An gehört

Auf der Suche nach dem Licht

  • Joachim Kühns neues Album „Touch the Light“. Foto: ACT Music
Wenn der mittlerweile 76-jährige Joachim Kühn in „Ponta de Areia“ den Sound neu zuspitzt, mit dem Stück „Sintra“ der Sommerhitze ein musikalisches Kleid leiht oder die Tiefe eines Ludwig van Beethoven in einem Allegretto neu aufgreift, dann scheint sich der große Pianist des europäischen Jazz auch in Miniaturen gänzlich verlieren zu können. Solche Momente gibt es einige in seinem neuen Album „Touch the Light“ (ACT Music). Bisweilen vergreift sich Kühn zwischen „Purple Rain“ oder dem „Redemption Song“ allerdings aber gewaltig. Nicht immer gelingt es ihm, die Fremdkompositionen neu zu beseelen. Mit „Fever“ wird ein absoluter Tiefpunkt der hingeruckelten Mutlosigkeit erreicht. Zu nah am Original wie häufig auf diesem Balladen-Album, greift der Meister nach dem Licht, doch berühren kann er es nicht. Weites Entfernen, langsames Annähern, dann tastend berühren. Bisweilen gelingt ihm das wunderbar, doch in Summe wird zu wenig „Warm Canto“ geboten. udo
© Südwest Presse 03.03.2021 07:45
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