Das Wichtigste zum Impfstart im Kreis

Corona-Pandemie Nur sehr wenig Impfstoff steht für den Ostalbkreis in den ersten Wochen zur Verfügung. Das Kreisimpfzentrum läuft deshalb zunächst mit einem Bruchteil seiner Kapazitäten.

  • Am 22. Januar öffnet das Kreisimpfzentrum in Aalen. Statt 800 Impfungen am Tag sind allerdings zunächst nur knapp 300 Impfungen pro Woche möglich. Fotos/Collage: Oliver Giers/Carmen Apprich

Aalen

Rund 50 Kreisimpfzentren (KIZ) nehmen landesweit am Freitag, 22. Januar, den Betrieb auf, darunter auch das des Ostalbkreises in der Aalener Ulrich-Pfeifle-Halle. Zum Start gibt es nur wenig Impfdosen für die Landkreise. Nach Informationen des Sozialministeriums Baden-Württemberg erhält der Ostalbkreis alle 14 Tage so viele Flaschen Biontech-Impfstoff, dass daraus 1170 Einzelimpfdosen gewonnen werden können. Davon wird entsprechend einer vom Ministerium empfohlenen Quotierung über zwei mobile Impfteams des Kreisimpfzentrums ein großer Teil für die Impfaktion in den Altenpflegeeinrichtungen verwendet. 24 Heime werden vom Zentralen Impfzentrum Stuttgart geimpft, 28 Einrichtungen von den mobilen Impfteams des Ostalbkreises. Weitere Impfdosen werden für Klinik-Beschäftigte in Notaufnahmen sowie Corona-Isolier- und -intensivstationen und für Personal der Rettungsdienste vorgehalten.

Somit können knapp 300 Impfberechtigte je Woche im Kreisimpfzentrum in der Ulrich-Pfeifle-Halle geimpft werden. Die Belieferung der Landkreise mit Impfstoff im zwei-Wochen-Turnus soll für die nächsten sechs Wochen gelten – also bis zur ersten Märzwoche. Das Kreisimpfzentrum ist ausgelegt auf einen Sieben-Tage-Betrieb mit 800 Impfungen pro Tag. Die aktuell verfügbaren Impfmengen entsprechen rechnerisch also lediglich etwas mehr als 40 Impfungen pro Tag im Kreisimpfzentrum.

Appell: Impftermin nur mit Berechtigung vereinbaren

„Wir sind sehr bemüht, die geringen Impfstoffmengen bestmöglich an die Impfberechtigten zu verteilen und zügig zu verimpfen. Besonders wichtig ist uns mit Blick auf die begrenzte Verfügbarkeit und die schwierigen Transport- und Lagerbedingungen, dass keine einzige Impfdosis vergeudet wird“, sagt Landrat Dr. Joachim Bläse.

Wer zum Personenkreis mit höchster Priorität nach der Corona-Impfverordnung des Bundes gehört, kann ab Dienstag, 19. Januar, einen Impftermin im KIZ des Ostalbkreises vereinbaren, teilt das Landratsamt mit. Dies sei telefonisch über die Nummer „116 117“ oder online über die Website im Internet www.impfterminservice.de möglich.

Die Landkreisverwaltung appelliert an alle, nur dann einen Impftermin zu buchen, wenn tatsächlich eine Berechtigung nach der Impfverordnung vorliegt. Vor Ort im Kreisimpfzentrum werde dies überprüft, insbesondere muss ein Ausweis vorgelegt werden. Angesichts der anfangs ohnehin nur begrenzt zur Verfügung stehenden Termine sollten diese nicht ohne Not von nicht Berechtigten blockiert werden, heißt es vom Landratsamt.

