Lesermeinung

Zum Interview mit dem AfD Spitzenkandidaten Bernd Gögel:

Wie gut, dass in Ihrer Zeitung verschiedene Meinungen abgebildet werden. Natürlich darf die AfD, genau wie alle anderen Parteien, die Pandemiebekämpfungsstrategie der Regierung kritisieren. Falschaussagen sind jedoch keine Meinungen (...). Herr Gögel behauptete, angesprochen auf die Corona Fallzahlen, der PCR Test sei „unzuverlässig“, und die WHO hätte „am 20. Januar erklärt, dass er kein Covid-19 lokalisieren kann, sondern nur feststellt, dass irgendein Virus aufgenommen wurde“. Das Schreiben der WHO lässt so eine Interpretation jedoch gar nicht zu. Es handelt sich dabei um eine Handlungsempfehlung an Labore, die Gebrauchsanweisungen der PCR Tests genau zu befolgen (da verschiedene Tests unterschiedlich funktionieren und deshalb anders interpretiert werden müssen) und bei Testergebnissen, die nicht zum Krankheitsbild passen, eine zweite Probe zu untersuchen. Die Erkenntnis, dass es bei einer falschen Handhabung von Tests zu Falsch-Positiven- oder Falsch-Negativen-Ergebnissen kommen kann, ist keineswegs neu. Auch gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass dies in größerem Rahmen zu verzerrten Ergebnissen geführt hat.

© Schwäbische Post 15.02.2021 21:06
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Kommentare

Karin Hofmann

Afoe schrieb am 23.02.2021 um 18:23

Zwischen PCR-Test und Antigen-Schnelltest ist zu unterscheiden, das sind zwei verschiedene Testverfahren mit unterschiedlicher Aussagekraft.
Positiver Antigen-Schnelltest: Testperson ist wahrscheinlich momentan infektiös
Positiver PCR-Test: Testperson ist (oder war kürzlich) höchstwahrscheinlich infiziert

Ist ein sogenannter PCR-Test in der Lage, zwischen einem «vermehrungsfähigen» und einem nicht-vermehrungsfähigen Virus zu unterscheiden? Sprich: Kann erkannt werden, ob eine Testperson ansteckend ist oder nicht? Die Antwort der Gesundheitsbehörde lautet: «Nein».

Der PCR-Test weist NICHT nach, ob eine Testperson zum Zeitpunkt des Abstriches weitere Menschen anstecken kann oder nicht. Es kann aber durchaus sein, dass der Infizierte später noch infektiös wird. Der Test weist vielmehr nach, ob jemand infiziert ist oder nicht. Und das allein ist relevant nach dem Infektionsschutzgesetz.

Afoe

Zwischen PCR-Test und Antigen-Schnelltest ist zu unterscheiden, das sind zwei verschiedene Testverfahren mit unterschiedlicher Aussagekraft.
Positiver Antigen-Schnelltest: Testperson ist wahrscheinlich momentan infektiös
Positiver PCR-Test: Testperson ist (oder war kürzlich) höchstwahrscheinlich infiziert

Karin Hofmann

Hallo Frau Kauer,

die Realität des über alles gepriesenen massenweise durchgeführten PCR-Tests sieht folgendermassen aus:

Er ist nur eine MOMENTAUFNAHME: Ein negativer Antigenschnelltest - egal ob privat, beim Hausarzt oder in der Klinik durchgeführt - bietet keine Aussage darüber, ob man in den nächsten Tagen andere mit SARS-CoV-2 anstecken könnte (z.B. vor dem Besuch besonders gefährdeter Angehöriger o.ä.).

Die Aussagekraft des Antigen-Schnelltests? Er ist in erster Linie gut geeignet, eine Infektion bei Menschen zu erkennen, die mit SARS-CoV-2 infiziert sind und bereits Symptome zeigen. Darüber hinaus können Antigen-Schnelltests ergänzend eingesetzt werden, um Menschen mit hohem Ansteckungspotenzial (sogenannte Superspreader) herauszufiltern, auch wenn noch keine Symptome auftreten.

Aber Achtung: Ein negativer Antigen-Schnelltest stellt immer nur den Ist-Stand für den Untersuchungstag dar.

Für Pflegekräfte sicher sinnvoll, diese müssten sich dann aber TÄGLICH testen lassen. Ein negativer PCR-Test einer Privatperson vom Tag X ist am übernächsten Tag nicht mehr gültig. Leider wähnen sich dann viele wochenlang auf der sicheren Seite, schmusen, umarmen inclusive, was eine grosse Gefahr darstellt.

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