Corona-Lage in Deutschland

Deutschland testet wieder mehr

Seit den Feiertagen steigen die Überprüfungen auf eine Infektion spürbar an. Ein hoher Anteil davon ist positiv.
Die Zahl der Corona-Tests nimmt wieder zu – und damit die Möglichkeit, das Infektionsgeschehen realistischer einzuschätzen. Laut dem Verband der Akkreditierten Labore in der Medizin (ALM) lag die Zahl der PCR-Tests in der ersten Januarwoche bei 1,06 Millionen – fast 50 Prozent höher als Ende Dezember, als es 721 000 Tests gab. Dabei beträgt laut ALM-Chef Michael Müller die Kapazität 1,82 Millionen Tests. Und von Oktober bis Mitte Dezember waren die Labors auch sehr gut ausgelastet gewesen. Über die Feiertage jedoch sackte die Zahl stark ab.

Hoch dagegen bleibt der Anteil der Tests, in denen eine Infektion nachgewiesen wurde. Anfang Januar betrug diese Positivrate 13,7 Prozent. Zum Vergleich: Ende März, als noch wenig getestet wurde, waren 8,7 Prozent der Getesteten mit Corona infiziert. Mitte Juli hatten nur 0,6 Prozent der Getesteten Corona. In der letzten Novemberwoche, als die Tests auf Hochtouren liefen, lag die Zahl bei 9,4 Prozent.

Für ALM-Vorstand Evangelos Kotsopoulos ist die Positivrate auch ein Hinweis auf den vermehrten Einsatz von Schnelltests – fallen die positiv aus, müssen sie per PCR überprüft werden. Das Problem: „Wir wissen gar nicht, wie viele Schnelltests verwendet werden.“ Insofern ist unklar, wie hoch die Positivrate innerhalb der Schnelltests ist – und ob dies die PCR-Zahlen verfälscht. Hajo Zenker
© Südwest Presse 13.01.2021 07:45
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