Impfungen für Betreutes Wohnen an Pflegeeinrichtungen

Bewohner und Beschäftigte von Altenpflegeeinrichtungen brauchen keinen Termin im Kreisimpfzentrum buchen, denn sie werden von den mobilen Teams der Impfzentren aufgesucht. Ganz aktuell hat das Sozialministerium des Landes auch entschieden, dass impfberechtigte Bewohner aus einem Betreuten Wohnen, das einer Altenpflegeeinrichtung räumlich angegliedert ist und zum selben Gebäudekomplex gehört, mit den Bewohnern der Einrichtung zusammen geimpft werden können. „Ich bin froh, dass sich das Land nun dazu entschieden hat, dann dies führte zu vielen Härtefällen und war in der Sache nicht nachvollziehbar“, begrüßt Dr. Bläse die Neuerung.

Keine schriftliche Einladung des Landratsamts

Alle anderen genannten Impfberechtigten müssen sich selbst um einen Impftermin bemühen und werden von der Landkreisverwaltung nicht schriftlich zum Impfen eingeladen. „Diese falsche Annahme kursiert leider immer noch“, erklärt der Landrat und bittet Angehörige, Nachbarn oder Bekannte darum, vor allem ältere Mitbürger bei Bedarf bei der Reservierung eines Impftermins zu unterstützen.

Dass vor allem die selbstständige Anfahrt ans Kreisimpfzentrum nach Aalen für viele Ältere ein großes Hindernis darstellt, haben die Krankenkassen inzwischen erkannt. So empfiehlt der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen nun, die Kosten für eine vom Hausarzt verordnete Fahrt mit dem Taxi oder sogar einen Krankentransport zu übernehmen. Bei Fragen zur Kostenübernahme empfiehlt die Landkreisverwaltung, sich an die eigene Krankenkasse zu wenden.

Mehr Infektionen seit Weihnachten und Silvester

Der Krisenstab im Landratsamt stelle fest, dass die Weihnachtsfeiertage und Silvester das Infektionsgeschehen deutlich beschleunigt haben. Die meisten Neuinfektionen seien demnach in den vergangenen 14 Tagen bei den 20- bis 30-Jährigen, den 50- bis 60-Jährigen und den Über-80-Jährigen zu verzeichnen. Über 80 Prozent aller Neuinfektionen der vergangenen zwei Wochen betreffen Menschen außerhalb von Einrichtungen, die übrigen Infizierten leben in Altenpflegeeinrichtungen, so das Landratsamt. Grundsätzlich handele es sich trotz Lockdown weitgehend um diffuses Infektionsgeschehen quer durch den gesamten Kreis und alle Bevölkerungsschichten unabhängig von Geschlecht, Ethnie oder Kulturkreis.

Angespannt, aber beherrschbar: die Lage in den Kliniken

Die Situation in den drei Häusern der Kliniken Ostalb bleibe angespannt, aber noch beherrschbar. Die Beschäftigten in den Isolier- und Intensivstationen betreuen derzeit 80 Patienten, darunter auch beatmete Schwerstfälle. „Dies ist für das Klinik-Personal sowohl physisch als auch psychisch enorm belastend“, sagt Landrat Dr. Bläse, der sich persönlich in den Kliniken ein Bild von der Lage gemacht und mit den Beschäftigten gesprochen habe.

Mehr dazu:

Sachlicher Informationsabend rund um die Impfungen im Ostalbkreis

© Schwäbische Post 15.01.2021 15:51
7977 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben

Kommentare

In my humble opinion

Weber schrieb am 16.01.2021 um 10:12

Da ist nichts falsch daran, seinen bedürftigen Nachbarn zu helfen. ...

Da haben Sie mich exakt falsch verstanden, war das etwa Absicht?

Nachbarschaftshilfe ist ohne Frage ein wesentliches Element unserer menschlichen Gesellschaft - sollte es wenigstens sein, das stellt doch hoffentlich niemand in Frage.

Ich übertreibe mal etwas, um den Punkt herauszustellen:

Ich habe hier über das Verhalten von Verwaltung und Behörden gelästert, wo man immer ganz genau weiß, was man vom Bürger fordern kann und was dieser zu liefern hat.

