Kommentar Alexander Bögelein zu den Folgen des Monsanto-Kaufs

Ein Desaster für Bayer

  • Alexander Bögelein Foto: Martin Ebert
Was für eine schöne Vision hatte Bayer-Vorstandschef Werner Baumann einstmals den Aktionären gezeichnet: Der Leverkusener Konzern steigt mit dem Kauf des US-Anbieters Monsanto zur weltweiten Nummer 1 von Saatgut und Pflanzenschutzmitteln auf. Die Fusion bringt Vorteile in Entwicklung und Vermarktung, treibt den Gewinn der krisensicheren Agrosparte. Pustekuchen! Viele Aktionäre haben schwere Kursverluste erlitten und bald auch noch eine geringere Dividende.

Mitunter ist die Gier nach Größe fatal: Bayer bezahlte viel zu viel für Monsanto. Schlimmer noch: Der Dax-Konzern trat ein giftiges Erbe an – inklusive des miserablen Images von Monsanto und Schadenersatz von schon jetzt 7,9 Milliarden Euro. Dass Bayer nun den höchsten Verlust der Unternehmensgeschichte ausweist, ist die logische Folge der außergerichtlichen Einigung im vergangenen Jahr mit rund 90 000 Glyposat-Klägern.

Bayer wird das finanziell wegstecken, auch wenn dies noch nicht die Schlussrechnung ist. Die Einigung mit 35 000 weiteren Klägern steht aus. Ob die zwei Milliarden Euro, die Bayer dafür zurückgelegt hat, ausreichen werden, ist ungewiss. Zudem sagen die Vergleiche nichts über die Gesundheitsgefahren des glyphosathaltigen Unkrautvernichters „Round up“ aus. Was für ein Desaster für Bayer!
© Südwest Presse 26.02.2021 07:45
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