Kultur in der Corona-Krise

Stipendien für Künstlerinnen und Künstler

Das Land legt neue Programme auf, um die Kultur zu unterstützen. Der „Masterplan“ umfasst jetzt rund 80 Millionen Euro.
  • Ein Mikrofon vor einem roten Vorhang. Wann geht's wieder los mit öffentlicher Kultur? Foto: dpa/Britta Pedersen
Was hat die Kultur für Perspektiven? Dürfen mit der Öffnung des Einzelhandels dann auch die Museen wieder besucht werden? Machen die Theater auf, wenn die Gastronomie wieder servieren darf? Stufenpläne werden erarbeitet, aber Genaueres kann Kunststaatssekretärin Petra Olschowski natürlich nicht sagen. Aber sie hat neue Hilfsprogramme vorgestellt, gewissermaßen den „Masterplan Kultur BW“ des Kunstministeriums aus dem Mai 2020 fortgeschrieben; dieser umfasse inzwischen mehr als 80 Millionen Euro.

„Wo Not ist, helfen wir“, sagt Olschowski. Im Fokus: die freischaffenden Künstlerinnen und Künstler aller Sparten. So soll es jetzt ein „Stipendienprogramm“ geben im Umfang von 15 Millionen Euro: pro Person projektbezogene 3500 Euro. Die Ausschreibung richte sich nicht zuletzt an junge Kreative, die gerade ihr Studium beendet haben.

Für die Breitenkultur ist für 2021 erneut ein Soforthilfeprogramm mit zehn Millionen Euro aufgelegt, auch das „Impulsprogramm Kunst trotz Abstand“ geht weiter: mit neu zu verteilenden vier Millionen Euro für besondere Veranstaltungen. Neu ist, dass sich Baden-Württemberg mit bis zu fünf Millionen Euro an einem Ausfallfonds des Bundes und der Länder für Kino- und Filmproduktionen beteiligt.

Verärgerte Stadttheater

Mit 32,5 Millionen Euro ist ein Corona-Nothilfefonds ausgestattet, der Kultureinrichtungen unterstützen soll – da hat das Land zuletzt etwa dem Festspielhaus Baden-Baden und dem Theater Lindenhof unter die Arme gegriffen. Wobei Olschowski sich freut, dass die meisten Kultureinrichtungen finanziell bislang besser als erwartet durch die Pandemie gekommen sind. Manche Kommunaltheater, wie jene in Freiburg oder Ulm, erwirtschafteten sogar einen Überschuss – weil sie drastisch sparten und Mitarbeiter in die Kurzarbeit schickten. Doch Rücklagen dürfen sie auch in der Corona-Krise nicht bilden, und so stellte das Land, wie berichtet, aus haushaltsrechtlichen Gründen die Förderpraxis um: auf die Fehlbedarfsfinanzierung. Was bedeutet, dass das Land entsprechend seine Zuschüsse kürzt.

Das sorgt bei den Stadttheatern für große Empörung. Die Kunststaatssekretärin spricht von einer komplizierten „Gemengelage“ und davon, dass es keine „Doppelförderung“ gebe dürfe, also Zuschüsse vom Land und Kurzarbeitergeld vom Bund. Sie betonte aber, dass die Spenden etwa der Abonnenten an die Theater nicht mit den Zuschüssen verrechnet würden und dass das Land künftig wieder zur alten Förderpraxis mit Fixbeträgen zurückkehren wolle. Jürgen Kanold
© Südwest Presse 26.02.2021 07:45
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