Geht es aber darum, eine Dienstleistung zu erbringen oder gar Verantwortung zu übernehmen - auch da weiß man dann ganz genau, dass es nicht Aufgabe der Behörden oder der Verwaltungen ist, dass doch der Bürger selber dafür zu sorgen hat.

Ist der Ansatz jetzt verständlich?

Weber

In my humble opinion schrieb am 16.01.2021 um 00:07

>Keine schriftliche Einladung des Landratsamts<
>Kopfkratz<
Sonst wissen doch Verwaltungen und Behörden ganz - ganz - genau, wieviel der Bürger dem Staat oder der Verwaltung schuldet, wann genau er Geburtstag hat, wie er mit sämtlichen Vornamen heißt und wo genau er wohnt - und wird nicht rechtzeitig gezahlt, kommt auch prompt die "Erinnerung".
Und in diesem Fall, wenn es darum geht, (informations-)hilfsbedürftigen Bürgern eine Dienstleistung anzubieten - da ist dann auf einmal große Sendepause, da "weiß" man auf einmal nur noch, dass sich der Bürger doch bitte selber und auch seinen Nachbarn - so nötig - helfen soll, da heißt "bürgerfreundlich" plötzlich, dass doch der Bürger freundlich sein muss.

Da ist nichts falsch daran, seinen bedürftigen Nachbarn zu helfen. Wer seinem Nachbar hilft braucht nicht nur auf den Staat zu zeigen und mit Kommentaren seine "ich will" und "sollen doch die anderen" Einstellung zu präsentieren. Fühlt sich jemand angesprochen?

Weber

Rumfrager schrieb am 15.01.2021 um 22:31

Das ist  Schönfärberei. was  Sie hier schreiben..

DIie Frage ist doch eher :

Warum wird die Lizenz für die zugelassenen Impfstoffe nicht freigegeben so dass ( weltweit ) Pharmaunternehmen den Impfstoff im grossen Umfang produzieren können auch wenn der Produktionaufbau seine Zeit braucht. Ich kann mir nicht vorstellen  dass dies technisch für weitere Pharmaunternehmen nicht möglich sein könnte. Angesichts dieser Pandemie kann es nicht sein dass hier kapitalistische Interessen im Vordergrund stehen .Die politisch Verantwortlichen hätten die Möglichkeit nach dem Seuchengesetz dies zu bestimmen.Wenn sie es nicht tun stellt sich die Frage ob  dann nicht mehr das Prinzip gilt Schaden von der Bevölkerung abzuwenden . 

Natürlich ist es möglich, dass auch andere Arzneimittelhersteller den Impfstoff produzieren. Die Firma Renschler in Ravensburg will aber z.B. überhaupt nicht, zurecht. Denn Renschler müsste gleichzeitg auf die Produktion anderer Arzneien verzichten. Zum einene wäre das nicht wirtschaftlich und zum anderen werden auch die anderen Medikamente ja weiter trotzdem auch gebraucht.

Der Israelische Konzern TEVA - zu dem Rathiopharm in Ulm gehört - bemüht sich gerade darum auch Impfstoff in Lizenz herzustellen, aber auch das dauert eben. Wir brauchen etwas mehr Geduld .....

Monika Benninger-Köder

40 Impfungen pro Tag.....sensationell. Man muss kein Mathe-Genie sein, um sich auszurechnen, dass man als Normalsterblicher dann am St.Nimmerleinstag drankommt. Der pressewirksame  Beginn der Impfaktion in Baden-Württ. mit unserem MP war eine Farce, über die man nur bitter lachen kann. Spart euch doch endlich die Aufforderung zur Impfung - ihr könnt doch eh  nicht liefern.

