Kommentar Carsten Muth über das Beben bei Schalke 04

Der Druck im Kessel bleibt

  • Carsten Muth. Foto: Volkmar Könneke
Schalke 04 hat Geschichte geschrieben. Fünf Entlassungen an einem Tag. Das dürfte wahrlich einmalig sein in der Historie der Fußball-Bundesliga. Der Aufsichtsrat des Traditionsklubs hat die Reißleine gezogen. Cheftrainer weg, Assistenz- und Athletikcoach weg, Sportvorstand und Teamkoordinator auch. Der personelle Kahlschlag ist dramatisch. Und doch hatte das Gremium keine Wahl. Zu viel ist geschehen, zu viel läuft schief, zu miserabel ist das Auftreten der Mannschaft, zu aussichtslos die Tabellensituation.

Schalke benötigt ein veritables Fußball-Wunder, um den Klassenerhalt zu schaffen. Wie dieses chronisch erfolglose Team in den verbleibenden elf Spieltagen einen Neun-Punkte-Rückstand auf das rettende Ufer aufholen will – dazu wären wohl sieben oder acht Siege nötig – kann sich kaum jemand vorstellen. Die Verantwortlichen müssen jetzt für die zweite Liga planen, eine konkurrenzfähige Mannschaft zusammenstellen, die wieder aufsteigen kann. Was herausfordernd genug wird. Etliche Spieler werden den Klub nach dieser Desaster-Saison verlassen. Auf dem Verein lasten 230 Millionen Euro Schulden.

Es bleibt Druck im Kessel. Die baldige Rückkehr in Liga eins ist für ein Schwergewicht wie den FC Schalke Pflicht. Wie knifflig eine solche Mission ist, haben andere schon erfahren. Man frage nach beim HSV.
© Südwest Presse 01.03.2021 07:45
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