Wintersport, Skispringen

Baufehler an der Schanze verhindert Damen-Weltcup

Weil sich der Umbau in Hinterzarten weiter verzögert, übernimmt Titisee-Neustadt die Veranstaltung.
Der Skisprung-Weltcup der Herren in Titisee-Neustadt ist Geschichte. Mit der tief verschneiten Schwarzwald-Landschaft macht er bestens Werbung für die Region. Doch es gibt in den kommenden Wochen weiterhin hochkarätigen Wintersport in der Stadt im Hochschwarzwald zu sehen: Die Hochfirstschanze ist am letzten Januar-Wochenende Austragungsort des Damen-Weltcups. Außerdem duellieren sich vom 29. bis 31. Januar zeitgleich die weltbesten Ski-Crosser auf dem Feldberg. Nicht mehr in der Liste der Weltcup-Standorte des Welt-Skiverbands Fis steht in diesem Winter Hinterzarten, das eigentlich den Damen-Weltcup hätte austragen sollen. Eigentlich.

Dann kam jedoch im Oktober 2020 die Hiobsbotschaft von einem Baufehler beim Umbau der Adlerschanze. Statt durch die Eröffnung der umgebauten Anlage im Dezember und das Weltcup-Skispringen im Januar geriet das Mekka des Sommerskispringens im Hochschwarzwald bundesweit in die Schlagzeilen. „Es ist ja schön, wenn der Name Hinterzarten genannt wird, beste Werbung für unsere Gemeinde. Aber nicht unbedingt im Zusammenhang mit der Baupanne an der Adlerschanze“, ärgert sich Bürgermeister Klaus-Michael Tatsch noch immer.

Warten auf eine Antwort

Nach der Feststellung des Baufehlers ruht der Betrieb seit Ende Oktober. Um gut 60 Zentimeter weicht der Sockel vom notwendigen Maß ab, um das neue Stahlgerüst passgenau an den vorhandenen alten Anlaufturm heranführen zu können. Derzeit verhandeln die beteiligten Statiker, Architekten, Bauplaner und Baufirmen, wer für den Fehler haftet und die Kosten übernimmt. „Bis Weihnachten“, sagt Hinterzartens Bürgermeister Tatsch, sollte es eine erste Antwort geben. Auch diese wurde verschoben – auf Ende dieser Woche.

Baukosten von mehr als drei Millionen Euro waren für die Sanierung der zum Olympiastützpunkt Freiburg-Schwarzwald gehörenden Sprunganlage veranschlagt. Das neue Stahlgerüst mit der Anlaufspur kann nach dem Rückbau wiederverwendet werden, trotzdem rechnet der Bürgermeister „mit einer höheren sechsstelligen Summe“ an Mehrkosten und hofft, „dass wir um ein Beweissicherungsverfahren herumkommen“. Denn dies würde die Fertigstellung des Projektes weiter verzögern.

Derzeit liegt eine etwa 70 Zentimeter hohe Schneedecke über dem Adler-Skistadion, die eine Wiederaufnahme der Bauarbeiten wohl nicht vor Ende März zulassen dürfte. Der Zeitverlust liegt dann bei sechs Monaten. Wann genau die weltbesten Skispringerinnen und Skispringer in Hinterzarten wieder von der Adlerschanze starten können, ist noch offen.

Der Sommer-Grand Prix 2020 wurde wegen des Umbaus der in den Jahren 1924/25 erstellten Sprunganlage planmäßig abgesagt. Doch wie stehen die Chancen auf eine Durchführung der Traditionsveranstaltung in diesem Sommer? „Eher schlecht, wir können der Fis bis zur Kalenderkonferenz Ende April keine verlässliche Auskunft bezüglich der Fertigstellung geben“, macht Klaus-Michael Tatsch wenig Hoffnung auf ein Gastspiel der Weltelite in diesem Jahr. Joachim Hahne
© Südwest Presse 21.01.2021 07:45
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