Falsche Polizeibeamte: 84-jähriger Gmünder überweist 20.000 Euro

Blaulicht Die Polizei konnte die Transaktion mit der Bank noch stoppen. 

  • Symbolbild

Schwäbisch Gmünd. Am Mittwochnachmittag meldet sich eine 81-jährige Frau beim Polizeipräsidium Aalen und teilt mit, dass sie ihren 84-jährigen Ehemann nicht davon abbringen kann, fast 20000 Euro an eine unbekannte Person zu überweisen. Die Dame befürchtet einen Betrug.

Die sofort in der Wohnung des Seniors eintreffenden Polizeibeamten stellten fest, dass der Mann mehrfach von einem angeblichen Polizeibeamten telefonisch kontaktiert wurde. Hierbei wurde dem Mann suggeriert, dass in der Türkei gegen ihn ein Strafverfahren laufen würde und dass er deswegen auch über 18000 Euro als Kaution überweisen müsse. Der Senior konnte durch die Anrufer so stark beeinflusst werden, dass er den Anrufern glaubte und sich nicht mal von seiner Ehefrau davon abbringen ließ.

Tatsächlich hatte er das Geld bereits auf eine, von den Betrügern mitgeteilte, Kontoverbindung in Belgien überwiesen. Durch Kontaktaufnahme der Polizeibeamten mit der Bank des Mannes konnte die Überweisung im letzten Moment gestoppt werden, sodass kein Schaden entstand.

Die Polizei rät an dieser Stelle nochmals:

Warnen Sie Verwandte, Freunde und Bekannte vor den Betrügern und weisen Sie auf folgende Tipps der Polizei hin:

  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben.

Wichtig: Lassen Sie einen eventuellen Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.

  • Erreicht Sie ein solcher Anruf, seien Sie misstrauisch und sprechen Sie darüber mit Angehörigen oder Vertrauenspersonen.
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten.
  • Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf.
  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
  • Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen bzw. überweisen Sie keine Geldbeträge auf unbekannte Konten.

Weitere Warnhinweise der Polizei zum Phänomen "Falsche Polizeibeamte" und zu weiteren Betrugsmaschen finden Sie unter dem Link www.polizei-beratung.de.

© Schwäbische Post 18.02.2021 10:13
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