Rentschler fordert Hilfe für Händler

Einzelhandel Aalens OB schreibt an Ministerpräsident Kretschmann und macht einen Vorschlag.

  • Aalens leere Innenstadt. Archivfoto: opo

Aalen. Nach Abstimmungen mit Citymanagement, Innenstadtverein ACA, dem Bund der Selbstständigen und der Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen hat sich OB Thilo Rentschler in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten gewandt. Darin wird auf die dringende Notwendigkeit nach schneller Überbrückungshilfe für den stationären Handel hingewiesen, nachdem der zum 16. Dezember vollzogene Lockdown bis mindestens 15. Februar 2021 anhalten wird. „Die Sorge um die Zukunft der Attraktivität der Innenstädte als lebenswertes und florierendes Zentren einer Stadtgesellschaft erfordert rasche staatliche Hilfen für den stationären Handel“, sagt OB Thilo Rentschler.

Gemeinsam mit dem Citymanagement, dem Bund der Selbstständigen (BdS) und dem ACA schlägt er vor, möglichst unbürokratische und dennoch verbindliche Regelungen zu treffen, um die Liquidität der Händler zu sichern. Diese Linie vertreten auch ACA-Vorsitzender Josef Funk sowie BdS-Vorsitzender Claus Albrecht. Als konkrete Forderung neben einer Mehrwertsteuererhöhung für den Online-Handel und einer verpflichtend kostenpflichtigen Rücksendung von bestellter Online-Ware fordert OB Rentschler in seinem Brief eine so genannte Teilwertabschreibung für saisonale und verderbliche Ware und daraus berechnete Überbrückungszahlungen des Staates aufgrund des verhängten Lockdowns. „Dazu haben wir zwei einfache Berechnungsmodelle beigefügt. Anhand des Inventurwertes der Saisonware oder nach Umsatzausfallberechnungen ergibt sich daraus eine Überbrückungshilfe ‚Teilwertabschlag’ von 24 Prozent des Warenwerts oder des entgangenen Umsatzes der Saisonware des Händlers“, erläutert OB Rentschler.

Durch dieses relativ einfache Erfassen der entgangenen Umsätze des Handels mit einem einheitlichen Richtwert könnte das Entschädigungsprozedere ähnlich dem in der Gastronomie (Novemberhilfen) rasch vollzogen werden. „Wir brauchen nach der Pandemie weiterhin attraktive, lebendige und liebenswerte Innenstädte. Viele Händler stehen durch den mindestens zweimonatigen erneuten Lockdown jedoch vor dem finanziellen Aus“, sagt OB Rentschler.

© Schwäbische Post 22.01.2021 10:47
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Kommentare

Marion Langner

Die Antwort aus Stuttgart würde ich auch gern veröffentlicht sehen.

Marion Langner

Mit welcher Begründung soll man den online handel höher besteuern, das ist wohl eher nicht machbar.

Die Forderung nach eine kostenpflichtigen Retoure für den Kunden ist zudem überflüssig, da es bereits schon so ist, dass der Kunde die Retoure bei Nichtgefallen zahlen muss. Das wurde vor Jahren schon geändert um die Retouren zu minimieren und die Auswahlbestellungen in mehreren Größen oder Farben zum Beispiel zu reduzieren.

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