Neue Begeisterung für Aktien

Zahl der Aktionärinnen und Aktionäre erhöht sich in Deutschland um fast 30 Prozent.
  • Mehr Bundesbürger investieren in Aktien. Foto: Zacharie Scheurer/dpa
Die Corona-Pandemie, Konsumverzicht wegen der Lockdowns, Reisebeschränkungen, aber auch die niedrigen Zinsen haben im vergangenen Jahr das Interesse an Aktionäre massiv befördert und zur höchsten Zahl von Aktienbesitzerinnen und -besitzern in Deutschland seit 2001 geführt.

Insgesamt hatten Ende 2020 nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts (DAI) 12,35 Millionen Bundesbürger über 14 Jahre Aktien oder Aktienfonds. Das waren rund 2,7 Millionen mehr als ein Jahr zuvor, ein Plus von 28 Prozent. Mehr registrierte das DAI zuletzt vor 19 Jahren mit 12,85 Millionen. Dazwischen waren es zeitweise nur 8,38 Millionen.

„Sparerinnen und Sparer begeistern sich mehr und mehr für Aktien“, sagt DAI-Chefin Christine Bortenlänger. Jeder sechste Bundesbürger und damit 17,5 Prozent der Erwachsenen besäßen derzeit direkt oder indirekt Aktien. Ende 2019 waren es noch 15,2 Prozent. Bortenlänger freut sich vor allem, dass sich immer mehr junge und jüngere Menschen unter 40 für Aktien interessieren. Allein hier seien eine Million dazu gekommen – ein Plus von 50 Prozent.

Der Zuwachs bei den Jüngeren hat nach Ansicht von Bortenlänger auch damit zu tun, dass Aktien-Käufe mittlerweile immer häufiger auch über das Smartphone möglich sind und dort von kostengünstigen Brokern angeboten werden. „Die Aktienanlage hat die Hosentasche erreicht.“ Zudem spielten die sozialen Netzwerke mit Internetforen und Influencern eine wichtige Rolle.

Generell sieht Bortenlänger einen wichtigen Einfluss auf das verstärkte Aktiensparen durch die Corona-Pandemie. Weil Restaurants und Geschäfte geschlossen waren (und sind) und Urlaube kaum möglich waren (und sind), hätten die Menschen mehr Zeit gehabt, sich mit den eigenen Finanzen zu beschäftigen. Nach dem Einbruch der Aktienkurse im Frühjahr seien viele ins Aktiensparen eingestiegen. „Erstmals seit 20 Jahren entwickelt sich wieder ein breites Interesse für die Aktienanlage“, sagt Bortenlänger.

Rund drei Millionen Frauen und Männer haben im vergangenen Jahr ausschließlich direkt in Aktien investiert, rund eine halbe Million mehr als im Jahr zuvor. 5,3 Millionen haben sowohl Aktien als auch Fonds gekauft, vor Jahresfrist waren es noch 4,2 Millionen. Daneben zählt das DAI rund 1,6 Millionen Belegschaftsaktionärinnen und -aktionäre.

Die Mehrheit mit sieben Millionen – nach 5,5 Millionen 2019 – setzt ausschließlich auf die indirekte Aktienanlage über Fonds und sogenannte ETFs, die einen Aktienindex, wie etwa den Deutschen Aktienindex Dax nachbilden. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 26.02.2021 07:45
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