Querpass

Das Imperium schlägt zurück

  • über verzögerte Elfmeter im Fußball Foto: Volkmar Könneke
Robert Lewandowski war der Trendsetter – und hat etliche Nachahmer gefunden. Mit seinem verzögerten Anlauf beim Elfmeter foppte der Stürmerstar des FC Bayern München schon zahlreiche gegnerische Torhüter. Die Masche ist ebenso simpel wie erfolgsversprechend. Der Torjäger stoppt kurz vor dem Abschluss, schaut, in welche Ecke sein Gegenüber springt – und befördert den Ball in die entgegengesetzte Richtung. Völlig regelkonform übrigens. „Eine Finte während des Anlaufs ist zulässig“, heißt es explizit im Regelwerk. Nicht statthaft ist einzig und allein, nach dem Anlauf einen Schuss vorzutäuschen. Doch das tun Lewandowski und Co nicht.

Am Wochenende verwandelte der Hoffenheimer Andrej Kramaric gleich zwei solcher „Frech-Elfmeter“ gegen den 1. FC Köln. Doch Vorsicht, ihr Kunst-Schützen: Das Torhüter-Imperium schlägt immer öfter zurück. Drei Keeper, der Freiburger Florian Müller, Augsburgs Rafal Gikiewicz und der Bremer Jiri Pavlenka, gingen dem verzögerten Schützen zuletzt nicht mehr auf den Leim, sondern schlugen ihn mit dessen Waffe: Lange stehen bleiben, eine Bewegung nach rechts antäuschen, nach links springen – so hielt Pavlenka den Schuss des Berliners Matheus Cunha.

Wird die Angst des Tormanns beim Elfmeter also demnächst von der Furcht der Schützen vor dem Strafstoß abgelöst? Beim Kölner Anthony Modeste war das am Sonntag bereits der Fall. Erst verursachte er einen Elfer, den Kramaric nutzte. Den Strafstoß für Köln verballerte Modeste.
© Südwest Presse 26.01.2021 07:45
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