Terrorprozess soll im April beginnen

Neue Ermittlungen gegen Chef der „Gruppe S.“: Angeblich in der U-Haft versucht, einen Killer zu engagieren.
Das Oberlandesgericht Stuttgart hat die Anklage gegen zwölf Mitglieder und Unterstützer der mutmaßlichen rechtsextremen Terrorgruppe „Gruppe S.“ zugelassen. Der Prozess soll am 13. April beginnen. Das bestätigte ein Gerichtssprecher.

Nach Recherchen des Südwestrundfunks hat der als Rädelsführer angeklagte Werner S., nach dem die Gruppe auch benannt ist, in der Untersuchungshaft in Augsburg versucht, einen Mörder anzuheuern. Ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft bestätigte dem SWR ein Ermittlungsverfahren. S. soll einem früheren Mafia-Mitglied bis zu 50 000 Euro angeboten haben, wenn er den Hauptzeugen des Prozesses tötet.

Die Terrorzelle soll laut Bundesanwaltschaft Anschläge auf Moscheen geplant haben, um den politischen Umsturz einzuleiten. Ziel sei gewesen, mit der Gruppe die Staats- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik „zu erschüttern und letztlich zu überwinden“. Sie sollen hauptsächlich Gewalt gegen Muslime, aber auch gegen politisch Andersdenkende erwogen haben. Ein Mitglied der Gruppe hatte die Polizei eingeweiht. Die konnte so die Treffen unter anderem in Alfdorf (Rems-Murr-Kreis) überwachen. Am 14. Februar 2020 fanden dann unter Leitung des Stuttgarter Landeskriminalamts bundesweit Durchsuchungen und Festnahmen statt.

Die zwölf Angeklagten sind deutsche Staatsbürger, elf sind in Untersuchungshaft. dpa/eb
© Südwest Presse 26.02.2021 07:45
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