Trümpfe für den Rückrundenstart

Das Matarazzo-Team kann beim SC Freiburg wieder auf das Erfolgsduo Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez setzen.
  • VfB-Außenbahnspieler Silas Wamangituka (rechts, im Zweikampf mit Marcel Halstenberg von RB Leipzig) kehrt nach Gelbsperre wieder zurück ins Team. Foto: Eibner-Pressefoto
Die 22 Punkte, die der VfB Stuttgart in dieser Saison bisher gesammelt hat, können ja ziemlich viel bedeuten. Zum Beispiel, dass noch Großes möglich ist in der zweiten Hälfte dieser Spielzeit, die an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) für die Weiß-Roten mit dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg beginnt. Das lehrt etwa die Saison 2008/2009.

Da hatte der VfB zur Halbzeit gerade einmal drei Punkte mehr gesammelt als jetzt – am Ende der Runde stand das Team auf Rang drei. Den Blick nach oben stärken zudem die Spielzeiten 2015/2016 und 2018/2019. Der VfB stieg jeweils ab – und das lag auch an der magereren Ausbeute nach 17 Spielen. 15 beziehungsweise 17 Punkte waren es damals.

Da liegt die Vermutung nahe, dass sich ein sorgenvoller Blick in Richtung Abstiegszone in diesem Jahr schon erledigt hat. „Ich bin nicht unzufrieden mit unserer Konstanz, im Gegenteil“, sagt Trainer Pellegrino Matarazzo denn auch, „wir haben in den vergangenen 17 Spielen schon konstante Leistungen abgerufen mit nur wenigen Aussetzern.“ Doch wären sie beim Aufsteiger wohl schlecht beraten, wenn sie die Gefahr, noch abzurutschen, komplett ignorieren würden.

Vielmehr liegt der Fokus darauf, weiter so zuverlässig zu punkten, dass sich der Abstand nach unten erst gar nicht verkürzt. Und da trifft es sich ganz gut, dass in Freiburg zwei Umstände zusammenkommen. Erstens: Der VfB tritt auswärts an. Zweitens: Silas Wamangituka und Nicolas Gonzalez sind nach ihren Gelb-Sperren wieder mit von der Partie.

Auswärts gehörte der VfB in der Hinrunde zu den besten Teams der Liga. Eine Erklärung mochte Matarazzo für die Diskrepanz zum bescheidenen Erfolg in den Heimspielen zwar nicht finden. Ein Blick in die Daten des Instituts für Spielanalyse zeigt aber durchaus Hinweise.

Zum Beispiel stehen die Stuttgarter auswärts stets ein kleines bisschen tiefer. Somit ist der gelernte Stürmer Silas Wamangituka zwar auch mit Defensivarbeiten betraut, weil die Abwehrformation aber insgesamt kompakter steht, ist der Zusatzaufwand überschaubar. Der Raum für schnelle Vorstöße dagegen ist etwas größer – und wurde gut genutzt vom Kongolesen. 13 Torbeteiligungen stehen auf dem Konto Wamangitukas, zehn davon steuerte er in Auswärtsspielen bei, wiederum 60 Prozent davon gelangen ihm aus Umschaltmomenten.

Der 21-Jährige ist also existenzieller Teil der bisherigen Stuttgarter Erfolgsgeschichte. Zusammen mit Nicolas Gonzalez. Zwar betonte Matarazzo, beide seien durchaus ersetzbar. Das 0:3 im Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld am vergangenen Mittwoch aber bewies ein Stück weit das Gegenteil. Der VfB hatte zwar auch in dieser Partie (und vor allem in der ersten Hälfte) Chancen auf Torerfolge, war insgesamt aber ausrechenbarer und ungefährlicher. Umso wichtiger ist, dass die beiden Spieler nun zurückkehren.

Starker SC Freiburg

Keine Frage: Der SC Freiburg ist gut drauf gewesen in den vergangenen Spielen, bei Meister Bayern München etwa verpasste die Streich-Elf nur knapp einen Punkt. weshalb Pellegrino Matarazzo von seinen Spielern nun wieder „Voll-Power-Fußball“ sehen will. Und das geht mit dem gefährlichen Sturm-Duo, dass zudem viel Intensität auf den Platz bringt, einfach besser. 15 der 32 Stuttgarter Treffer haben allein Wamangituka (9) und Gonzalez (6) erzielt, die bei der klaren 0:3-Niederlage unter der Woche in Bielefeld so schmerzlich vermisst wurden.

„Wir wissen, dass wir gegen jede Mannschaft mithalten können, wenn wir ans Limit gehen“, ergänzt der Cheftrainer des VfB und warnt: „Wenn aber nur ein, zwei Prozent fehlen, sind es die entscheidenden Prozentpunkte zu wenig.“ Womit der Coach wieder bei der bisherigen Punktausbeute ist. Soll sich ja keiner darauf ausruhen. Am Samstag in Freiburg wollen die Stuttgarter weiter an ihrer Erfolgsgeschichte schreiben.
© Südwest Presse 23.01.2021 07:45
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