Kommentar Dominik Guggemos über Reformen in der Tierhaltung

Tierwohl muss warten

  • Dominik Guggemos Foto: Florian Gaertner/photothek
Die gute Nachricht vorweg: Der Staat kann gesetzliche und preisliche Regelungen treffen, um für mehr Tierwohl zu sorgen; das zeigt eine Machbarkeitsstudie. Die schlechte Nachricht: Entsprechende Regelungen sind kompliziert.

Der mit Abstand charmanteste Vorschlag – ein Fonds, in den eine Tierwohlabgabe in Höhe von etwa 40 Cent pro Kilogramm Fleisch fließen und aus dem die Landwirte die nötigen Umbaumaßnahmen finanziert bekommen würden – ist nicht mit EU-Recht vereinbar. Das würde ausländische Hersteller diskriminieren, deren Produkte teurer würden, die aber nicht profitieren.

Das führt zu der schlechtesten Nachricht: Obwohl Gesellschaft und Politik sich weitestgehend einig sind, dass die Haltungsbedingungen für Tiere besser werden müssen, wird sich erst einmal nichts tun. Ministerin Klöckner (CDU) will „einen breiten politischen Konsens“ erreichen. Übersetzt heißt das: In dieser Legislatur wird das nichts mehr. Bis nach der Wahl eine Regierung steht, die eine Regelung beschließt und umsetzt, vergeht viel Zeit. Die meisten Nutztiere, die heute geboren werden, sind da schon wieder geschlachtet – mit wenig Tierwohl.
© Südwest Presse 03.03.2021 07:45
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