Nordische Ski-WM Oberstdorf

Zum Auftakt hinterhergeflogen

Katharina Althaus landet zum WM-Auftakt in ihrer Heimat Oberstdorf als beste Deutsche nur auf Rang zehn. Carina Vogt muss sich mit dem 30. Rang begnügen. Gold geht an Ema Klimec aus Slowenien.
  • Katharina Althaus steigerte sich im zweiten Durchgang und landete am Ende auf Platz zehn. Foto: Christof Stache/afp
Ein gelungener Start sieht anders aus. Lange Gesichter bei Katharina Althaus und Carina Vogt. Ein goldenes Strahlen hingegen bei der neuen Weltmeisterin Ema Klimec: Die deutschen Skispringerinnen sind mit dem schwächsten Ergebnis ihrer WM-Geschichte in die Titelkämpfe in Oberstdorf gestartet. Während die Slowenin Klimec überraschend zum Sieg flog und vor Freude in Tränen ausbrach, sorgte Lokalmatadorin Althaus als Zehnte noch für das beste DSV-Ergebnis.

„Natürlich war das kein guter Tag. Wir haben seit 2013 bei jedem Großereignis immer eine Medaille geholt“, sagte ein enttäuschter Bundestrainer Andreas Bauer nach dem Springen in der ARD: „Dass irgendwann der Tag kommen wird, an dem die Serie reißt, war klar. Aber hier zu Hause in Oberstdorf tut es schon weh, das muss ich ehrlich sagen.“

Die lange verletzte Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt, die jüngst immer wieder Probleme mit ihrem operierten Knie hatte, musste sich sogar mit dem 30. Rang begnügen. Im achten WM-Wettkampf der Geschichte blieb das DSV-Team somit erst zum dritten Mal ohne Medaille – und erstmals ohne ein einstelliges Ergebnis.

Nicht zu schlagen war Klimec, die mit Flügen auf 105,0 und 100,5 m mit 279,6 Punkten knapp vor Titelverteidigerin und Olympiasiegerin Maren Lundby (Norwegen/276,5) sowie Sara Takanashi aus Japan (276,3) siegte. Auf Rang vier landete die nach dem ersten Durchgang noch führende Österreicherin Marit Kramer (275,2). Die Springerin mit niederländischen Wurzeln kam im zweiten Durchgang nicht an ihr Leistungslimit und fiel noch aus den Medaillenrängen. Für Takanashi setzte sich trotz Bronze ihre Pechsträhne bei Großereignissen fort. Die Asiatin drückt ihrer Sportart seit Jahren den Stempel auf, hält mit 60 Erfolgen im Weltcup einen einsamen Rekord, musste die großen Titel aber stets der Konkurrenz überlassen – allein Carina Vogt holte dreimal Gold. Nun muss Takanashi mindestens ein weiteres Jahr warten.

Althaus, vor zwei Jahren noch WM-Zweite, rettete auf ihrer Heimschanze mit einem starken zweiten Flug auf 98,0 m zumindest den Top-Ten-Platz. Zweitbeste Deutsche war Anna Rupprecht (Degenfeld) auf dem 14. Platz. Mixed-Weltmeisterin Juliane Seyfarth (Ruhla) folgte auf dem 21. Rang.

Vogt aus dem Schwäbisch Gmünder Stadtteil Degenfeld war dagegen am Schattenberg chancenlos. „Ich bin fassungslos. Das ist das Ärgste, was mir je passiert ist“, sagte die Weltmeisterin von 2015 und 2017. Vogt war erst im Januar nach langer Verletzungspause in den Weltcup der Skispringerinnen zurückgekehrt.

Schon an diesem Freitag kämpfen Althaus und Co. auf der kleinen Schanze erneut um Medaillen, im Team-Wettbewerb geht das DSV-Quartett als Titelverteidiger an den Start. „Man muss ganz klar sagen, dass Norwegen, Österreich und Slowenien die Favoriten sind. Aber wenn alles passt, kann es vielleicht in Richtung Medaille gehen“, sagte Bundestrainer Bauer nicht ganz ohne Hoffnung. sid/mut
© Südwest Presse 26.02.2021 07:45
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