommt der Patient im Abstand von etwa drei Wochen jeweils eine Dosis. Beim Produkt von Moderna sind es rund vier Wochen. Der Biontech/Pfizer-Impfstoff muss vor dem Spritzen mit einer Natriumchlorid-Lösung verdünnt werden. Jede Dosis enthält 30 Mikrogramm Impfstoff. Das Produkt von Moderna wird dagegen bereits gebrauchsfertig geliefert und enthält mit 100 Mikrogramm rund dreimal so viel Impfstoff pro Dosis. Gespritzt wird jeweils in den Oberarm-Muskel.

Welche Nebenwirkungen gibt es? An der Phase-3-Studie von Biontech/Pfizer beteiligten sich etwa 44 000 Teilnehmer, bei Moderna waren es rund 30 000. Unabhängig vom Präparat gaben viele Studienteilnehmer Schmerzen an der Injektionsstelle, Müdigkeit sowie Kopf- und Muskelschmerzen an. Manche litten auch an Fieber und Schüttelfrost. Im Allgemeinen waren die Nebenwirkungen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit ab. Im Vergleich zu Grippe-Impfstoffen gab es häufiger Nebenwirkungen.

Wer soll nicht geimpft werden? Der Biontech/Pfizer-Impfstoff ist für Menschen ab 16 Jahren vorgesehen, der von Moderna ab 18, obwohl das Unternehmen kürzlich damit begonnen hat, seinen Impfstoff bei 12- bis 17-Jährigen zu testen. Nicht geimpft werden sollen Menschen mit einer allergischen Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe oder mit schweren allergischen Reaktionen nach einer vorherigen Dosis.

Wie werden die Impfstoffe gelagert? Der Impfstoff von Biontech/Pfizer muss bei minus 70 Grad gelagert werden. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bis zu 15 Tage transportiert werden. Beim Moderna-Impfstoff muss es mit etwa minus 20 Grad Celsius im Vergleich nicht ganz so kalt sein. Unterschiede gibt es auch nach dem Auftauen: Der Pfizer-Impfstoff kann im Kühlschrank gelagert, muss aber innerhalb von fünf Tagen aufgebraucht werden. Der Moderna-Impfstoff ist 30 Tage bei Kühlschranktemperatur stabil.

Wie teuer sind die Impfstoffe? Die Preise für die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna liegen wahrscheinlich um ein Vielfaches höher als die von herkömmlichen Mitteln, wie sie etwa Astrazeneca auf den Markt bringen will. dpa
© Südwest Presse 08.01.2021 07:45
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