In my humble opinion

>Keine schriftliche Einladung des Landratsamts<
>Kopfkratz<
Sonst wissen doch Verwaltungen und Behörden ganz - ganz - genau, wieviel der Bürger dem Staat oder der Verwaltung schuldet, wann genau er Geburtstag hat, wie er mit sämtlichen Vornamen heißt und wo genau er wohnt - und wird nicht rechtzeitig gezahlt, kommt auch prompt die "Erinnerung".
Und in diesem Fall, wenn es darum geht, (informations-)hilfsbedürftigen Bürgern eine Dienstleistung anzubieten - da ist dann auf einmal große Sendepause, da "weiß" man auf einmal nur noch, dass sich der Bürger doch bitte selber und auch seinen Nachbarn - so nötig - helfen soll, da heißt "bürgerfreundlich" plötzlich, dass doch der Bürger freundlich sein muss.

Rumfrager

Weber schrieb am 15.01.2021 um 20:52

Noch im September / Oktober hat kein Mensch geglaubt, dass wir im Januar / Februar 2021 überhaupt schon impfen können. Wir müssen jetzt geduldig sein weil wir die weltweite Produktion - die momentan leider erst von 2 Hersteller kommt - mit allen Länder der Welt teilen müssen. (Was auch menschlich richtig ist) Die Impfstoffproduktion wird steigen - im März und April. Wir werden im Sommer mehr impfen können, und im nächsten Herbst/Winter werden wir "normal" leben können. Aber wir werden verstehen müssen, dass sich das ganze Corona Thema nicht bis April oder Mai lösen wird.

Das ist  Schönfärberei. was  Sie hier schreiben..

DIie Frage ist doch eher :

Warum wird die Lizenz für die zugelassenen Impfstoffe nicht freigegeben so dass ( weltweit ) Pharmaunternehmen den Impfstoff im grossen Umfang produzieren können auch wenn der Produktionaufbau seine Zeit braucht. Ich kann mir nicht vorstellen  dass dies technisch für weitere Pharmaunternehmen nicht möglich sein könnte. Angesichts dieser Pandemie kann es nicht sein dass hier kapitalistische Interessen im Vordergrund stehen .Die politisch Verantwortlichen hätten die Möglichkeit nach dem Seuchengesetz dies zu bestimmen.Wenn sie es nicht tun stellt sich die Frage ob  dann nicht mehr das Prinzip gilt Schaden von der Bevölkerung abzuwenden . 

Rainauer

Beim Impfen natürlich.

Rainauer

Deutschlandweit steht Baden-Württemberg an letzter Stelle. Danke an die grüne Landesregierung.

Denkt mal darüber nach.

Weber

Noch im September / Oktober hat kein Mensch geglaubt, dass wir im Januar / Februar 2021 überhaupt schon impfen können. Wir müssen jetzt geduldig sein weil wir die weltweite Produktion - die momentan leider erst von 2 Hersteller kommt - mit allen Länder der Welt teilen müssen. (Was auch menschlich richtig ist) Die Impfstoffproduktion wird steigen - im März und April. Wir werden im Sommer mehr impfen können, und im nächsten Herbst/Winter werden wir "normal" leben können. Aber wir werden verstehen müssen, dass sich das ganze Corona Thema nicht bis April oder Mai lösen wird.

Günter Schmid

Das beste Gesundheitssystem der Welt. 
Perfekte  Organisation, super Management. 

skibox

Wann kann mit einer Steigerung der Impfungen von zunächst 40 pro Tag gerechnet werden?  

40 Impfungen pro Tag ? Ein Tropfen auf den heißen Stein, mehr ist das nicht. 

Wann kommt der Moderna Impfstoff in den Ostalbkreis?  

Hemmi

300 Impfungen pro Tag? 40 am Tag? Und das bis Mörz für ALLE Risikopatienten der Stufe 1 für den gesamten Ostalbkreis, die nicht in einem Pflegeheim wohnen? Das ist doch nicht Euer Ernst, oder? Ich bin echt fassungslos... da wird ständig an die Impfbereitschaft appelliert und dann gibt es für die Impfwilligen praktisch keine Möglichkeit. Dazu kommt noch die hochkomplexe Registrierung für den Termin, die die Senioren ohne Hilfe kaum schaffen werden. Für die Onlineregistrierung muss man schon fast studiert haben, um diese zu verstehen. 

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy